No standing for subsidiary constitutional complaint against permit refusal

2D_73/2008Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung16.07.2008Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Ecuadorian appellant sought a residence permit so she could take ETH Zurich entrance examinations. The Lucerne migration authority refused the permit, and the cantonal department dismissed the appeal. The Federal Supreme Court held that no legal entitlement to the permit existed under the Foreign Nationals Act or any other provision. As a result, an appeal in public law matters was unavailable. The subsidiary constitutional complaint was also inadmissible because the appellant did not identify any violated constitutional right and, lacking a permit entitlement, had no standing to challenge the merits. The court therefore did not enter into the case and ordered court costs of CHF 300 against her.

Omnilex-Regeste

Art. 83 lit. c Ziff. 2, Art. 113 ff., Art. 115 lit. b, Art. 116 and Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG; non-renewal of a residence permit and admissibility of subsidiary constitutional complaint. Where the foreign national has no enforceable claim to the requested residence permit under federal, cantonal or international law, an appeal in public law matters is excluded. The subsidiary constitutional complaint is confined to the allegation of violations of constitutional rights; it does not permit a general review of the merits of the permit refusal. In the absence of a permit entitlement, the appellant lacks standing to contest the substantive refusal. An obviously inadmissible submission may be declared non-entered upon in simplified procedure, with costs following the outcome (consid. 1-3).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2D_73/2008 /zga

Urteil vom 16. Juli 2008
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Hungerbühler, präsidierendes Mitglied,
Gerichtsschreiber Feller.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Amt für Migration des Kantons Luzern, Fruttstrasse 15, 6002 Luzern.

Gegenstand
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Justiz- und Sicherheitsdepartements des Kantons Luzern vom 18. Juni 2008.

Erwägungen:
X.________, geboren 1985, Staatsangehörige von Ecuador, reiste im April 2005 in die Schweiz ein und verfügte in der Folge in den Kantonen Obwalden und Luzern über Aufenthaltsbewilligungen zu Ausbildungs- und Studienzwecken. Mit Verfügung vom 8. April 2008 verweigerte das Amt für Migration des Kantons Luzern eine Aufenthaltsbewilligung zwecks Aufnahme eines Architekturstudiums an der ETH Zürich. Am 18. Juni 2008 wies das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde ab. Mit subsidiärer Verfassungsbeschwerde vom 12./14. Juli 2008 beschwert sich X.________ über den Beschwerdeentscheid des Justiz- und Sicherheitsdepartements. Sie stellt den Antrag, es sei ihr wenigstens noch eine Aufenthaltsbewilligung bis zum 1. September 2008 zu gewähren, damit sie die vom 18. bis 26. August 2008 stattfindenden Aufnahmeprüfungen für die ETH Zürich absolvieren könne.

Die Beschwerdeführerin kann weder aus dem Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG [SR 142.20 bzw. AS 2007 5437]) noch aus einer Rechtsnorm eines anderen Erlasses des Landes- oder Völkerrechts einen Anspruch auf die Erteilung oder Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ableiten, wie schon die kantonale Vorinstanz zutreffend dargelegt hat. Damit kann die Bewilligungsverweigerung nicht mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten angefochten werden (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG). Als bundesrechtliches Rechtsmittel kommt in der Tat höchstens die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG in Betracht. Mit diesem Rechtsmittel kann indessen bloss die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden (Art. 116 BGG). Die Beschwerdeführerin nennt kein verfassungsmässiges Recht, das verletzt worden sei. Ohnehin wäre sie wegen Fehlens eines Bewilligungsanspruchs nicht legitimiert, die Verweigerung der Aufenthaltsbewillligung in materieller Hinsicht mit subsidiärer Verfassungsbeschwerde anzufechten (Art. 115 lit. b BGG; vgl. BGE 133 I 185).

Auf die offensichtlich unzulässige Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG) ist im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten.

Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG).

Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin sowie dem Amt für Migration und dem Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 16. Juli 2008
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Hungerbühler Feller

Schlagwörter

residence permitadmissibilitystandingsubsidiary constitutional complaintnon-entrycourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the refusal of a residence permit could be challenged by public-law appeal.

Extrahierter Entscheid

No. The applicant had no enforceable right to the residence permit, so public-law appeal was unavailable.

Extrahierte Begründung

The court held that neither the Foreign Nationals Act nor any other domestic or international provision granted a right to the permit.

Kernrechtsfrage

Whether the subsidiary constitutional complaint was admissible and whether a constitutional right was alleged.

Extrahierter Entscheid

No. The complaint alleged no violated constitutional right, and without a permit entitlement the applicant lacked standing to challenge the refusal on the merits.

Extrahierte Begründung

Subsidiary constitutional complaint is limited to constitutional rights; the appellant did not invoke any such right and lacked standing under Art. 115 lit. b BGG.

Kernrechtsfrage

Costs of the proceedings

Extrahierter Entscheid

Court costs were imposed on the appellant.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome of the case.

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