Federal appeal inadmissible against cantonal government decision

2C_203/2010Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung09.03.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X.________, a Macedonian national, filed a federal complaint against the Zurich Government Council's decision revoking his settlement permit and asked for a stay pending his parallel cantonal appeal. The Federal Supreme Court held that the complaint was directly inadmissible because, after the transition period, such decisions must first be challenged before the Zurich Administrative Court. The request for suspension was unnecessary in view of this clear inadmissibility. The court waived costs, citing the absence of a legal remedy instruction in the cantonal decision.

Omnilex-Regeste

Art. 86 Abs. 1 lit. d and Abs. 2 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG; direct federal complaints against cantonal government decisions are inadmissible where, after expiry of the transitional period of Art. 130 Abs. 3 BGG, a cantonal judicial instance must first be seized. In the field of foreign nationals law, Art. 29a BV and Art. 114 in conjunction with Art. 86 BGG require access to an upper cantonal court as a rule, even if the ordinary federal remedy is excluded. Where the lack of admissibility is manifest, the Federal Supreme Court may decide in summary procedure and need not stay the proceedings. Costs may exceptionally be waived under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2C_203/2010

Urteil vom 9. März 2010
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Müller, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Markus Götte,

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich,
Regierungsrat des Kantons Zürich.

Gegenstand
Widerruf der Niederlassungsbewilligung; Familiennachzug,

Beschwerde gegen den Beschluss des Regierungsrats des Kantons Zürich vom 3. Februar 2010.

Nach Einsicht
in das als subsidiäre Verfassungsbeschwerde bezeichnete Rechtsmittel von X.________, 1968 geborener Staatsangehöriger von Mazedonien, gegen den Entscheid des Regierungsrats des Kantons Zürich vom 3. Februar 2010 betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung,

in Erwägung,
dass Gegenstand des Verfahrens ein Entscheid über den Widerruf der Niederlassungsbewilligung bildet, weshalb keiner der in Art. 83 lit. c BGG erwähnten Ausschlussgründe zum Tragen kommt, sodass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zulässig ist, sofern die übrigen Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind,
dass die Beschwerde gegen einen kantonalen Entscheid nur zulässig ist, sofern er von einer letzten kantonalen Instanz getroffen worden ist, wobei es sich um ein oberes kantonales Gericht handeln muss (Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 BGG),
dass diese Eintretensvoraussetzung nach Ablauf der zweijährigen Übergangsfrist gemäss Art. 130 Abs. 3 BGG (am 1. Januar 2009) zwingend erfüllt sein muss,
dass der Entscheid des Regierungsrats somit beim Verwaltungsgericht des Kantons Zürich angefochten werden kann und muss (§ 43 Abs. 1 lit. h in Verbindung mit Abs. 2 des Zürcher Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG),
dass im Übrigen Art. 29a BV erfordert, dass (ausgenommen Fälle, die unter Art. 86 Abs. 3 BGG fallen) grundsätzlich selbst dann ein Entscheid einer (oberen) kantonalen richterlichen Behörde erwirkt werden muss, wenn das ordentliche Rechtsmittel ausgeschlossen ist und als bundesrechtliches Rechtsmittel bloss die subsidiäre Verfassungsbeschwerde offensteht (vgl. Art. 114 in Verbindung mit Art. 86 BGG; dazu Urteile 2D_89/2008 vom 30. September 2008 E. 2.4 und 2C_64/2007 vom 29. März 2007 E. 3.1),
dass das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich seit dem 1. Januar 2009 (Ablauf der Übergangsfrist von Art. 130 Abs. 3 BGG) über den Wortlaut von § 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 VRG hinaus auf Beschwerden gegen regierungsrätliche Entscheide im Bereich des Ausländerrechts denn auch unabhängig vom Bestehen eines Bewilligungsanspruchs eintritt (grundlegend Entscheid VB.2009.00067 vom 12. März 2009 E. 2.1 [auf www.vgrzh.ch]),
dass sich die vorliegende Beschwerde gegen den Entscheid des Regierungsrats als offensichtlich unzulässig erweist (Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG),
dass es sich bei dieser klaren Ausgangslage erübrigt, das bundesgerichtliche Verfahren, wie vom Beschwerdeführer beantragt, bis zum Vorliegen des Entscheids des Verwaltungsgerichts über die gleichzeitig bei diesem eingereichte Beschwerde zu sistieren,
dass auf die beim Bundesgericht eingereichte Beschwerde im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten ist,
dass mit diesem Urteil das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos wird,
dass die Gerichtskosten dem Verfahrensausgang entsprechend dem Beschwerdeführer aufzuerlegen wären (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG), dass es allerdings die Umstände (Fehlen einer Rechtsmittelbelehrung im regierungsrätlichen Entscheid) hier rechtfertigen, auf die Erhebung von Kosten zu verzichten (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG),

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 9. März 2010

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Müller Feller

Schlagwörter

immigrationsettlement permitadmissibilitylast cantonal instancestay of proceedingscourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint against the cantonal government council's permit-revocation decision was admissible before the Federal Supreme Court.

Extrahierter Entscheid

The complaint was inadmissible because the challenged decision had first to be reviewed by the Zurich Administrative Court under cantonal and federal procedural rules.

Extrahierte Begründung

After the transitional period, Art. 86 BGG requires a decision of a last cantonal judicial authority; a government council decision in this field must be appealed to the cantonal administrative court first. The Federal Supreme Court therefore could not hear the matter directly.

Kernrechtsfrage

Whether the federal proceedings should be stayed until the cantonal administrative court decided the parallel appeal.

Extrahierter Entscheid

A stay was unnecessary because the inadmissibility of the federal complaint was clear.

Extrahierte Begründung

Given the obvious lack of admissibility, there was no basis to suspend the federal proceedings pending the cantonal judgment.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged to the appellant.

Extrahierter Entscheid

No costs were levied due to the circumstances, in particular the absence of a legal remedy instruction in the cantonal decision.

Extrahierte Begründung

Although costs would normally follow the outcome under Art. 66 BGG, the court exercised its discretion and waived them.

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