International mutual assistance to Greek market regulator upheld

2A.370/2003Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung29.09.2003Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Swiss Federal Supreme Court dismissed two joined administrative appeals by A.________ Ltd. and B.________ Ltd. against an EBK decision granting international mutual assistance to the HCMC in a securities investigation concerning Koympas Holdings S.A. The appellants argued that the Greek authority was not reliable and that the request was an impermissible fishing expedition. The Court held that the HCMC was a competent securities supervisor, that its confidentiality assurances were trustworthy, and that the suspicious timing of the share sales justified assistance. The appellants were ordered to pay CHF 5,000 in court costs jointly and severally; no party compensation was granted.

Omnilex-Regeste

Art. 38 BEHG; international mutual assistance to a foreign securities supervisory authority; confidentiality assurances and scope of review. Mutual assistance is admissible where the requesting authority is a securities regulator and gives credible assurances that received information will be used only for the stated supervisory purpose, remain subject to official secrecy, and not be disclosed or forwarded without consent (consid. 2.1). At the preliminary stage, mutual assistance may be granted on the basis of abstract indications of a possible market-law infringement; the authority need not establish the underlying insider-trading offence itself, which remains for the foreign authority to examine. A request is not rendered an inadmissible fishing expedition merely because the domestic suspicion is not yet fully substantiated, provided the temporal and factual nexus justifies supervisory inquiry (consid. 2.2).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2A.370/2003
2A.371/2003/leb

Urteil vom 29. September 2003
II. Öffentlichrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Wurzburger, Präsident,
Bundesrichter Müller, Bundesrichter Merkli,
Gerichtsschreiber Hugi Yar.

Parteien
A.________ Ltd. und B.________ Ltd.,
Beschwerdeführerinnen,

gegen

Eidgenössische Bankenkommission,
Schwanengasse 12, Postfach, 3001 Bern.

Gegenstand
Internationale Amtshilfe an die "Hellenic Capital Market Commission (HCMC)" im Fall "Koympas Holdings S.A.",

Verwaltungsgerichtsbeschwerden gegen die Verfügung der Eidgenössischen Bankenkommission vom 28. Mai 2003.

