Non-entry in tax debt remission appeal; subsidiary constitutional complaint only

2D_133/2008Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung01.12.2008Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The claimant challenged the refusal to grant remission of late-payment interest on 2004 cantonal and communal taxes. The Federal Supreme Court held that an ordinary public-law complaint was excluded in remission cases and that only a subsidiary constitutional complaint was available. Because the claimant did not identify any constitutional right or explain its violation, the submission was manifestly inadmissible. The Court therefore refused entry in simplified proceedings and ordered court costs of CHF 300 against the claimant.

Omnilex-Regeste

Art. 83 lit. m BGG; Art. 113 ff. BGG; subsidiäre Verfassungsbeschwerde against a decision on remission of taxes. Against a cantonal final decision on tax remission, the ordinary complaint in public-law matters is excluded; admissible is only the subsidiary constitutional complaint. Such a remedy requires specific invocation and substantiation of constitutional rights under Art. 116 BGG in conjunction with Art. 42 Abs. 2 and Art. 106 Abs. 2 BGG. If the pleading fails to designate any constitutional right and does not set out an arguable violation, the complaint is manifestly inadmissible and non-entry may be ordered in simplified proceedings under Art. 108 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2D_133/2008

Urteil vom 1. Dezember 2008
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Gemeinderat Spreitenbach, Gemeindeverwaltung, Poststrasse 13, 8957 Spreitenbach,
Steueramt des Kantons Aargau, Rechtsdienst, Telli-Hochhaus, 5004 Aarau.

Gegenstand
Erlass der Verzugszinsen der Kantons- und Gemeindesteuern 2004,

Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des Steuerrekursgerichts des Kantons Aargau vom 3. November 2008.

Erwägungen:

1.
Der Gemeinderat Spreitenbach trat mit Entscheid vom 23. Juni 2008 auf ein Gesuch von X.________ um Erlass der Verzugszinsen auf der Jahressteuer 2004 im Betrag von Fr. 1'020.20 nicht ein, weil die zur Beurteilung des Erlassgesuchs erforderlichen Unterlagen trotz mehrfacher Mahnung nicht eingereicht worden seien. Auf den gegen diesen Entscheid erhobenen Rekurs trat das Steuerrekursgericht des Kantons Aargau mit Urteil vom 3. November 2008 nicht ein.

Mit ans Bundesgericht adressiertem Schreiben vom 25. November (Postaufgabe 27. November) 2008 erklärt X.________, gegen den negativen Rekursentscheid Einsprache erheben zu wollen.

Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden.

2.
Ausgangspunkt der Beschwerde bildet ein Entscheid über den Erlass von Abgaben, weshalb die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzulässig ist (Art. 83 lit. m BGG). Zur Anfechtung des kantonal letztinstanzlichen Urteils des Steuerrekursgerichts (vgl. Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG und § 231 Abs. 4 des Aargauer Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 bzw. Art. 86 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 130 Abs. 3 BGG) steht allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG zur Verfügung. Mit diesem Rechtsmittel kann bloss die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 116 BGG), wobei in der Beschwerdeschrift darzulegen ist, welches verfassungsmässige Recht und inwiefern es durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sei (Art. 42 Abs. 2 und 106 Abs. 2 BGG).

Der Beschwerdeführer nennt kein verfassungsmässiges Recht, und seinen Ausführungen lässt sich auch nicht sinngemäss entnehmen, welches verfassungsmässige Recht er anrufen wollte. Damit aber erweist sich seine Beschwerde mangels zulässiger Rüge als offensichtlich unzulässig. Ergänzend kann festgehalten werden, dass ohnehin nicht ersichtlich ist, inwiefern die Erwägungen der Vorinstanz über die Mitwirkungspflichten des Beschwerdeführers und die Notwendigkeit, im Erlassverfahren Unterlagen über die aktuellen Verhältnisse vorzulegen, auf verfassungswidriger Anwendung des kantonalen Rechts beruhen könnten.
Auf die Beschwerde ist im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten. Dementsprechend sind die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Gemeinderat Spreitenbach sowie dem Steueramt und dem Steuerrekursgericht des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 1. Dezember 2008
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Merkli Feller

Schlagwörter

tax remissionlate-payment interestconstitutional complaintadmissibilitynon-entrycourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal complaint was admissible against a decision on remission of tax late-payment interest

Extrahierter Entscheid

A complaint in public law matters was inadmissible; only a subsidiary constitutional complaint could be brought.

Extrahierte Begründung

The case concerned remission of taxes, falling under the statutory exclusion from the ordinary public-law complaint.

Kernrechtsfrage

Whether the filing met the requirements for a subsidiary constitutional complaint

Extrahierter Entscheid

The complaint was manifestly inadmissible because no constitutional right was identified or substantiated.

Extrahierte Begründung

The applicant did not name any constitutional right or explain how the challenged judgment violated one, as required for this remedy.

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