Inadmissible federal appeal against Zurich immigration decision

2C_615/2012Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung26.06.2012Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Office for Migration challenged directly before the Federal Supreme Court a Zurich Security Directorate decision that had upheld an appeal against revocation of a settlement permit and removal. The Court held the federal appeal inadmissible because, in Zurich immigration matters, the Security Directorate's decision must first be appealed to the Administrative Court. The filing was therefore not entered upon in the simplified procedure, the case was transferred to the Zurich Administrative Court, and no court costs were imposed.

Omnilex-Regeste

Art. 86 BGG; Art. 111 Abs. 2 BGG; § 41 VRG/ZH: In immigration matters, a decision of the cantonal security directorate is not directly appealable to the Federal Supreme Court where cantonal law provides for an intermediate appeal to the cantonal administrative court. The cantons must designate an upper cantonal court as immediate instance; a party entitled to appeal to the Federal Supreme Court must also be entitled to challenge the lower administrative decision before that court. A misdirected filing is to be transferred to the competent authority under Art. 30 Abs. 2 BGG; in simplified procedure, manifestly inadmissible appeals are not entered upon under Art. 108 BGG. Court costs may be waived under Art. 66 Abs. 4 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2C_615/2012

Urteil vom 26. Juni 2012
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Karlen, präsidierendes Mitglied,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
Bundesamt für Migration,
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Beschwerdeführer,

gegen

X.________,
Beschwerdegegner,

Migrationsamt des Kantons Zürich,
Berninastrasse 45, 8090 Zürich.

Gegenstand
Niederlassungsbewilligung (Widerruf), Wegweisung,

Beschwerde gegen den Entscheid der Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich vom 15. Mai 2012.

Erwägungen:

1.
Mit Verfügung vom 18. November 2011 widerrief das Migrationsamt des Kantons Zürich die Niederlassungsbewilligung von X.________, 1966 geborener Staatsangehöriger der Republik Kongo; zugleich ordnete es seine Wegweisung an. Den gegen diese Verfügung erhobenen Rekurs hiess die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich am 15. Mai 2012 gut. Am 25. Juni 2012 reichte das Bundesamt für Migration beim Bundesgericht eine als Verwaltungsgerichtsbeschwerde bezeichnete Rechtsschrift ein, womit die Aufhebung des Entscheids der Sicherheitsdirektion beantragt wird.

2.
Gemäss Art. 86 BGG ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zulässig gegen Entscheide letzter kantonaler Instanzen (Abs. 1 lit. d); die Kantone haben hierzu als unmittelbare Vorinstanzen des Bundesgerichts obere kantonale Gerichte einzusetzen (Abs. 2). Gegen Entscheide der Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich im Bereich des Ausländerrechts steht gemäss § 41 Abs. 1 und 2 des kantonalen Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) mangels abweichender gesetzlicher Regelung die Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich offen. Der Rekursentscheid der Sicherheitsdirektion muss zunächst beim Verwaltungsgericht angefochten werden, und nur gegen dessen Urteil steht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht offen. Soweit das Bundesamt für Migration zur Erhebung dieses bundesrechtlichen Rechtsmittels gegen einen Beschwerdeentscheid des Verwaltungsgerichts berechtigt wäre, ist es auch befugt, den Entscheid der Sicherheitsdirektion mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht anzufechten (Art. 111 Abs. 2 BGG).

Vorliegend ist die Beschwerde ans Bundesgericht offensichtlich unzulässig, und auf die Rechtsschrift vom 25. Juni 2012 ist in Anwendung von Art. 30 Abs. 1 BGG mit Entscheid des Einzelrichters im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten. Zugleich ist die Sache in Anwendung von Art. 30 Abs. 2 BGG zuständigkeitshalber an das Verwaltungsgericht zu überweisen. Aus den Darlegungen unter Ziff. I der Beschwerdeschrift (S. 2 und 3) muss im Übrigen angenommen werden, dass das Bundesamt ohnehin mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht gelangen wollte.

Es sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 66 Abs. 4 BGG).
Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Sache wird an das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich überwiesen.

3.
Es werden keine Kosten erhoben.

4.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 26. Juni 2012
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Karlen

Der Gerichtsschreiber: Feller

Schlagwörter

immigrationsettlement permitremoval orderinadmissibilitycompetencetransfercourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether a direct appeal to the Federal Supreme Court was admissible against the decision of the Zurich Security Directorate in an immigration case.

Extrahierter Entscheid

No. The decision of the Security Directorate had first to be challenged before the Zurich Administrative Court; only that court's judgment could then be appealed to the Federal Supreme Court.

Extrahierte Begründung

Under Art. 86 BGG, appeals to the Federal Supreme Court lie against final cantonal decisions, and the cantons must designate an upper cantonal court as the immediate instance. In Zurich, § 41 VRG makes the Administrative Court the proper appeal instance against decisions of the Security Directorate in immigration matters. The Federal Office was therefore required to seize the Administrative Court first.

Kernrechtsfrage

Whether the case should be transferred to the Zurich Administrative Court.

Extrahierter Entscheid

Yes. The matter had to be forwarded to the competent cantonal court.

Extrahierte Begründung

Because the filing was obviously directed against the Security Directorate decision and was brought before the wrong court, the Federal Supreme Court ordered transmission to the competent Administrative Court under the BGG provisions on transfer.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged.

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed.

Extrahierte Begründung

The Court applied Art. 66(4) BGG and waived costs.

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