Appeal against extension of immigration detention dismissed

2C_498/2008Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung09.07.2008Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

An Iranian national challenged the cantonal court’s June 25, 2008 extension of his enforcement detention. The Federal Supreme Court found the appeal manifestly unfounded and dismissed it insofar as it was admissible. It held that the detention remained proportionate, given the applicant’s continued refusal to cooperate with obtaining travel documents and consenting to return. The Court also rejected the complaint that no oral hearing had been held, noting that such a hearing is required only upon timely request. Owing to the special circumstances, no court costs were imposed.

Omnilex-Regeste

Art. 78 Abs. 2 und 4 AuG; Art. 66 Abs. 1 BGG; extension of enforcement detention and requirement of an oral hearing. Enforcement detention may be maintained up to the statutory maximum where the person concerned continues to refuse cooperation necessary for removal and the measure remains proportionate (consid. 2). An oral hearing before the reviewing judge is required only if the detainee timely requests it; absent such request, the lack of an oral hearing does not render the extension unlawful (consid. 2). Where particular circumstances so justify, the Federal Supreme Court may waive court costs (consid. 3).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2C_498/2008 / aka

Urteil vom 9. Juli 2008
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Karlen, Bundesrichterin Aubry Girardin,
Gerichtsschreiber Hugi Yar.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Migrationsdienst des Kantons Bern,
Eigerstrasse 73, 3011 Bern.

Gegenstand
Verlängerung der Durchsetzungshaft,

Beschwerde gegen den Entscheid
des Haftgerichts III Bern-Mittelland, Haftrichterin 2,
vom 25. Juni 2008.

Erwägungen:

1.
X.________ (geb. 1966) stammt aus dem Iran. Der Migrationsdienst des Kantons Bern nahm ihn am 30. Januar 2008 in Durchsetzungshaft, welche das Haftgericht III Bern-Mittelland am 1. Februar 2008 genehmigte und am 27. Februar, 25. April sowie 25. Juni 2008 jeweils um zwei Monate verlängerte. Am 4. Juli 2008 gelangte X.________ mit dem singemässen Antrag an das Bundesgericht, er sei aus der Haft zu entlassen.

2.
Die Eingabe erweist sich als offensichtlich unbegründet und kann ohne Weiterungen im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 BGG erledigt werden, soweit darauf überhaupt einzutreten ist (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG): Das Bundesgericht hat die gegen den Beschwerdeführer angeordnete Durchsetzungshaft am 12. Februar (Urteil 2C_139/2008) und am 7. März 2008 (Urteil 2C_202/2008) geprüft und für bundesrechtskonform befunden. Der Beschwerdeführer weigert sich nach wie vor, zur Papierbeschaffung freiwillig auf der iranischen Botschaft vorzusprechen und sich mit einer Rückkehr in seine Heimat einverstanden zu erklären. Die Durchsetzungshaft, die ihn hierzu bewegen soll, kann insgesamt bis zu achtzehn Monaten dauern (Art. 78 Abs. 2 AuG). Die angefochtene Verlängerung erweist sich nach wie vor als verhältnismässig (BGE 134 I 92 E. 2.3.2). Der Beschwerdeführer hat es jederzeit in der Hand, seine Festhaltung zu beenden, indem er mit den Behörden kooperiert. Soweit er beanstandet, dass seine Haft ohne mündliche Verhandlung verlängert worden sei, verkennt er, dass eine solche nur erforderlich ist, wenn der Betroffene rechtzeitig hierum ersucht (vgl. Art. 78 Abs. 4 AuG; BGE 134 I 92 E. 4.1 S. 101), was er nicht getan hat. Sollte eine weitere Haftverlängerung nötig sein, werden die kantonalen Behörden seinem Wunsch Rechnung zu tragen haben, dass er das nächste Mal durch die richterliche Behörde mündlich angehört werden möchte. Für alles Weitere wird auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid und in den bundesgerichtlichen Urteilen vom 12. Februar und 7. März 2008 verwiesen.

3.
Es kann aufgrund der besonderen Umstände davon abgesehen werden, Kosten zu erheben (vgl. Art. 66 Abs. 1 BGG). Der Migrationsdienst des Kantons Bern wird ersucht, dafür besorgt zu sein, dass das vorliegende Urteil dem Beschwerdeführer korrekt eröffnet und nötigenfalls verständlich gemacht wird.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Haftgericht III Bern-Mittelland, Haftrichterin 2, und dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 9. Juli 2008
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Merkli Hugi Yar

Schlagwörter

immigration detentionenforcement detentionproportionalityoral hearingcooperation dutycourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the extension of enforcement detention was well founded

Extrahierter Entscheid

The appeal was unfounded and was dismissed insofar as it was admissible.

Extrahierte Begründung

The Court had already upheld the detention in earlier judgments, the appellant still refused to cooperate with travel-document procurement and return formalities, and the extension remained proportionate under the statutory maximum duration.

Kernrechtsfrage

Whether a oral hearing was required before the detention extension

Extrahierter Entscheid

No oral hearing was required because the detainee had not timely requested one.

Extrahierte Begründung

Under the applicable statutory rule, a hearing is only mandatory if requested in due time; that was not shown here.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed because of the special circumstances.

Extrahierte Begründung

The Court exercised discretion to waive costs.

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