Das Bundesgericht stellt fest und zieht in Erwägung:
1.
Mit Verfügung vom 28. Mai 2003 beschloss die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) gestützt auf Art. 38 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 24. März 1995 über die Börsen und den Effektenhandel (BEHG; SR 954.1), einem Amtshilfeersuchen der "Hellenic Capital Market Commission (HCMC)" zu entsprechen und dieser mitzuteilen, dass die sie interessierenden Verkäufe von Titeln der "Koympas Holdings S.A." für die in X.________ domizilierten "A.________ Ltd." bzw. "B.________ Ltd." erfolgt sind (je 167'230 Aktien). Beide Gesellschaften gehörten wirtschaftlich C.________ und D.________, E.________ und F.________. Die "A.________ Ltd." (2A.370/2003) bzw. "B.________ Ltd." (2A.371/2003) haben hiergegen am 18.August 2003 zwei identische Verwaltungsgerichtsbeschwerden eingereicht, welche der Abteilungspräsident am 25. August 2003 - unter Ablehnung einer Sistierung bis zum Entscheid in den Dossiers 2A.152/2003 und 2A.153/2003 - antragsgemäss zu einem Verfahren vereinigt hat.
2.
Die Eingaben erweisen sich als offensichtlich unbegründet und können ohne Weiterungen im vereinfachten Verfahren nach Art. 36a OG erledigt werden:
2.1 Bei der "Hellenic Capital Market Commission" handelt es sich um eine börsenrechtliche Aufsichtsbehörde, welcher die Bankenkommission im Rahmen von Art. 38 BEHG Amtshilfe leisten kann (Urteil 2A.425/2002 vom 18. Februar 2003, E. 2.2). Weder aufgrund des von den Beschwerdeführerinnen angerufenen Artikels vom 18. Februar 2003 in der Wirtschaftszeitung "Symvoulos" noch des von ihnen beigezogenen Korruptionsindexes von "Transparency International", der Griechenland auf Rang 44 klassiert, besteht zurzeit Veranlassung, an der Ernsthaftigkeit der Zusicherung der HCMC vom 5. November 2002 zu zweifeln, dass sie die ihr zur Verfügung gestellten Angaben ausschliesslich zu dem in ihrem Ersuchen genannten Zweck verwenden wird, an das Amts- und Berufsgeheimnis gebunden ist und die erhaltenen Informationen weder öffentlich zugänglich machen, noch ohne Zustimmung der Bankenkommission an andere Behörden weiterleiten wird. Es kann diesbezüglich auf die Ausführungen in den die Beschwerdeführerinnen betreffenden Urteilen vom 26. August 2003 verwiesen werden (Urteile 2A.152/2003 bzw. 2A.153/2003, E. 3.2, sowie Urteil 2A.425/2002 vom 18. Februar 2003, E. 2).
2.2 Die "Hellenic Capital Market Commission" ersucht im Zusammenhang mit Abklärungen wegen einer allfälligen Verletzung des Verbots des Gebrauchs privilegierter Informationen um Amtshilfe (Art. 3, 4 und 5 Presidential Decree 53/1992). Die "G.________ S.A." als Hauptaktionärin der "Koympas Holdings S.A." hat am 22. November 2001 angekündigt, 15% von deren kotierten Titeln verkaufen zu wollen. Die Beschwerdeführerinnen haben ihrerseits tags zuvor je 167'230 Titel der "Koympas Holdings S.A." über die "G.________ S.A." als Brokerin abgestossen. Die umstrittenen Geschäfte erfolgten damit in einem unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang zur Bekanntgabe einer privilegierten Information, weshalb praxisgemäss hinreichender Anlass besteht, dem Amtshilfeersuchen zu entsprechen (vgl. BGE 126 II 409 E. 5b/aa S. 414, 126 E. 6a/bb S. 137). Auch wenn im Zeitpunkt, in dem die aufsichtsrechtlichen Vorabklärungen aufgenommen werden, erst abstrakte Hinweise auf eine mögliche Verletzung börsenrechtlicher Vorschriften vorliegen, bleibt die Amtshilfe zulässig und kann - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerinnen - nicht gesagt werden, dass es sich dabei um eine unverhältnismässige "fishing expedition" handelt (vgl. BGE 127 II 142 E. 5a; 125 II 65 E.6b/bb S. 74, 450 E. 3b S. 457; Urteil 2A.55/2003 vom 17. März 2003, E. 4.2.1, sowie das Urteil 2A.152/2003, E. 4.2.1). Ob die Beschwerdeführerinnen oder ihre wirtschaftlich Berechtigten tatsächlich von Insiderinformationen profitiert oder anderweitig börsenrechtliche Bestimmungen verletzt haben, bildet nicht Gegenstand des Amtshilfeverfahrens und ist deshalb durch die ausländische Behörde zu prüfen (vgl. BGE 128 II 407 E.5.2.1 u. 5.2.3; 127 II 323 E. 7b/aa S.334, 142 E. 5a S. 145). Da auch alle übrigen Voraussetzungen für die beantragte Amtshilfe erfüllt sind, hat die Bankenkommission diese zu Recht erteilt. Es kann insofern auf deren Ausführungen im angefochtenen Entscheid und auf die Begründung in den bundesgerichtlichen Urteilen 2A.152/2003 und 2A.153/2003 verwiesen werden (vgl. Art. 36a Abs. 3 OG).
3.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend haben die Beschwerdeführerinnen die bundesgerichtlichen Kosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 153 und Art. 153a OG). Parteientschädigungen sind nicht geschuldet (Art. 159 Abs. 2 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:
1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerden 2A.370/2003 und 2A.371/2003 werden abgewiesen.
2.
Die Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 5'000.-- wird den Beschwerdeführerinnen unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführerinnen und der Eidgenössischen Bankenkommission schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 29. September 2003
Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

international mutual assistancesecurities supervisioninsider tradingconfidentiality assurancesfishing expeditionsummary procedurecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether mutual assistance to the HCMC under Art. 38 BEHG was permissible despite objections about confidentiality and seriousness of the foreign authority's assurances.

Extrahierter Entscheid

Yes. The HCMC is a securities supervisory authority, and there were no reasons to doubt its assurances on confidentiality and limited use of the information.

Extrahierte Begründung

The court relied on prior case law and held that the HCMC's written assurances were credible; the cited article and corruption index did not undermine them.

Kernrechtsfrage

Whether the conditions for international mutual assistance were met in an insider-trading investigation and whether the request amounted to an impermissible fishing expedition.

Extrahierter Entscheid

Yes. The suspicious trades occurred immediately before the announcement of a privileged information event, which justified assistance; the foreign authority may investigate the merits itself.

Extrahierte Begründung

At the stage of preliminary supervisory inquiries, only abstract indications are required. The temporal proximity of the trades to the announcement provided sufficient grounds, and the domestic authority need not determine whether insider trading actually occurred.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs and party compensation.

Extrahierter Entscheid

The appellants had to bear the federal court costs jointly and severally, and no party compensation was due.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome of the proceedings; no compensation is awarded to the prevailing authority.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.