Non-entry for inadequate complaint and late appeal in state liability case

2C_810/2011Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung06.10.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X. challenged a Zürich state liability matter after the Bezirksgericht had declined to enter and the Obergericht had rejected a later appeal as late. He then filed a federal complaint alleging denial of justice and referring to prior cantonal decisions. The Federal Supreme Court held that the filing lacked any proper reasoning against the Obergericht’s 28 June 2011 ruling, so the complaint was inadmissible. Direct review of the earlier cantonal acts was also unavailable. Legal aid was denied because the appeal was hopeless, and CHF 800 in court costs were charged to the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 86 BGG, Art. 108 BGG; ungenügende Beschwerdebegründung and lack of direct federal review of lower-instance acts lead to non-entry. A complaint must, in a legally sufficient manner, specify how the challenged decision infringes law; absent such reasoning, the Federal Supreme Court does not examine the merits. Allegations of denial of justice cannot circumvent the admissibility defects of the underlying proceeding. Decisions and acts of lower authorities are not directly challengeable before the Federal Supreme Court unless the statutory prerequisites for appeal against an eligible cantonal decision are met. Where the remedy is hopeless, free legal aid must be refused (Art. 64 BGG), and court costs are imposed on the unsuccessful party (Art. 65, 66 BGG).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2C_810/2011

Urteil vom 6. Oktober 2011
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Kanton Zürich, vertreten durch den Regierungsrat.

Gegenstand
Staatshaftung,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, vom 28. Juni 2011.

Erwägungen:
Das Bezirksgericht Zürich trat am 20. Januar 2011 auf eine Staatshaftungsklage von X.________ nicht ein. Dessen Eingaben hierzu ans Obergericht des Kantons Zürich vom 7., 17. und 24. Februar 2011 wurden jeweilen mit der Begründung retourniert, dass diese keine Verfahren zu eröffnen oder weiterzuführen vermöchten. Eine diesbezügliche Beschwerde wies das Bundesgericht mit Urteil 2C_325/ 2011 vom 10. Juni 2011 ab, soweit es darauf eintrat, wobei es erkannte, dass die beschriebene Vorgehensweise des Obergerichts rechtmässig war.

Am 18. April 2011 ging beim Obergericht des Kantons Zürich eine vom 13. April 2011 datierte Berufungsschrift von X.________ ein. Dieses trat mit Beschluss vom 28. Juni 2011 auf die Berufung gegen den bezirksgerichtlichen Nichteintretens-Beschluss vom 20. Januar 2011 wegen Verspätung nicht ein, weil mit den drei untauglichen Eingaben vom Februar 2011 die Berufungsfrist nicht gewahrt worden sei.

X.________ reichte am 21. September 2011 beim Bundesgericht eine Rechtsverzögerungs-/Rechtsverweigerungsbeschwerde ein, womit er namentlich Bezug auf die erwähnten Beschlüsse des Obergerichts und des Bezirksgerichts sowie auf zwei Verfügungen der Finanzdirektion des Kantons Zürich vom 16. Juni 2010 und vom 25. Juni 2009 nahm. Der Eingabe lässt sich nicht entnehmen, inwiefern der Beschluss des Obergerichts vom 28. Juni 2011 Recht verletzen soll; diesbezüglich mangelt es an einer formgültigen Beschwerdebegründung (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG). Damit aber ist auch dem Rechtsverzögerungs-/ Rechtsverweigerungsvorwurf hinsichtlich des Staatshaftungsverfahrens jegliche Grundlage entzogen. Unmittelbar gegen Entscheidungen oder Handlungen der Vorinstanzen des Obergerichts sodann kann schon angesichts von Art. 86 BGG nicht ans Bundesgericht gelangt werden. Auf die Beschwerde ist mit Entscheid des Einzelrichters im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten.

Da dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit des Rechtsmittels nicht entsprochen werden kann (vgl. Art. 64 BGG), sind die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 erster Satz BGG).

Es bleibt vorbehalten, weitere Eingaben ähnlicher Art in dieser Staatshaftungssache unbeantwortet abzulegen.

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Obergericht des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 6. Oktober 2011

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Zünd

Der Gerichtsschreiber: Feller

Schlagwörter

state liabilitynon-entrylate appealinadmissibilitylegal aidcourt costsdenial of justice

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal complaint was sufficiently reasoned against the cantonal appellate ruling of 28 June 2011.

Extrahierter Entscheid

No. The submission did not explain how the ruling violated federal law and therefore lacked a valid complaint reasoning under Art. 42(2) BGG.

Extrahierte Begründung

The filing contained no proper challenge to the appellate court's finding of lateness; without a compliant reasoning, the federal court could not review the matter.

Kernrechtsfrage

Whether the alleged denial of justice in the state liability proceedings could be examined.

Extrahierter Entscheid

No. Once the complaint against the cantonal appellate decision was inadmissible, the denial-of-justice allegation regarding the same proceedings had no basis.

Extrahierte Begründung

The supposed delay or refusal to act depended on the challenged cantonal procedure, but the federal complaint did not meet admissibility requirements.

Kernrechtsfrage

Whether direct complaints against decisions or acts of lower-instance authorities could be brought to the Federal Supreme Court.

Extrahierter Entscheid

No. Direct recourse was excluded because Art. 86 BGG was not satisfied.

Extrahierte Begründung

The contested earlier decisions and acts were not immediately reviewable by the Federal Supreme Court in this posture.

Kernrechtsfrage

Whether legal aid should be granted.

Extrahierter Entscheid

No, because the appeal was hopeless.

Extrahierte Begründung

The request failed due to the lack of prospects of success.

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