Immigration detention upheld due to risk of absconding

2A.450/2004Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung19.08.2004Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X., a Lebanese national, sought release from deportation detention ordered in connection with his removal after a non-entry asylum decision. The Federal Supreme Court, sitting in summary proceedings, held that the appeal was plainly unfounded insofar as it challenged the detention order. It found a risk of absconding because he had not left Switzerland, had repeatedly offended, ignored summonses, and declared he would not return to Lebanon. The court also relied on the statutory detention ground linked to non-entry asylum decisions. The detention remained in force, but no court fee was charged.

Omnilex-Regeste

Art. 13b ANAG; deportation detention may be ordered where the concrete conduct of the foreign national shows risk of absconding, in particular repeated non-compliance with departure orders, criminal conduct, failure to attend summonses, and declared refusal to return. Since 1 April 2004, a non-entry decision on an asylum request under Art. 32 Abs. 2 lit. a-c AsylG also gives rise to an objectified risk of absconding, based on a presumption that the person will frustrate or hinder removal (consid. 2). If the remaining detention requirements are met, especially the feasibility of removal within a foreseeable period and diligent efforts by the authorities, the detention does not violate federal law. In summary proceedings under Art. 36a OG, a manifestly unfounded appeal may be dismissed without further examination.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2A.450/2004 /leb

Urteil vom 19. August 2004
II. Öffentlichrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Wurzburger, Präsident,
Bundesrichter Müller, Merkli,
Gerichtsschreiber Hugi Yar.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Migrationsamt des Kantons Zürich,
Berninastrasse 45, Postfach, 8090 Zürich,
Bezirksgericht Zürich, Haftrichter,
Wengistrasse 28, Postfach, 8026 Zürich.

Gegenstand
Ausschaffungshaft (Art. 13b ANAG),

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen die Verfügung des Bezirksgerichts Zürich, Haftrichter, vom 23. Juli 2004.

Das Bundesgericht stellt fest und zieht in Erwägung:
1.
Der Haftrichter am Bezirksgericht Zürich prüfte und bestätigte am 23. Juli 2004 die gegen den aus dem Libanon stammenden X.________ (geb. 1971) angeordnete Ausschaffungshaft. Dieser beantragt vor Bundesgericht sinngemäss, er sei aus der Haft zu entlassen.
2.
Seine Eingabe ist, soweit er sich darin überhaupt sachbezogen mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzt (vgl. Art. 108 OG; BGE 118 Ib 134 ff.) und nicht lediglich die rechtskräftige Asyl- und Wegweisungsverfügung in Frage stellt (vgl. BGE 130 II 56 E. 2 in fine; 128 II 193 E. 2; 125 II 217 E. 2 S. 220), offensichtlich unbegründet und kann deshalb ohne Weiterungen im vereinfachten Verfahren nach Art. 36a OG erledigt werden: Das Bundesamt für Flüchtlinge ist am 4. Februar 2002 auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers wegen einer schuldhaften, groben Verletzung seiner Mitwirkungspflichten nicht eingetreten (Art. 32 Abs. 2 lit. c AsylG; SR 142.31); gleichzeitig wies es ihn weg. Der Aufforderung, das Land unverzüglich zu verlassen, kam er in der Folge nicht nach. Er wurde hier wiederholt straffällig, reagierte auf Vorladungen des Migrationsamtes nicht und erklärte mehrmals, auf keinen Fall in den Libanon zurückzukehren. Gestützt hierauf bietet der Beschwerdeführer keine Gewähr dafür, dass er sich ohne Haft den Behörden für den Vollzug der Wegweisung zur Verfügung halten wird; es besteht bei ihm deshalb Untertauchensgefahr im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 13b Abs. 1 lit. c ANAG (SR 142.20; in der Fassung des Bundesgesetzes vom 19. Dezember 2003 über das Entlastungsprogramm 2003, AS 2004 S. 1633 ff.; BGE 130 II 56 E. 3 S. 58 f. mit Hinweisen). Seit dem 1. April 2004 kann ein Ausländer gestützt auf Art. 13b Abs. 1 lit. d ANAG zudem in Ausschaffungshaft genommen werden, wenn das Bundesamt für Flüchtlinge - wie hier - auf sein Asylgesuch in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 lit. a-c AsylG nicht eingetreten ist; es besteht in diesem Fall in dem Sinne eine "objektivierte" Untertauchensgefahr, dass gestützt auf das im Asylverfahren festgestellte missbräuchliche Verhalten vermutet wird, der Betroffene werde sich (auch) dem Vollzug der Ausschaffung zu widersetzen bzw. einen solchen zu vereiteln oder zumindest zu erschweren versuchen (zur Publikation bestimmtes Urteil 2A.342/2004 vom 15. Juli 2004, E. 3.2.2). Es erübrigt sich unter diesen Umständen zu prüfen, ob vorliegend überdies auch der Haftgrund von Art. 13b Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 13a lit. e ANAG gegeben wäre (ernsthafte Bedrohung oder Gefährdung Dritter an Leib und Leben; vgl. hierzu das Urteil 2A.450/1995 vom 3. November 1995, E. 5b; BGE 125 II 369 E. 3b/bb S. 375). Da auch alle übrigen Haftvoraussetzungen erfüllt sind - insbesondere nicht gesagt werden kann, dass sich eine Ausschaffung nicht in absehbarer Zeit organisieren liesse (Art. 13c Abs. 5 lit. a ANAG; BGE 130 II 56 E. 4.1.3 mit Hinweisen) bzw. die Behörden sich nicht mit dem nötigen Nachdruck hierum bemühen würden (vgl. Art.13b Abs. 3 ANAG; BGE 124 II 49 ff.) -, verletzt der angefochtene Entscheid kein Bundesrecht.
3.
3.1 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend würde der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig. Es rechtfertigt sich indessen, praxisgemäss von der Erhebung einer Gerichtsgebühr abzusehen (Art. 154 und Art. 153a OG; vgl. das Urteil 2A.86/2001 vom 6. März 2001, E. 3).
3.2 Das Migrationsamt des Kantons Zürich wird ersucht, dafür besorgt zu sein, dass der vorliegende Entscheid dem Beschwerdeführer korrekt eröffnet und nötigenfalls verständlich gemacht wird.

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:
1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2.
Es werden keine Kosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Migrationsamt des Kantons Zürich und dem Bezirksgericht Zürich, Haftrichter, sowie dem Bundesamt für Flüchtlinge schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 19. August 2004
Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

immigration detentionrisk of abscondingasylum non-entryremoval enforcementsummary procedurecourt fees

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the administrative appeal against the detention order was admissible and well-founded.

Extrahierter Entscheid

The appeal was dismissed insofar as it was admissible.

Extrahierte Begründung

The submission did not engage substantively with the challenged decision and was in part merely directed against the final asylum and removal orders. On the merits, the detention was justified by risk of absconding and the remaining detention requirements were met.

Kernrechtsfrage

Whether the legal grounds for deportation detention were met.

Extrahierter Entscheid

Yes. Risk of absconding existed, and the detention could also be based on the special statutory ground applicable after a non-entry decision on the asylum request.

Extrahierte Begründung

The appellant failed to comply with the order to leave, had repeatedly reoffended, ignored summonses, and stated he would not return to Lebanon. These facts showed he was unlikely to cooperate with removal; moreover, the asylum non-entry decision created an objectified presumption of absconding risk.

Kernrechtsfrage

Whether a court fee should be charged.

Extrahierter Entscheid

No court fee was imposed despite the appellant's loss.

Extrahierte Begründung

The court departed from the usual rule and waived the fee in line with practice.

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