Deadline restoration denied for late appeal

2C_438/2011Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung27.05.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dealt with a late appeal against a Federal Administrative Court judgment concerning radio and television reception fee claims and the removal of a debt-enforcement objection. The appellant asked for restoration of the appeal deadline, arguing that as a layperson she had misunderstood the available remedy and believed the Federal Administrative Court was the final instance. The Court held that this was not an excusable impediment under Art. 50 BGG, especially because the judgment contained a clear legal remedy notice. It therefore refused to restore the deadline, did not enter into the appeal, rejected legal aid as hopeless, and imposed costs of CHF 300 on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 50 BGG; restoration of a missed appeal deadline requires an excusable impediment and strict diligence. A mere misunderstanding of the legal remedies by a layperson does not justify restoration where the challenged judgment contains a clear and proper legal remedy instruction indicating the competent court and the applicable appeal period. In the absence of a valid restoration ground, an appeal filed after expiry of the deadline is inadmissible and need not be examined for compliance with the remaining admissibility requirements (consid. 2). Hopelessness precludes legal aid under Art. 64 BGG; court costs are borne by the losing party pursuant to Art. 66 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2C_438/2011

Urteil vom 27. Mai 2011
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Bundesrichter Karlen,
Bundesrichter Stadelmann,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Billag AG, avenue de Tivoli 3, 1701 Freiburg,
Bundesamt für Kommunikation BAKOM, Zukunftstrasse 44, Postfach, 2501 Biel.

Gegenstand
Radio- und Fernsehempfangsgebühren; Fristwiederherstellung,

Beschwerde gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, Abteilung I, vom 8. Februar 2011.
Erwägungen:

1.
Das Bundesverwaltungsgericht wies am 8. Februar 2011 die Beschwerde von X.________ gegen die Verfügung des Bundesamtes für Kommunikation betreffend Forderungen der Billag AG für Radio- und Fernsehempfangsgebühren von Fr. 693.-- plus Mahn- und Betreibungsgebühren (Beseitigung des Rechtsvorschlags für einen Betrag von total Fr. 763.--) ab. Das Urteil wurde am 10. Februar 2011 versandt und noch im Laufe desselben Monats von X.________ entgegengenommen. Diese gelangte am 25. Mai 2011 ans Bundesgericht mit den Begehren, es sei die verpasste Beschwerdefrist wiederherzustellen und ihr Fall zur erneuten Überprüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen; deren Urteil vom 8. Februar 2011 sei aufzuheben.

2.
2.1 Gemäss Art. 100 Abs. 1 BGG ist die Beschwerde gegen einen Entscheid innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht einzureichen. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass sie die Frist klar verpasst hat. Sie ersucht um deren Wiederherstellung.

2.2 Gemäss Art. 50 BGG wird die Frist wiederhergestellt, wenn eine Partei bzw. ihr Vertreter durch einen anderen Grund als die mangelhafte Eröffnung unverschuldeterweise davon abgehalten worden ist fristgerecht zu handeln, sofern die Partei unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach Wegfall des Hindernisses darum ersucht und die versäumte Rechtshandlung nachholt. Fristwiederherstellung ist nur zu gewähren, wenn die darum ersuchende Partei klarerweise kein Verschulden an der Säumnis trifft und sie auch bei gewissenhaftem Vorgehen nicht rechtzeitig hätte handeln können; es gilt ein strenger Massstab (vgl. BGE 119 II 86; 112 V 255; je zum mit Art. 50 Abs. 1 BGG im Wesentlichen übereinstimmenden Art. 35 Abs. 1 des bis Ende 2006 in Kraft stehenden Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege; zu Art. 50 BGG selber zuletzt Urteile 2F_7/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 3.2 und 2C_458/2010 vom 15. September 2010 E. 3.1 mit Hinweisen auf die Doktrin).

Die Beschwerdeführerin macht unter Berufung auf Art. 24 OR einen "Grundlagenirrtum" geltend; als Laie und mangels genügender Rechtskenntnis sei sie davon ausgegangen, dass es sich beim Bundesverwaltungsgericht schon um die letzte Instanz gehandelt habe und sie eine längere Frist für eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte haben würde. Ein solcher blosser Irrtum vermag eine Fristwiederherstellung offensichtlich schon darum nicht zu rechtfertigen, weil das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vorschriftsgemäss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 37 VGG) mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen war, woraus sich unmissverständlich ergab, dass dagegen innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden konnte. Fehlt es an einem valablen Fristwiederherstellungsgrund, ist auf die lange nach Ablauf der Beschwerdefrist erhobene Beschwerde nicht einzutreten, womit offen bleiben kann, ob die Rechtsschrift vom 25. Mai 2011 den Begründungsanforderungen (Art. 42 Abs. 2 BGG) genügen würde.

2.3 Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege kann schon wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde nicht entsprochen werden (Art. 64 BGG). Somit sind die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) der Beschwerdeführerin als unterliegende Partei aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 erster Satz BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Das Fristwiederherstellungsgesuch wird abgewiesen.

2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

4.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.--- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

5.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Bundesverwaltungsgericht, Abteilung I, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 27. Mai 2011
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zünd Feller

Schlagwörter

deadline restorationinadmissibilitylate appeallegal aidcourt costsradio and television feeslegal remedy notice

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the missed appeal deadline should be restored under Art. 50 BGG

Extrahierter Entscheid

No restoration because the appellant's mistake about the appeal deadline was not an excusable impediment and the judgment contained a clear legal remedy notice.

Extrahierte Begründung

Restoration requires a non-fault impediment and strict diligence; a layperson's misunderstanding of the legal remedy is insufficient, especially where the lower-court judgment expressly indicated the 30-day federal appeal period.

Kernrechtsfrage

Whether the late appeal could be entered into despite the expired deadline

Extrahierter Entscheid

No; without a valid ground for restoration, the appeal filed long after expiry was inadmissible.

Extrahierte Begründung

Since the deadline was not restored, the court could not entertain the appeal; it therefore did not need to examine whether the filing met the substantiation requirements.

Kernrechtsfrage

Whether legal aid should be granted

Extrahierter Entscheid

No; the appeal was hopeless.

Extrahierte Begründung

Because the appeal had no prospect of success, the request for free legal aid had to be denied.

Kernrechtsfrage

Who bears the court costs

Extrahierter Entscheid

The appellant must bear the court costs.

Extrahierte Begründung

As the losing party, she is charged with the federal court costs.

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