Federal Court: no entry due to insufficient substantiation

2C_427/2013Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung10.05.2013Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X. filed a federal complaint against a cantonal non-entry decision concerning school measures. The Federal Court held that the submission did not satisfy the statutory pleading requirements because it contained neither a concrete request nor a substantiated explanation of how the challenged decision violated law. The complaint was therefore not entered into in simplified procedure by the single judge. Given the circumstances, the Court waived costs, which made the request for legal aid moot.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 and 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; requirements for admissibility of a federal complaint. A legal remedy must contain specific requests and a reasoned, case-related argument addressing the contested decision and the decisive considerations of the lower court. Where the challenged decision is based on cantonal law, the substantiation duty is heightened. A filing that merely expresses dissatisfaction, without engaging with the legal reasoning and without showing a violation of law, is manifestly insufficient and may be declared inadmissible in simplified procedure by the single judge. In such circumstances the Court may exceptionally waive court costs under Art. 66 Abs. 1 BGG; a request for legal aid then becomes moot.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2C_427/2013

Urteil vom 10. Mai 2013
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Einwohnergemeinderat Y.________,
Volkswirtschaftsdepartement des Kantons Solothurn, vertreten durch Rechtsdienst DSVWD.

Gegenstand
Massnahmen der Schulleitung (Nichteintreten des Volkswirtschaftsdepartements),

Beschwerde gegen die Verfügung des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 25. April 2013.

Erwägungen:

1.
X.________ erhob beim Volkswirtschaftsdepartement des Kantons Solothurn Beschwerde gegen einen Entscheid des Einwohnergemeinderates Y.________ betreffend Massnahmen der Schulleitung Y.________. Das Volkswirtschaftsdepartement trat mit Entscheid vom 3. April 2013 darauf nicht ein, weil der einverlangte Kostenvorschuss nicht bezahlt und zudem kein konkreter Antrag gestellt worden war. Auf die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde trat das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn mit Verfügung seines Präsidenten vom 25. April 2013 nicht ein. Mit Schreiben vom 8. Mai 2013 "appelliert" X.________ an das Bundesgericht. Die Eingabe ist als Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zu betrachten.

2.
Rechtsschriften haben gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG die Begehren und deren Begründung zu enthalten; in der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletze. Die Begründung hat sachbezogen zu sein; die Beschwerde führende Partei muss sich mit dem durch den Inhalt des angefochtenen Entscheids vorgegebenen Streitgegenstand und den entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz auseinandersetzen, wobei erhöhte Begründungsanforderungen gelten, wenn der angefochtene Entscheid - wie hier - auf kantonalem Recht beruht (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 136 I 49 E. 1.4.1 S. 53, 65 E. 1.3.1 S. 68 mit Hinweisen).

Das Verwaltungsgericht hat den Verlauf des kantonalen Verfahrens und die Prozessführung des Beschwerdeführers beschrieben und erläutert, dass die bei ihm eingereichte Beschwerdeschrift weder einen konkreten zulässigen Antrag noch eine Begründung zum (auf die Eintretensfrage vor dem Volkswirtschaftsdepartement) beschränkten Prozessthema enthalte, weshalb auf die Beschwerde nicht eingetreten werden könne. Dazu lässt sich der Rechtsschrift des Beschwerdeführers vom 8. Mai 2013 nichts entnehmen; er legt selbst nicht ansatzweise dar, inwiefern die angefochtene Verfügung Recht verletze.

Die Beschwerde enthält offensichtlich keine sachbezogene, den Anforderungen von Art. 42 Abs. 2 bzw. Art. 106 Abs. 2 BGG genügende Begründung (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG), sodass darauf mit Entscheid des Einzelrichters im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten ist.

Die Umstände rechtfertigen es, ausnahmsweise auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG). Damit wird das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos.

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. Mai 2013

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Zünd

Der Gerichtsschreiber: Feller

Schlagwörter

inadmissibilitysubstantiationnon-entrycost advancesimplified procedurecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal complaint satisfied the substantiation requirements under the Federal Supreme Court Act.

Extrahierter Entscheid

No. The filing did not contain an admissible request or any reasoned challenge to the cantonal non-entry decision.

Extrahierte Begründung

A complaint must state requests and reasons and engage with the contested decision. Here the appellant failed to address the procedural issue or explain any legal violation, so the pleading was manifestly insufficient.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be levied.

Extrahierter Entscheid

No costs were imposed in view of the circumstances.

Extrahierte Begründung

The Court exceptionally waived court costs under the statute, which also rendered the legal aid request moot.

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