Non-entry for insufficiently reasoned VAT appeal

2C_374/2011Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung16.05.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dealt with an appeal against a Federal Administrative Court judgment that had not entered into the VAT assessment dispute because the advance costs were not paid and no valid legal-aid request was filed in time. The appellant sent brief letters indicating a wish to appeal and later to obtain legal aid, but never filed a reasoned appeal showing why the lower judgment violated federal law. The Court therefore, in simplified procedure, did not enter into the appeal, rejected legal aid as hopeless, and imposed court costs of CHF 300 on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 108 BGG; an appeal must contain reasoning showing the violation of federal law; mere expression of a wish to appeal or unsubstantiated correspondence does not satisfy the admissibility requirements. If the appeal is manifestly unreasoned, the single judge may decline to enter in simplified procedure. Legal aid under Art. 64 BGG is excluded where the appeal lacks prospects of success; in such a case, court costs are charged to the losing party pursuant to Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2C_374/2011

Urteil vom 16. Mai 2011
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Herr Y.________,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung.

Gegenstand
MWST; Ermessenseinschätzung (1. Quartal 2004 - 4. Quartal 2008),

Beschwerde gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, Abteilung I, vom 30. März 2011.

Erwägungen:
Das Bundesverwaltungsgericht trat mit Urteil vom 30. März 2011 auf die Beschwerde von X.________ betreffend Ermessenseinschätzung zur Mehrwertsteuer nicht ein, weil sie den Kostenvorschuss nicht fristgerecht geleistet hatte, ohne rechtzeitig und formgültig ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zu stellen.

In einem mit "Beschwerde gegen Urteil vom 30. März 2011" betitelten, ans Bundesverwaltungsgericht gerichteten aber am 21. April 2011 beim Bundesgericht eingetroffenen Schreiben vom 20. April 2011 erklärte X.________, sie möchte gegen das erwähnte Urteil Klage einreichen; sie bat darum, "die Beschwerde eintreten zu lassen und mich später von diesem Fall freisprechen zu lassen."

Mit Schreiben vom 21. April 2011 wurde der Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass ihre Eingabe nicht als gültige Beschwerde betrachtet werden könne; zugleich wurde sie unter Hinweis darauf, dass die Beschwerdefrist noch nicht abgelaufen sein dürfte, über die bei der Beschwerdeführung zu beachtenden Modalitäten belehrt.

Am 10. Mai 2011 erklärte die Beschwerdeführerin per Fax, sie bitte darum, das "Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege anzunehmen".

Die Beschwerdeführerin hat zwar ihren Beschwerdewillen bekräftigt, indessen bis heute keine Beschwerdeschrift eingereicht, die den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG genügen würde. Weder ihrem kurzen Schreiben vom 20. April 2011 noch ihrer (Fax-) Eingabe vom 10. Mai 2011 lässt sich entnehmen, inwiefern das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. März 2011 schweizerisches Recht verletzt haben könnte. Auf die Beschwerde ist mit Entscheid des Einzelrichters im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten.

Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege kann schon wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde nicht entsprochen werden (Art. 64 BGG). Damit sind die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) der Beschwerdeführerin als unterliegende Partei aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 erster Satz BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Bundesverwaltungsgericht, Abteilung I, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 16. Mai 2011

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zünd Feller

Schlagwörter

VATnon-entryreasoning requirementslegal aidcourt costssimplified procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal met the reasoning requirements of Art. 42(2) BGG.

Extrahierter Entscheid

No; the submissions did not explain how the lower court judgment violated federal law.

Extrahierte Begründung

Neither the short letter nor the fax contained any substantiated legal criticism of the Federal Administrative Court's decision, so the appeal was not properly reasoned.

Kernrechtsfrage

Whether legal aid should be granted.

Extrahierter Entscheid

No; the appeal was hopeless.

Extrahierte Begründung

Because the appeal was inadmissible for lack of reasoning, the request for legal aid had to be refused.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs.

Extrahierter Entscheid

The appellant had to bear the costs as the losing party.

Extrahierte Begründung

Under Art. 66(1) BGG, costs follow the outcome when the appeal fails.

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