Inadmissibility of subsidiary constitutional complaint on residence permit

2D_72/2007Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung22.08.2007Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Iraqi applicant, provisionally admitted and unsuccessful in asylum proceedings, challenged the Lucerne authorities’ refusal to grant him a residence permit and the denial of legal aid. The Federal Supreme Court held that he had no legal entitlement to the permit, so the filing could not be treated as an ordinary public-law appeal. As a subsidiary constitutional complaint, it was inadmissible because no constitutionally sufficient grievance was pleaded and the applicant lacked a legally protected interest to contest the permit refusal on the merits. The Court therefore declined to enter into the matter in simplified procedure and imposed court costs of CHF 300 on the applicant.

Omnilex-Regeste

Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG, Art. 113 ff. BGG; admissibility of subsidiary constitutional complaint against refusal of a residence permit. Where the applicant lacks a legal entitlement to the requested permit, an appeal in public law matters is excluded. The subsidiary constitutional complaint allows only the invocation of constitutional rights; such grievances must be expressly raised and substantiated (Art. 106 Abs. 2, Art. 42 Abs. 2 BGG). In the absence of a legally protected interest within the meaning of Art. 115 lit. b BGG, the applicant cannot challenge the permit refusal on the merits, including for arbitrariness or equality. An opportunity to amend the filing need not be granted if the lack of standing is incurable (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2D_72/2007 /leb

Urteil vom 22. August 2007
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern, Postfach 4168, 6002 Luzern.

Gegenstand
Aufenthaltsbewilligung,

subsidiäre Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Justiz- und Sicherheitsdepartements des Kantons Luzern vom 19. Juli 2007.

Der Präsident zieht in Erwägung:
1.
Der irakische Staatsangehörige X.________, geboren 1956, ist rechtskräftig abgewiesener, vorläufig aufgenommener Asylbewerber. Das Amt für Migration des Kantons Luzern lehnte am 7. Mai 2007 sein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ab. Mit Entscheid vom 19. Juli 2007 wies das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern die gegen die Verfügung des Amtes für Migration erhobene Beschwerde ab; ebenso wies es das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab.

Mit handschriftlicher Eingabe vom 16. August 2007 beschwert sich X.________ beim Bundesgericht über seine Situation und implizit über den Beschwerdeentscheid des Justiz- und Sicherheitsdepartements. Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden.
2.
Der Beschwerdeführer hat keinen Rechtsanspruch auf die nachgesuchte Aufenthaltsbewilligung; seine Eingabe kann nicht als Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten entgegengenommen werden (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG; s. auch Art. 83 lit. c Ziff. 5 BGG). Als bundesrechtliches Rechtsmittel fällt - höchstens - die subsidiäre Verfassungsbeschwerde in Betracht (Art. 113 BGG). Mit diesem Rechtsmittel kann bloss die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden (Art. 116 BGG), wobei die Verfassungsverletzung ausdrücklich zu rügen und zu begründen ist (Art. 106 Abs. 2 bzw. Art. 42 Abs. 2 BGG).

Der Beschwerdeführer macht allgemein geltend, er werde ungerecht behandelt, wobei sich nicht alle Äusserungen auf den Gegenstand des angefochtenen Entscheids (Weigerung, einem vorläufig aufgenommenen sozialhilfebedürftigen Ausländer eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen) beziehen. Jedenfalls fehlt es von vornherein an einer formgerecht begründeten verfassungsrechtlich relevanten Rüge, sodass schon aus diesem Grunde auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nicht einzutreten wäre. Dem Beschwerdeführer Gelegenheit einzuräumen, die Beschwerdeschrift innert der wegen des Friststillstandes (Art. 46 Abs. 1 lit. b BGG) noch nicht abgelaufenen Beschwerdefrist zu verbessern, besteht kein Anlass: Da ihm kein Rechtsanspruch auf die nachgesuchte Bewilligung zusteht, ist er durch deren Verweigerung nicht in rechtlich geschützten Interessen im Sinne von Art. 115 lit. b BGG betroffen; er ist daher grundsätzlich nicht berechtigt, den Bewilligungsentscheid in materieller Hinsicht mit subsidiärer Verfassungsbeschwerde, etwa wegen Verletzung des Willkürverbots oder des allgemeinen Rechtsgleichheitsgebots, anzufechten (BGE 133 I 185).

Auf die offensichtlich unzulässige Beschwerde ist gestützt auf Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten. Diesem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident
im Verfahren nach Art. 108 BGG:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 22. August 2007
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

immigrationresidence permitsubsidiary constitutional complaintstandinglegal entitlementinadmissibilitycourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the filing could be treated as an appeal in public law matters against the refusal of a residence permit.

Extrahierter Entscheid

No; the applicant had no legal entitlement to the requested permit, so this remedy was unavailable.

Extrahierte Begründung

Without a statutory entitlement, the matter falls outside Art. 83 lit. c BGG.

Kernrechtsfrage

Whether the subsidiary constitutional complaint was admissible and sufficiently reasoned.

Extrahierter Entscheid

No; the complaint lacked a formally proper constitutional argument and the applicant was not entitled to challenge the permit refusal on the merits.

Extrahierte Begründung

A subsidiary constitutional complaint may invoke only constitutional rights and they must be expressly pleaded and substantiated; moreover, without a legally protected interest under Art. 115 lit. b BGG, the applicant cannot attack the permit refusal on arbitrariness or equality grounds.

Kernrechtsfrage

Whether the Federal Supreme Court should allow an opportunity to amend the filing within the still-running appeal period.

Extrahierter Entscheid

No; there was no reason to grant a chance to improve the complaint.

Extrahierte Begründung

Because the applicant lacked standing to contest the refusal on the merits, an amendment would not cure the absence of a legally protected interest.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs.

Extrahierter Entscheid

Court costs of CHF 300 were imposed on the applicant.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome of the inadmissibility decision.

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