Appeal on detention declared moot after removal

2C_533/2014Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung23.06.2014Not Examined

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The applicant challenged the cantonal confirmation of his removal detention, but he was removed to Nigeria during the federal proceedings. The Federal Supreme Court held that the detention review became moot because the protected interest in reviewing the detention had lapsed and no exception to the requirement of current practical interest applied. The case was therefore removed from the docket, and no court costs were charged.

Omnilex-Regeste

Art. 89 Abs. 1 BGG; current practical interest in appeals against detention decisions; once the deprivation of liberty has ended, the appeal is as a rule moot and the case is to be struck off unless an exception applies. The exception presupposes issues capable of repetition under comparable circumstances, insufficient opportunity for timely review, and a public interest in clarification or a tenable allegation of a violation of Art. 5 EMRK (consid. 2.1). Review in detention proceedings is limited to the lawfulness of the detention itself, excluding asylum, removal, or residence issues; no costs are charged where the proceedings are declared moot under Art. 66 Abs. 1 BGG (consid. 2.2–3).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}

2C_533/2014

Verfügung vom 23. Juni 2014

II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Gerichtsschreiber Hugi Yar.

Verfahrensbeteiligte
A.________, Beschwerdeführer,
vertreten durch Gaetano Sebastiano Longo,

gegen

Migrationsamt des Kantons Zürich,
Berninastrasse 45, 8090 Zürich,

Bezirksgericht Zürich, Haftrichteramt, Wengistrasse 28, 8004 Zürich.

Gegenstand
Bestätigung Ausschaffungshaft,

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 1. Abteilung, Einzelrichterin,
vom 12. Mai 2014.

Erwägungen:

1.

A.________ (geb. 1992) kam 2010 im Rahmen eines erfolglos verlaufenen Asylverfahrens in die Schweiz (falsche Herkunftsangabe). Er hielt sich in der Folge illegal im Land auf und wurde deswegen mehrmals bestraft. Seine nigerianische Staatsangehörigkeit ist inzwischen anerkannt. Nach Abschluss des Strafvollzugs nahm das Migrationsamt des Kantons Zürich A.________ in Ausschaffungshaft, welche das Zwangsmassnahmengericht am 19. März 2014 prüfte und bis zum 15. Juni 2014 bestätigte. Die Einzelrichterin am Verwaltungsgericht des Kantons Zürich wies die hiergegen gerichtete Beschwerde von A.________ am 12. Mai 2014 ab. Dieser beantragte mit Eingabe vom 30. Mai 2014 (Eingang: 2. Juni 2014) vor Bundesgericht, den entsprechenden Entscheid aufzuheben. A.________ ist am 5. Juni 2014 in seine Heimat verbracht worden.

2.

2.1. Nach Art. 89 Abs. 1 BGG ist zur Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nur legitimiert, wer ein schutzwürdiges Interesse an der Beurteilung seiner Eingabe hat (lit. c). Dieses muss nicht nur bei Beschwerdeeinreichung, sondern auch noch im Zeitpunkt der Urteilsfällung aktuell und praktisch sein (vgl. BGE 123 II 285 E. 4 S. 286 f.). Fällt das schutzwürdige Interesse im Laufe des Verfahrens dahin, wird die Sache als erledigt erklärt; fehlte es schon bei der Beschwerdeeinreichung, ist auf die Eingabe nicht einzutreten (BGE 137 I 23 E. 1.3 mit Hinweisen). Das Bundesgericht verzichtet ausnahmsweise dann auf das Erfordernis des aktuellen praktischen Interesses, wenn sich die aufgeworfenen Fragen unter gleichen oder ähnlichen Umständen jederzeit wieder stellen können, eine rechtzeitige Überprüfung im Einzelfall kaum je möglich wäre und die Beantwortung wegen deren grundsätzlicher Bedeutung im öffentlichen Interesse liegt bzw. eine Verletzung von Art. 5 EMRK in vertretbarer Weise geltend gemacht wird (BGE 137 I 296 ff.; 136 II 101 E. 1.1 S. 103; 135 I 79 E. 1.1 S. 81).

2.2. Gegenstand des Haftprüfungsverfahrens bildet ausschliesslich die Rechtmässigkeit der ausländerrechtlichen Festhaltung, nicht die Bewilligungs-, Asyl- oder Wegweisungsfrage (vgl. BGE 128 II 193 E. 2.2.2 S. 198; Urteil 2C_749/2102 vom 28. August 2012 E. 2). Mit der Beendigung der Haft fällt das schutzwürdige Interesse an deren Prüfung - wie hier - regelmässig nachträglich dahin, womit das Verfahren als gegenstandslos abzuschreiben ist (vgl. BGE 137 I 296 ff.). Die Eingaben des Beschwerdeführers werfen haftrechtlich keine Fragen auf, die es rechtfertigen würden, vorliegend ausnahmsweise auf seine Beschwerde einzutreten. Das Verfahren ist als gegenstandslos geworden abzuschreiben.

3.

Es rechtfertigt sich, für das bundesgerichtliche Verfahren keine Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG). Es sind keine Parteientschädigungen geschuldet (vgl. Art. 68 Abs. 3 BGG).

Demnach verfügt der Präsident:

1.

Das Verfahren 2C_382/2014 wird als gegenstandslos abgeschrieben.

2.

Es werden keine Kosten erhoben.

3.

Diese Verfügung wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 1. Abteilung, Einzelrichterin, und dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 23. Juni 2014
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Zünd

Der Gerichtsschreiber: Hugi Yar

Schlagwörter

mootnesscurrent interestremoval detentiondetention reviewcostspublic law appeal

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal against the detention decision remained admissible after the applicant's removal from Switzerland

Extrahierter Entscheid

The appeal became moot because the detention had ended and no exceptional reason justified dispensing with the requirement of an current practical interest.

Extrahierte Begründung

Review of detention concerns only the lawfulness of the deprivation of liberty. Once detention ends, the protected interest in reviewing it normally lapses; none of the exceptions for recurrent, hard-to-review issues applied here.

Kernrechtsfrage

Whether court costs and party compensation should be ordered in the federal proceedings

Extrahierter Entscheid

No court costs were charged and no party compensation was due.

Extrahierte Begründung

The court found it appropriate to waive costs under the Federal Supreme Court Act and no compensation was owed.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.