No entry in constitutional complaint against tax remission denial

2D_32/2011Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung28.06.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The taxpayer challenged the Bern administrative court’s refusal to grant remission of 2007 cantonal, municipal, and federal taxes and asked the Federal Supreme Court to also remit 2008 and 2009 taxes. The Court held that the latter request exceeded the subject matter of the case. As to 2007, only a subsidiary constitutional complaint was available because remission decisions are excluded from the ordinary public-law appeal. The filing did not identify or substantiate any constitutional right allegedly violated, so the complaint was manifestly insufficiently reasoned and not entered into in simplified proceedings. Court costs of CHF 300 were charged to the complainant.

Omnilex-Regeste

Art. 83 lit. m, 113, 116, 106 Abs. 2, 108 Abs. 1 lit. b BGG; tax remission decisions are excluded from the public-law appeal and may be challenged only by subsidiary constitutional complaint. Such a complaint requires specific invocation and substantiation of constitutional rights; the mere dissatisfaction with the lower judgment is insufficient. Requests extending beyond the object of the appealed decision are inadmissible. In simplified procedure under Art. 108 BGG, the Court may decline to enter when the reasoning requirement is manifestly not met (consid. 2.1-2.4).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2D_32/2011

Urteil vom 28. Juni 2011
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Einwohnergemeinde Bern, Steuerverwaltung, Schwarztorstrasse 31, 3000 Bern 14,
Steuerverwaltung des Kantons Bern, Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern.

Gegenstand
Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern sowie der direkten Bundessteuer 2007,

Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, Einzelrichter, vom 19. Mai 2011.

Erwägungen:

1.
X.________ erhob am 18. April 2010 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Bern gegen zwei Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 23. März 2010 betreffend Verweigerung des Erlasses der Kantons- und Gemeindesteuern sowie der direkten Bundessteuer 2007 (offene Steuerschuld von Fr. 8'652.05). Mit Urteil des Einzelrichters vom 19. Mai 2011 wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde sowie das damit verbundene Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab.

Mit als "Einsprache gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.5.2011" bezeichneter Rechtsschrift vom 27. Juni 2011 ersucht X.________ das Bundesgericht "im Sinne einer Gesamtsanierung" um Erlass der Steuerbeträge von 2007 bis und mit 2009 in Höhe von ca. Fr. 30'000.--.

Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden.

2.
2.1 Gegenstand des angefochtenen Urteils sind allein die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer 2007. Soweit der Beschwerdeführer um Erlass von Steuern für die Jahre 2008 und 2009 ersucht, geht sein Rechtsbegehren über den Prozessgegenstand hinaus und ist auf die Beschwerde von vornherein nicht einzutreten.

2.2 Das angefochtene Urteil hat den Erlass von Steuern zum Gegenstand. Gemäss Art. 83 lit. m BGG ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzulässig gegen Entscheide über die Stundung und den Erlass von Abgaben. Damit steht als bundesrechtliches Rechtsmittel vorliegend nur die subsidiäre Verfassungsbeschwerde zur Verfügung (Art. 113 BGG), worauf das Verwaltungsgericht in der Rechtsmittelbelehrung hingewiesen hat. Mit der Verfassungsbeschwerde kann bloss die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 116 BGG). Entsprechende Rügen bedürfen spezieller Geltendmachung und Begründung (Art. 106 Abs. 2 BGG). Der Beschwerdeführer nennt kein verfassungsmässiges Recht, das durch das angefochtene Urteil verletzt worden sein könnte. Die Beschwerde enthält mithin keine hinreichende Begründung (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG), und es ist darauf mit Entscheid des Einzelrichters im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.3 Ergänzend bleibt festzuhalten, dass der Beschwerde auch im Eintretensfall kein Erfolg beschieden wäre; es ist namentlich im Lichte von E. 4.2 des angefochtenen Urteils nicht ersichtlich, inwiefern das Verwaltungsgericht gegen dem Beschwerdeführer zustehende verfassungsmässige Rechte verstossen haben könnte.

2.4 Die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) sind entsprechend dem Verfahrensausgang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 erster Satz BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 28. Juni 2011
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zünd Feller

Schlagwörter

tax remissionconstitutional complaintinadmissibilityreasoned appealscope of proceedingscourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint could extend to tax remission for 2008 and 2009 although the challenged judgment concerned only 2007

Extrahierter Entscheid

The request exceeded the subject matter of the proceedings and could not be entered into.

Extrahierte Begründung

The challenged judgment concerned only 2007 taxes; claims concerning later years were outside the process object.

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint was sufficiently reasoned to challenge the refusal of tax remission for 2007

Extrahierter Entscheid

The complaint lacked any properly raised constitutional argument and was therefore inadmissible.

Extrahierte Begründung

In matters of remission, ordinary public-law appeal is excluded; only constitutional complaint is available, and constitutional rights must be specifically invoked and substantiated. No such rights were named.

Kernrechtsfrage

Whether the court costs should be imposed on the complainant

Extrahierter Entscheid

Court costs were imposed on the complainant according to the outcome.

Extrahierte Begründung

Costs follow the result of the proceedings.

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