Inadmissibility of constitutional complaint over tax remission

2D_23/2013Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung28.05.2013Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant challenged a cantonal judgment confirming a non-entry decision on his request for remission of 2008 cantonal and municipal taxes. The Federal Supreme Court held that the ordinary public-law appeal was excluded in tax-remission matters and that the filing could only be treated as a subsidiary constitutional complaint. The complaint contained no specific constitutional reasoning; the references to arbitrariness and possible bias were insufficient. In addition, the appellant lacked standing to complain about the denial of remission because Aargau law grants no legal entitlement to such remission. The court therefore did not enter into the matter and imposed CHF 200 in court costs on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 83 lit. m BGG, Art. 113 ff. BGG, Art. 115 lit. b BGG, Art. 116 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG; tax remission and subsidiary constitutional complaint: Decisions on remission of cantonal and communal taxes are excluded from the public-law appeal and may only be challenged, if at all, by subsidiary constitutional complaint. Such complaints require specific invocation and substantiation of constitutional rights. A merely abstract allegation of arbitrariness or bias does not satisfy the reasoning requirement. Moreover, where cantonal law does not confer a subjective right to remission, the complainant lacks standing to raise arbitrariness against the refusal of remission (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2D_23/2013

Urteil vom 28. Mai 2013
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Herr Peter Schultheiss-Stählin,

gegen

Gemeinde Aarburg, Gemeinderat und Finanzverwaltung, 4663 Aarburg,

Steueramt des Kantons Aargau,
Rechtsdienst, Telli-Hochhaus, 5004 Aarau,

Gegenstand
Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern 2013,

Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des Spezialverwaltungsgerichts des Kantons Aargau, Einzelrichter, vom 2. Mai 2013.

Erwägungen:

1.
X.________ ersuchte die Gemeinde Aarburg um Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern 2008. Diese forderte ihn am 29. November 2012 im Sinne einer letzten Mahnung zum wiederholten Male auf, verschiedene für die Beurteilung des Erlassgesuchs benötigte Unterlagen und Angaben bis spätestens 7. Januar 2013 einzureichen, unter Hinweis darauf, dass bei Nichteinreichen der Unterlagen auf das Erlassgesuch nicht eingetreten werden könne. Mit Beschluss vom 28. Januar 2013 trat der Gemeinderat Aarburg auf das Gesuch um Erlass der Steuern 2008 nicht ein. Das Spezialverwaltungsgericht des Kantons Aargau wies den gegen diesen Gemeinderats-Beschluss erhobenen Rekurs mit Einzelrichter-Urteil vom 2. Mai 2013 ab.
Am 24. Mai 2013 ist X.________ mit Beschwerde gegen das Urteil des Spezialverwaltungsgerichts an das Bundesgericht gelangt. Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden.

2.
Angefochten ist ein Urteil, womit ein Nichteintretensentscheid geschützt wird, der den Erlass von Abgaben betrifft. Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen derartige Entscheide ist unzulässig (Art. 83 lit. m BGG); das Rechtsmittel kann höchstens als subsidiäre Verfassungsbeschwerde entgegengenommen werden (Art. 113 BGG). Mit der Verfassungsbeschwerde kann bloss die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 116 BGG); entsprechende Rügen bedürfen spezifischer Geltendmachung und Begründung (Art. 106 Abs. 2 BGG). Der Beschwerdeführer spricht als verfassungsmässiges Recht das Willkürverbot gemäss Art. 9 BV an; inwiefern dieses verletzt sein soll, lässt sich der entsprechenden Textstelle in der Beschwerdeschrift ("Eine Verweigerung ist hier nicht belegt und somit als willkürlich anzusehen") nicht entnehmen. Ohnehin bezieht sich der Willkür-Vorwurf offenbar auf die Verweigerung des Steuererlasses selber; da das aargauische Recht keinen Rechtsanspruch auf Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern einräumt (vgl. Urteil 2D_46/2010 vom 14. September 2010 E. 2.2 mit Hinweisen), fehlte dem Beschwerdeführer aber die Legitimation zur Willkürrüge (Art. 115 lit. b BGG; vgl. BGE 133 I 185 E. 6 S. 197 ff.). Der beschwerdeführerische Hinweis, "eine gewisse Befangenheit ist nicht auszuschliessen", lässt sich nicht als taugliche Rüge der Verletzung eines verfassungsmässigen Rechts (etwa von Art. 30 Abs. 1 BV) verstehen.
Die Beschwerde enthält offensichtlich keine hinreichende Begründung (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG), sodass darauf mit Entscheid des Einzelrichters im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten ist.
Die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) sind entsprechend dem Verfahrensausgang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 erster Satz BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 200.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Spezialverwaltungsgericht des Kantons Aargau, Einzelrichter, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 28. Mai 2013
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Zünd

Der Gerichtsschreiber: Feller

Schlagwörter

tax remissionconstitutional complaintinadmissibilityreasoned complaintstandingarbitrarinesscourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the cantonal judgment was admissible before the Federal Supreme Court.

Extrahierter Entscheid

The ordinary public-law appeal was unavailable; at most a subsidiary constitutional complaint could be considered.

Extrahierte Begründung

Decisions concerning tax remission fall under Art. 83 lit. m BGG, excluding the public-law appeal.

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint was sufficiently reasoned and could be entertained.

Extrahierter Entscheid

The complaint lacked specific constitutional substantiation and therefore could not be examined.

Extrahierte Begründung

Only constitutional rights may be raised in a subsidiary constitutional complaint, and such grievances must be specifically pleaded and reasoned; the references to arbitrariness and bias were too vague.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant had standing to raise an arbitrariness complaint regarding the refusal of tax remission.

Extrahierter Entscheid

He lacked standing to complain of arbitrariness because canton Aargau law grants no enforceable right to tax remission.

Extrahierte Begründung

Without a substantive right to remission, the appellant was not legally protected within the meaning of Art. 115 lit. b BGG.

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