Non-entry on subsidiary constitutional complaint about residence permit

2D_73/2007Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung22.08.2007Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the applicant could not challenge the refusal of a residence permit for his mother by public-law appeal because no legal entitlement existed. The subsidiary constitutional complaint was also inadmissible, as he failed to allege a violated constitutional right and lacked a legally protected interest to attack the merits of the permit decision. The court therefore did not enter into the complaint under the simplified procedure and charged the court fee of CHF 300 to the applicant.

Omnilex-Regeste

Art. 83 lit. c Ziff. 2, Art. 113, 115 lit. b, 116, 108 Abs. 1 lit. a BGG; subsidiary constitutional complaint against refusal of a residence permit for a third person. Where the person concerned has no legal entitlement to the requested residence permit, an appeal in public law is excluded. The subsidiary constitutional complaint is admissible only for the invocation and substantiation of violations of constitutional rights by a party having a legally protected interest. A person who is not entitled to the permit and therefore lacks a legally protected interest may not challenge the merits of the refusal, in particular not on grounds of arbitrariness or equality (consid. 2). Manifestly inadmissible complaints are disposed of in the simplified procedure under Art. 108 BGG; costs follow the outcome.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2D_73/2007 /leb

Urteil vom 22. August 2007
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Herrn Bruno Grütter, Beratungsstelle für Ausländerfragen,

gegen

Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern, Postfach 4168, 6002 Luzern.

Gegenstand
Aufenthaltsbewilligung,

subsidiäre Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Justiz- und Sicherheitsdepartements des Kantons Luzern vom 19. Juli 2007.

Der Präsident zieht in Erwägung:
1.
Der serbische Staatsangehörige A.________ stellte beim Amt für Migration des Kantons Luzern das Gesuch, es sei seiner verwitweten Mutter B.________, geboren 1923, eine Aufenthaltsbewilligung als Rentnerin zu erteilen. Trotz der von A.________ und dreier seiner Brüder abgegebenen schriftlichen Verpflichtung, für den Unterhalt ihrer Mutter in der Schweiz aufzukommen, lehnte das Amt für Migration das Gesuch am 3. Mai 2007 ab. Mit Entscheid vom 19. Juli 2007 wies das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern die Beschwerde gegen die Verfügung des Amtes für Migration ab und bestätigte diese.

Mit subsidiärer Verfassungsbeschwerde vom 17. August 2007 beantragt A.________ dem Bundesgericht, den Entscheid des Justiz- und Sicherheitsdepartements aufzuheben und dem Begehren um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zur Wohnsitznahme von A.________ zu entsprechen.

Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden.
2.
Da die Mutter des Beschwerdeführers keinen Rechtsanspruch auf die beantragte Aufenthaltsbewilligung hat, ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzulässig (vgl. Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG) und fällt als bundesrechtliches Rechtsmittel in der Tat - höchstens- die subsidiäre Verfassungsbeschwerde in Betracht (Art. 113 BGG). Mit diesem Rechtsmittel kann bloss die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden (Art. 116 BGG), wobei die Verfassungsverletzung ausdrücklich zu rügen und zu begründen ist (Art. 106 Abs. 2 bzw. Art. 42 Abs. 2 BGG).

Der Beschwerdeführer nennt kein verfassungsmässiges Recht, welches durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sein soll; auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde wäre schon aus diesem Grunde nicht einzutreten. Dem Beschwerdeführer Gelegenheit einzuräumen, die Beschwerdeschrift innert der wegen des Friststillstandes (Art. 46 Abs. 1 lit. b BGG) noch nicht abgelaufenen Beschwerdefrist zu verbessern, besteht kein Anlass: Da er keinen Rechtsanspruch darauf hat, dass seiner Mutter eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wird, betrifft die Bewilligungsverweigerung nicht rechtlich geschützte Interessen im Sinne von Art. 115 lit. b BGG; der Beschwerdeführer ist daher grundsätzlich nicht berechtigt, den Bewilligungsentscheid in materieller Hinsicht mit subsidiärer Verfassungsbeschwerde, etwa wegen Verletzung des Willkürverbots oder des allgemeinen Rechtsgleichheitsgebots, anzufechten (BGE 133 I 185).

Auf die offensichtlich unzulässige Beschwerde ist gestützt auf Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten. Diesem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident
im Verfahren nach Art. 108 BGG:
1.
Auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 22. August 2007
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

immigrationresidence permitsubsidiary constitutional complaintlegal standingadmissibilityconstitutional rightscourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the subsidiary constitutional complaint was admissible against the refusal of a residence permit for the applicant's mother.

Extrahierter Entscheid

The complaint was inadmissible because the mother had no legal entitlement to the residence permit, and the applicant therefore lacked a legally protected interest.

Extrahierte Begründung

Without a statutory entitlement to the permit, an appeal in public law was excluded; subsidiary constitutional complaint was the only possible federal remedy, but it requires the invocation and substantiation of a constitutional right and a legally protected interest. The applicant did not identify any violated constitutional right and could not challenge the merits of the permit refusal.

Kernrechtsfrage

Whether the court should grant time to improve the complaint during the remaining appeal period.

Extrahierter Entscheid

No opportunity to amend was granted.

Extrahierte Begründung

Because the applicant lacked standing to challenge the permit refusal on the merits, no useful amendment could cure the inadmissibility.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs.

Extrahierter Entscheid

Court costs were imposed on the applicant.

Extrahierte Begründung

The costs followed the unsuccessful procedural outcome.

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