Detention for removal upheld due to flight risk

2C_593/2008Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung22.08.2008Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X., detained for removal by the Biel city police and confirmed by the Bern-Mittelland detention court, sought release before the Federal Supreme Court. The court held in simplified proceedings that the detention was lawful because the appellant had entered illegally, used a forged passport, and had given false information, creating a concrete risk of absconding. His references to persecution in Lebanon and a possible asylum request were irrelevant to the detention review. The complaint was dismissed, and no court costs were imposed.

Omnilex-Regeste

Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4, Art. 76 Abs. 4 and Art. 80 Abs. 6 lit. a AuG; detention for removal on account of flight risk and scope of review in detention proceedings. Concrete indications of absconding may arise from illegal entry, use of forged travel documents and false statements concerning identity or origin. The reviewing court need only examine whether the statutory detention requirements are met; it does not assess the merits of any asylum or persecution claim. If an asylum application is filed, the authorities must process it expeditiously; only if prompt completion is impossible must they reassess whether detention should be ended or replaced by another measure. Cost waiver may be granted under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2C_593/2008

Urteil vom 22. August 2008
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Hungerbühler, Donzallaz,
Gerichtsschreiber Hugi Yar.

Parteien
X.________, z.Zt. Regionalgefängnis Bern,
Beschwerdeführer,

gegen

Fremdenpolizei der Stadt Biel, Neuengasse 28, 2502 Biel.

Gegenstand
Ausschaffungshaft,

Beschwerde gegen den Entscheid des Haftgerichts III Bern-Mittelland, Haftrichter 5, vom 8. August 2008.

Erwägungen:

1.
X.________ (geb. 1983) stammt nach eigenen Angaben aus dem Libanon. Die Fremdenpolizei der Stadt Biel nahm ihn am 6. August 2008 in Ausschaffungshaft, welche der Haftrichter 5 am Haftgericht III Bern-Mittelland am 8. August 2008 prüfte und bis zum 5. November 2008 bestätigte. X.________ beantragt vor Bundesgericht, er sei aus der Haft zu entlassen.

2.
Seine Eingabe erweist sich gestützt auf die eingeholten Unterlagen als offensichtlich unbegründet und kann ohne Weiterungen im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 BGG erledigt werden; es erübrigt sich zu prüfen, ob die Beschwerde den Begründungsanforderungen von Art. 42 BGG genügt (vgl. zur Publikation bestimmtes Urteil 1C_380/2007 vom 19. Mai 2008, E. 2):

2.1 Der Beschwerdeführer ist durch die Berner Behörden formlos weggewiesen worden, nachdem er illegal von Österreich her in die Schweiz eingereist war, wobei er einen gefälschten venezolanischen Pass verwendet hatte, den er in Dubai gekauft haben will; zudem machte er bei seiner Einvernahme den schweizerischen Behörden gegenüber falsche Angaben zu seiner Herkunft. Gestützt hierauf besteht bei ihm "Untertauchensgefahr" im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AuG [SR 142.20]; BGE 130 II 56 E. 3.1 S. 58 f. mit Hinweisen); es kann nicht davon ausgegangen werden, dass er sich ohne Haft freiwillig für den Vollzug seiner Wegweisung zur Verfügung halten wird. Da auch alle übrigen Haftvoraussetzungen erfüllt sind - insbesondere nicht gesagt werden kann, dass seine Ausschaffung nicht absehbar ist (Art. 80 Abs. 6 lit. a AuG) oder sich die Behörden nicht mit dem nötigen Nachdruck hierum bemühen (Art. 76 Abs. 4 AuG) -, verletzt der angefochtene Entscheid kein Bundesrecht.

2.2 Was der Beschwerdeführer gegen diesen einwendet, überzeugt nicht: Soweit er geltend macht, im Libanon verfolgt zu werden, verkennt er, dass diese Frage nicht Gegenstand des Haftprüfungsverfahrens bildet (vgl. BGE 128 II 193 E. 2.2 S. 197 ff.; 125 II 217 E. 2 S. 220). Das von ihm in Aussicht gestellte Asylverfahren lässt den erstinstanzlichen Wegweisungsentscheid nicht dahin fallen. Falls er einen Asylantrag stellen sollte, wird das entsprechende Verfahren beschleunigt zu erledigen sein (vgl. Art. 75 Abs. 2 AuG). Nur wenn dies nicht möglich sein sollte, müssten die Behörden prüfen, ob die Ausschaffungshaft zu beenden oder durch eine Vorbereitungshaft zu ersetzen ist (vgl. BGE 125 II 377 E. 2).

3.
Aufgrund der Umstände rechtfertigt es sich, keine Gerichtskosten zu erheben (vgl. Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG). Die Fremdenpolizei der Stadt Biel wird ersucht, dafür besorgt zu sein, dass das vorliegende Urteil dem Beschwerdeführer korrekt eröffnet und nötigenfalls verständlich gemacht wird.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Haftgericht III Bern-Mittelland, Haftrichter 5, und dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 22. August 2008
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Merkli Hugi Yar

Schlagwörter

removal detentionflight riskasylumforged passportillegal entrycost waiver

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether removal detention was lawful in view of flight risk and other detention requirements.

Extrahierter Entscheid

Yes. The appellant showed a concrete risk of absconding, and the other statutory requirements for detention were also met.

Extrahierte Begründung

Illegal entry, use of a forged passport, false statements about origin, and prior irregular conduct justified a finding of flight risk. The removal was not shown to be unforeseeable, and the authorities were acting with sufficient diligence.

Kernrechtsfrage

Whether alleged persecution in Lebanon or a possible asylum request affected the detention review.

Extrahierter Entscheid

No. Such arguments were outside the scope of the detention review and did not invalidate the removal order.

Extrahierte Begründung

The court held that the detention procedure does not examine the merits of a protection claim; if an asylum request were filed, it would have to be handled expeditiously, and only then could the authorities reassess detention.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged.

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed because of the circumstances.

Extrahierte Begründung

The court exercised its discretion under the procedural rules and waived costs.

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