Non-entry on late and insufficiently reasoned appeal against permit lapse

2C_359/2013Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung25.04.2013Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dealt with an appeal against the cantonal finding that a Serbian national’s Swiss settlement permit had lapsed because he stayed abroad for more than six months per year and no longer had his center of life in Switzerland. The Court found that the appeal was probably filed too late and, in any event, did not meet the required reasoning standards because it failed to engage with the cantonal court’s decisive findings. It therefore issued a non-entry decision in simplified proceedings and charged court costs of CHF 500 to the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 100 Abs. 1, Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; non-entry on an appeal that is likely out of time and manifestly insufficiently reasoned. The appeal period begins with proper notification; repeated dispatches and non-collection may lead to expiry notwithstanding a later asserted actual receipt. The reasoning requirement demands specific engagement with the decisive considerations of the challenged judgment; a mere restatement of one's own view does not suffice. If these conditions are not met, the Federal Supreme Court may refuse to enter the matter in simplified proceedings.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2C_359/2013

Urteil vom 25. April 2013
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht, Fremdenpolizei, des Kantons Graubünden, Karlihof 4, 7002 Chur,
Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden, Hofgraben 5, 7001 Chur.

Gegenstand
Niederlassungsbewilligung,

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden, 1. Kammer,
vom 18. September 2012.

Erwägungen:

1.
X.________, 1944 geborener Staatsangehöriger von Serbien, erhielt 2004 eine Niederlassungsbewilligung, nachdem er schon zuvor jahrelang in der Schweiz gelebt hatte. Mit Verfügung vom 9. September 2011 stellte das Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht des Kantons Graubünden fest, dass seine Niederlassungsbewilligung erloschen sei, weil er sich pro Jahr mehr als sechs Monate im Ausland aufhalte und sich sein Lebensmittelpunkt nicht mehr in der Schweiz befinde. Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde an das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit des Kantons Graubünden blieb erfolglos (Entscheid vom 4. Juni 2012); mit Urteil vom 18. September 2012 wies das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden die gegen den Beschwerdeentscheid des Departements erhobene Beschwerde ab.

Mit Schreiben vom 21. April (Postaufgabe 22. April) 2013 beschwert sich X.________ beim Bundesgericht über das Urteil des Verwaltungsgerichts. Die Eingabe wird als Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten entgegengenommen. Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden.

2.
Das Verwaltungsgericht versandte sein Urteil am 26. Oktober sowie am 13. Dezember 2012 an die Adresse des Beschwerdeführers; es wurde von diesem indessen zweimal nicht abgeholt. Zuletzt wurde es am 3. Januar 2013 mit A-Post versandt. Der Beschwerdeführer erklärt, es am 2. April 2013 erhalten zu haben. Die Beschwerdefrist von 30 Tagen (Art. 100 Abs. 1 BGG) dürfte schon zuvor abgelaufen sein (vgl. Art. 44 Abs. 2 BGG). Die Rechtsschrift enthält zudem keine den gesetzlichen Anforderungen genügende Begründung (Art. 42 Abs. 2 BGG bzw. Art. 106 Abs. 2 BGG): Das Verwaltungsgericht hat die Voraussetzungen des Erlöschens der Niederlassungsbewilligung nach Art. 61 Abs. 2 BGG erläutert (E. 2a) und die tatsächlichen Anwesenheits- bzw. Abwesenheitsverhältnisse des Beschwerdeführers auf diesem Hintergrund gewürdigt (namentlich E. 2c). Dieser schildert zwar seine Sicht der Dinge, ohne aber gezielt auf die massgeblichen Erwägungen im angefochtenen Urteil einzugehen. Seinen Ausführungen lässt sich nicht entnehmen, inwiefern die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt (vgl. Art. 97 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 105 Abs. 1 und 2 sowie Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 137 I 58 E. 4.1.2 S. 62) oder bei dessen rechtlicher Würdigung schweizerisches Recht verletzt haben könnte. Die wohl ohnehin verspätet erhobene Beschwerde enthält offensichtlich keine hinreichende Begründung (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG). Es ist darauf mit Entscheid des Einzelrichters im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

Die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) sind entsprechend dem Verfahrensausgang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 erster Satz BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden, 1. Kammer, und dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 25. April 2013
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Zünd

Der Gerichtsschreiber: Feller

Schlagwörter

settlement permitlapse of permitappeal deadlinereasoning requirementnon-entrysimplified procedurecosts

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the cantonal judgment was filed in time.

Extrahierter Entscheid

The appeal was likely out of time because the lower court judgment had already been sent repeatedly and the 30-day appeal period had probably expired before filing.

Extrahierte Begründung

The judgment was mailed several times; after non-collection it was sent by regular post, and the appellant's claimed later receipt did not overcome the likely expiry of the legal deadline.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal met the statutory reasoning requirements.

Extrahierter Entscheid

The submission did not satisfy the required reasoning standard.

Extrahierte Begründung

The appellant merely presented his own version of events without addressing the decisive findings of the cantonal court or showing any manifestly incorrect fact-finding or legal error.

Kernrechtsfrage

Whether the Federal Supreme Court would enter into the appeal under the simplified procedure.

Extrahierter Entscheid

No entry was made on the appeal in simplified proceedings.

Extrahierte Begründung

Because the appeal was probably late and in any event manifestly insufficiently reasoned, it fell within the grounds for non-entry under Art. 108 BGG.

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