Non-entry on subsidiary constitutional complaint against residence permit refusal

2D_67/2007Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung09.08.2007Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the Turkish appellant had no legal entitlement to renewal of his residence permit, including no claim under Article 8 ECHR because he did not live with and had no close relationship with his daughter. As a result, an appeal in public law matters was unavailable, and the filing could only be treated as a subsidiary constitutional complaint. The complaint was not sufficiently reasoned as to any constitutional-right violation, and the appellant also lacked standing to challenge the permit refusal on the merits. The Court therefore declined to enter into the case and imposed court costs of CHF 500 on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 83 lit. c, Art. 113 ff., Art. 115 lit. b and Art. 108 Abs. 1 lit. a-b BGG; admissibility of subsidiary constitutional complaints against the non-renewal of a residence permit. Where no federal or international-law entitlement to the permit exists, an appeal in public law matters is barred. A subsidiary constitutional complaint is confined to alleged violations of constitutional rights and must be specifically pleaded and substantiated; mere criticism of the merits is insufficient. In the absence of a legally protected interest, the applicant lacks standing under Art. 115 lit. b BGG to challenge the substantive refusal. The simplified non-entry procedure applies where the complaint is manifestly inadmissible (consid. 1-3).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2D_67/2007 /ble

Urteil vom 9. August 2007
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Justiz- und Polizeidepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen,
Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen, Spisergasse 41, 9001 St. Gallen.

Gegenstand
Aufenthaltsbewilligung,

subsidiäre Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil
des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 4. Juli 2007.

Der Präsident hat nach Einsicht
in das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Juli 2007, womit die Beschwerde des türkischen Staatsangehörigen X.________, geboren 1968, betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung abgewiesen worden ist,
in die sich gegen das verwaltungsgerichtliche Urteil richtende Beschwerde von X.________ vom 8. August 2007,

in Erwägung,
dass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 83 lit. c BGG unzulässig ist gegen Entscheide auf dem Gebiet des Ausländerrechts betreffend Bewilligungen, auf die weder das Bundesrecht noch das Völkerrecht einen Anspruch einräumt,
dass der Beschwerdeführer unter keinem Titel einen Rechtsanspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung hat, wobei ein solcher sich insbesondere nicht aus dem Umstand ableiten lässt, dass er ausserehelicher Vater einer Tochter mit Niederlassungsbewilligung ist, lebt er doch nicht mit ihr zusammen und pflegt er auch keine nähere Beziehung zu ihr (angefochtenes Urteil E. 2.1 S. 5 betreffend Art. 8 EMRK),
dass damit die vorliegende Beschwerde höchstens als subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG entgegengenommen werden kann,
dass mit der Verfassungsbeschwerde bloss die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden kann (Art. 116 BGG),
dass das Bundesgericht die Verletzung von Grundrechten nur insofern prüft, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und begründet wird (Art. 106 Abs. 2 BGG; s. auch Art. 42 Abs. 2 BGG),
dass der Beschwerdeführer nicht aufzeigt, welches verfassungsmässige Recht und inwiefern es durch das angefochtene Urteil verletzt worden sein soll, sodass eine formgültige Beschwerdebegründung fehlt und schon darum auf die Beschwerde nicht eingetreten werden könnte,
dass der Beschwerdeführer darüber hinaus den negativen Bewilligungsentscheid bloss in materieller Hinsicht bemängeln will und er, wegen Fehlens eines Rechtsanspruchs auf Bewilligung, insofern zur subsidären Verfassungsbeschwerde nicht legitimiert ist (Art. 115 lit. b BGG, s. dazu Urteil 2D_2/2007 vom 30. April 2007, zur Publikation bestimmt),
dass auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gestützt auf Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten ist,
dass die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) dem Verfahrensausgang entsprechend dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG),

erkannt:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer sowie dem Justiz- und Polizeidepartement und dem Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 9. August 2007
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

immigrationresidence permitadmissibilitysubsidiary constitutional complaintstandingconstitutional rightscourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint in public law matters was admissible against the refusal to renew a residence permit.

Extrahierter Entscheid

No; such a remedy is unavailable where no entitlement to the permit exists under federal or international law.

Extrahierte Begründung

The complainant had no enforceable legal claim to renewal, including none under Article 8 ECHR because he did not live with his daughter and had no close relationship with her.

Kernrechtsfrage

Whether the subsidiary constitutional complaint was admissible and properly reasoned.

Extrahierter Entscheid

No; the filing lacked a substantiated allegation of any constitutional right violation and was therefore inadmissible.

Extrahierte Begründung

Constitutional complaints may only invoke constitutional rights and must specifically plead and justify the alleged violation; the appellant did neither.

Kernrechtsfrage

Whether the complainant had standing to file a subsidiary constitutional complaint despite lacking a permit entitlement.

Extrahierter Entscheid

No; without a substantive entitlement to the residence permit, he was not legitimized to challenge the merits of the refusal by subsidiary constitutional complaint.

Extrahierte Begründung

Standing under Article 115 lit. b BGG requires a legally protected interest, which was absent here.

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