Constitutional complaint inadmissible in tax debt relief case

2D_29/2010Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung08.06.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court did not enter into the taxpayer's constitutional complaint against a cantonal remittal decision concerning direct federal tax 2001 debt relief. It held that an ordinary public-law appeal was excluded, that the complaint did not invoke any constitutional right, and that the appellant lacked a legally protected interest in setting aside a decision that only sent the case back to the tax office. The court also found the complaint manifestly inadmissible and waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 83 lit. m, Art. 113 ff., Art. 115 lit. b, Art. 116, Art. 93 and Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG; admissibility of a constitutional complaint against a remittal decision in tax debt relief proceedings. A constitutional complaint requires the invocation of a constitutionally protected right and a present legally protected interest in the annulment or amendment of the contested decision. Where the cantonal decision merely remits the matter for a new determination, the appellant must additionally satisfy the requirements governing the appealability of interlocutory decisions; absent such interest and allegations, the Federal Supreme Court does not enter into the complaint in simplified proceedings. Costs may be waived under Art. 66 Abs. 1 BGG where the circumstances so justify.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2D_29/2010

Urteil vom 8. Juni 2010
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Steueramt des Kantons Zürich, Dienstabteilung Direkte Bundessteuer, Postfach, 8090 Zürich.

Gegenstand
Direkte Bundessteuer 2001, Erlass.

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 2. Kammer, vom 17. März 2010.

Nach Einsicht
in den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 17. März 2010, welches eine Beschwerde von X.________ betreffend Erlass der direkten Bundessteuer 2001 teilweise guthiess, soweit darauf einzutreten war, und die Sache zur weiteren Untersuchung und zur Ausfällung eines neuen Erlassentscheids im Sinne der Erwägungen an das kantonale Steueramt zurückwies,

in die vom 30. April 2010 datierte Eingabe von X.________, die am 31. Mai 2010 zuhanden des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich zur Post gegeben worden war, welches die Eingabe am 3. Juni 2010 ans Bundesgericht weitergeleitet hat,

in Erwägung,
dass der angefochtene Entscheid den Erlass von Abgaben betrifft, sodass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzulässig ist (Art. 83 lit. m BGG) und - höchstens - die subsidiäre Verfassungsbeschwerde als Bundesrechtsmittel zur Verfügung steht (Art. 113 ff. BGG),
dass mit der Verfassungsbeschwerde nur die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden kann (Art. 116 BGG) und zu diesem Rechtsmittel nur berechtigt ist, wer ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids hat (Art. 115 lit. b BGG),
dass die Beschwerdeführerin kein verfassungsmässiges Recht nennt, das durch den Entscheid des Verwaltungsgerichts verletzt worden sein könnte, wobei ohnehin nicht ersichtlich ist, welches Interesse sie an der Aufhebung oder Änderung dieses Entscheids haben könnte, nachdem das Verwaltungsgericht das kantonale Steueramt angewiesen hat, über das Erlassbegehren neu zu befinden (s. zudem Art. 93 BGG betreffend die vorliegend nicht erfüllten Voraussetzungen für die Anfechtung von Zwischenentscheiden),
dass die vorliegende Beschwerde sich gleich in verschiedener Hinsicht als offensichtlich unzulässig erweist (Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG), sodass offen bleiben kann, ob die Beschwerde fristgerecht erhoben worden ist,
dass auf die Beschwerde im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten ist,
dass die Umstände es vorliegend rechtfertigen, auf die Erhebung von Kosten für das bundesgerichtliche Verfahren zu verzichten (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG),

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 2. Kammer, und der Eidgenössischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 8. Juni 2010
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zünd Feller

Schlagwörter

tax debt reliefconstitutional complaintadmissibilitylegal interestinterlocutory decisionnon-entrycourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint against the cantonal remittal decision was admissible

Extrahierter Entscheid

The complaint was inadmissible because no violated constitutional right was invoked and no legally protected interest in overturning the remittal decision was shown.

Extrahierte Begründung

A public-law appeal was excluded for tax debt relief matters; only a constitutional complaint could be considered. The appellant failed to allege a constitutional right and lacked a protected interest, especially since the lower court had merely remitted the matter for a new decision. The requirements for challenging an interlocutory decision were also not met.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged in the federal proceedings

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed.

Extrahierte Begründung

The circumstances justified waiving costs under the Federal Supreme Court Act.

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