Non-entry for late filing and insufficient reasoning

2C_801/2011Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung06.10.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X.________ challenged a cantonal immigration-related order before the Federal Supreme Court after being required to submit further documents and pay a cost advance. He filed an incomplete complaint late and did not justify the delay. The Federal Supreme Court held that the complaint had to be rejected as inadmissible both for untimely submission of the missing lower-court decision and for lack of sufficient reasoning. The court exceptionally waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2, 3 und 5 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; non-entry for untimely completion of the appeal and insufficient reasoning. A party must submit the necessary annexes within the time limit fixed by the court; if the missing document is filed late without excuse, the appeal is not considered. Independently, the appeal must address the decisive reasoning of the contested decision in a substantiated manner; a mere repetition of grievances or omission of engagement with the lower court’s grounds does not satisfy the duty to state reasons and likewise leads to non-entry in summary proceedings (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2C_801/2011

Urteil vom 6. Oktober 2011
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Migrationsamt des Kantons Thurgau,
Departement für Justiz und Sicherheit des Kantons Thurgau.

Gegenstand
Einreichung verlangter Unterlagen/Nichtbezahlung Kostenvorschuss,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 31. August 2011.

Erwägungen:
X.________ wurde vom Migrationsamt des Kantons Thurgau aufgefordert, beim Einwohneramt seiner Wohngemeinde vorzusprechen und heimatliche Reisepässe für sich und seine Familie einzureichen. Dagegen gelangte er mit Rekurs an das Departement für Justiz und Sicherheit des Kantons Thurgau, welches ihn zur Leistung eines Kostenvorschusses aufforderte, wogegen er sich am 21. Juli 2011 beim Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau beschwerte. Dieses wies die Beschwerde am 31. August 2011 ab.

Am 14. September 2011 traf beim Bundesgericht ein mit "Ernüchterungsgesuch" betiteltes, vom 5. September 2011 datiertes Schreiben von X.________ ein, das auch an verschiedene andere Amtsstellen adressiert war. Da der Sendung das Titelblatt des erwähnten verwaltungsgerichtlichen Entscheids vom 31. August 2011 beigelegt war, wurde die Eingabe als Beschwerde gegen diesen Entscheid betrachtet. Am 14. September 2011 wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, spätestens bis am 26. September 2011 den vollständigen vorinstanzlichen Entscheid einzureichen, ansonsten die Rechtsschrift unbeachtet bleibe. Der Beschwerdeführer kam der Auflage erst am 29. September 2011, nach Ablauf der Frist, nach. Da keine Gründe für die verspätete Einreichung genannt werden, ist auf die Beschwerde schon gestützt auf Art. 42 Abs. 5 in Verbindung mit Abs. 3 BGG nicht einzutreten. Sodann enthält die Beschwerdeschrift keine den gesetzlichen Anforderungen genügende Begründung (Art. 42 Abs. 2 BGG), lässt diese doch jegliche Auseinandersetzung mit den Erwägungen des Verwaltungsgerichts zur Kostenvorschusspflicht im Rekursverfahren vor seiner Vorinstanz vermissen, womit ein weiterer selbstständiger Nichteintretensgrund vorliegt (vgl. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG).

Auf die Beschwerde ist mit Entscheid des Einzelrichters im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

Auf die Erhebung von Kosten kann ausnahmsweise verzichtet werden (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau und dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 6. Oktober 2011

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Zünd

Der Gerichtsschreiber: Feller

Schlagwörter

non-entryreasoned appeallate filingcost advanceimmigration procedurecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal had to be declined because the complete lower-court decision was filed after the deadline without justification.

Extrahierter Entscheid

Yes. The appellant submitted the missing decision only after the time limit and gave no reasons for the delay.

Extrahierte Begründung

Under Art. 42(5) in conjunction with Art. 42(3) BGG, failure to submit the required document in time, absent reasons for late filing, leads to non-entry.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal met the legal reasoning requirements.

Extrahierter Entscheid

No. The appeal did not engage with the reasoning of the cantonal court on the duty to pay a cost advance.

Extrahierte Begründung

Because the submission failed to address the decisive considerations of the lower court, it did not satisfy Art. 42(2) BGG and separately justified non-entry under Art. 108(1)(b) BGG.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged.

Extrahierter Entscheid

No costs were charged exceptionally.

Extrahierte Begründung

The court dispensed with costs under Art. 66(1) second sentence BGG.

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