No right to residence permit; appeal dismissed as far as admissible

2C_527/2012Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung12.07.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Turkish appellant challenged the Zurich authorities’ handling of his settlement permit after it had lapsed during imprisonment. The Federal Supreme Court held that he lacked a protected interest in attacking the part of the cantonal decision that already granted him a residence permit subject to federal approval. It upheld the rejection of any right to a residence permit based on family life and the refusal to reissue the settlement permit. Because the appeal was manifestly unfounded, the request for free legal aid was denied both for the federal proceedings and, by implication, no appointed counsel was warranted. Federal court costs of CHF 500 were imposed on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 89 Abs. 1, Art. 115, Art. 64 Abs. 1, Art. 66 Abs. 1 BGG; Art. 29 Abs. 3 BV; Art. 8 EMRK, Art. 34 Abs. 3, Art. 30 Abs. 1 lit. b und k, Art. 99 AuG: The right to appeal before the Federal Supreme Court requires a legally protected interest. A party who has already obtained the relief sought at cantonal level lacks standing to challenge that part of the decision merely to seek a repetition of the proceedings. Free legal aid is granted only where the relevant request is not hopeless; if the main appeal is manifestly unfounded, legal aid and appointed counsel must be refused. Court costs are borne by the unsuccessful party.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2C_527/2012

Urteil vom 12. Juli 2012
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Bundesrichter Karlen, Donzallaz,
Gerichtsschreiber Errass.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Adrian J. Bacchini, Bacchus Consulting,

gegen

Migrationsamt des Kantons Zürich,
Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich.

Gegenstand
Niederlassungsbewilligung,

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 4. Kammer, vom 18. April 2012.

Erwägungen:

1.
X.________, geb. 1969, türkischer Staatsangehöriger, reiste 1980 im Familiennachzug in die Schweiz ein. Am 27. Oktober 1993 heiratete er eine Landsfrau; die Ehe wurde 2008 geschieden und die beiden Kinder unter die elterliche Sorge der Mutter gestellt. Wegen banden- und gewerbsmässigen Einschleusens von Ausländern nach Deutschland wurde X.________ mit Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 5. November 2009 zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Während des Strafvollzugs erlosch seine Niederlassungsbewilligung in der Schweiz; in der Folge ersuchte er erfolglos um deren Wiedererteilung.
Mit Rekursentscheid vom 28. Dezember 2011 verpflichtete die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich das Migrationsamt, X.________ unter Vorbehalt der Zustimmung des Bundesamts für Migration "eine Aufenthaltsbewilligung zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit" zu erteilen; es bestellte Adrian Bacchini zum unentgeltlichen Rechtsbeistand und wies das Begehren, einen (weiteren und anderen) unentgeltlichen Rechtsbeistand zu bestellen ab.
Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid wies das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 18. April 2012 ab. Es verneinte dabei einen Anspruch auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 8 EMRK, lehnte die Wiedererteilung der Niederlassungsbewilligung auf Grund von Art. 34 Abs. 3 AuG ab und bestätigte, dass X.________ eine Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b und lit. k AuG erteilt werden kann, was aber der Zustimmung des Bundesamtes für Migration bedarf (Art. 99 AuG). Schliesslich legte das Verwaltungsgericht dar, dass es nicht geboten war, X.________ einen Rechtsanwalt als unentgeltlichen Vertreter beizugeben.

2.
X.________ hat gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich am 29. Mai 2012 Beschwerde an das Bundesgericht erhoben. Er verlangt, dass dieses Urteil aufzuheben und die Sache an die Sicherheitsdirektion bzw. an das Migrationsamt des Kantons Zürich zur Neubeurteilung zurückzuweisen sei, wobei vorgängig eines Entscheides in der Sache zunächst über die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu befinden sei.
Die Beschwerde ist, soweit sie nicht unzulässig ist, offensichtlich unbegründet, weshalb sie im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 BGG erledigt werden kann. Beschwerde an das Bundesgericht kann nur erhoben werden, soweit ein schutzwürdiges bzw. rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids besteht (Art. 89 Abs. 1, Art. 115 BGG). Der Beschwerdeführer hat im kantonalen Verfahren insofern obsiegt, als das Migrationsamt angewiesen wurde, ihm unter Vorbehalt der Zustimmung des Bundesamts für Migration eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Er hat insofern kein Interesse daran, das kantonale Verfahren zu wiederholen. Ein solches besteht höchstens insofern, als er die Wiedererteilung der Niederlassungsbewilligung oder eine Aufenthaltsbewilligung gestützt auf den Anspruch auf Familienleben (Art. 8 EMRK) geltend machen sollte. Die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung setzt allerdings voraus, dass ein Rechtsbegehren nicht aussichtslos ist (Art. 29 Abs. 3 BV). Diese Voraussetzung für die unentgeltliche Rechtspflege ist hier klar nicht gegeben, wofür auf die Erwägungen 4 und 5 des angefochtenen Urteils verwiesen werden kann (Art. 109 Abs. 3 BGG).

3.
Entsprechend diesem Verfahrensausgang sind die bundesgerichtlichen Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Wegen Aussichtslosigkeit besteht auch im bundesgerichtlichen Verfahren kein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege (Art. 64 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 4. Kammer, und dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 12. Juli 2012
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Zünd

Der Gerichtsschreiber: Errass

Schlagwörter

immigrationsettlement permitresidence permitfamily lifelegal aidprotected intereststandinghopeless appealcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal is admissible despite the appellant having partly prevailed below

Extrahierter Entscheid

He had no protected interest in challenging the part of the cantonal decision that already granted him a residence permit subject to approval.

Extrahierte Begründung

Standing before the Federal Supreme Court requires a legally protected interest. Since he already obtained the order for a residence permit, he could not seek repetition of that part of the procedure; only the denied claims could be challenged.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant has a claim to a residence permit based on family life under Article 8 ECHR

Extrahierter Entscheid

No such enforceable claim was established.

Extrahierte Begründung

The cantonal court's reasons rejecting a family-life-based entitlement were upheld as clearly correct and the appeal was manifestly unfounded.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant is entitled to reissue of his settlement permit under Article 34(3) AuG

Extrahierter Entscheid

Reissue of the settlement permit was refused.

Extrahierte Begründung

The Federal Supreme Court saw no error in the cantonal court's refusal to restore the settlement permit after it had lapsed during imprisonment.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant is entitled to free legal aid and appointed counsel in the cantonal and federal proceedings

Extrahierter Entscheid

No, because the claims were hopeless.

Extrahierte Begründung

Unentgeltliche Rechtspflege requires a claim not to be hopeless; this condition was clearly not met. The same applied at federal level.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be imposed on the appellant

Extrahierter Entscheid

Yes, federal costs were charged to him.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome of the proceedings.

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