Pre-removal detention upheld; appeal dismissed

2A.340/2004Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung16.06.2004Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dismissed the detainee’s administrative law appeal against the Bern detention court’s approval of pre-removal detention. It held that the asylum authorities’ final removal order could serve as a valid basis, that the appellant’s refusal to board the plane after a laissez-passer had been obtained demonstrated a concrete risk of absconding, and that the authorities were diligently pursuing removal within a reasonable time. Although the appellant lost, the court waived the federal fee and ordered the decision to be communicated to the cantonal migration service and the detention court.

Omnilex-Regeste

Art. 13b Abs. 1 lit. c, Art. 13b Abs. 3 and Art. 13c Abs. 5 lit. a ANAG; pre-removal detention based on risk of absconding and requirements of removal execution. A final removal order from the asylum authorities may form a valid basis for detention unless it is manifestly untenable. Risk of absconding may be inferred from concrete conduct showing unwillingness to cooperate with removal, such as refusal to board the flight. Detention remains lawful only if removal can be organized within a foreseeable time and the authorities pursue execution with due diligence (consid. 2). The court may waive fees in simplified proceedings under Art. 36a OG (consid. 3).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2A.340/2004 /leb

Urteil vom 16. Juni 2004
II. Öffentlichrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Wurzburger, Präsident,
Bundesrichter Hungerbühler, Müller,
Gerichtsschreiber Hugi Yar.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Migrationsdienst des Kantons Bern, Eigerstrasse 73, 3011 Bern,
Haftgericht III Bern-Mittelland, Amthaus,
Hodlerstrasse 7, 3011 Bern.

Gegenstand
Ausschaffungshaft (Art. 13b ANAG),

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Haftgerichts III Bern-Mittelland vom 1. Juni 2004.

Das Bundesgericht stellt fest und zieht in Erwägung:
1.
Das Haftgericht III Bern-Mittelland prüfte und genehmigte am 28. Mai/ 1. Juni 2004 die gegen den aus Algerien stammenden X.________ (geb. 1965) angeordnete Ausschaffungshaft. Dieser beantragt vor Bundesgericht (Postaufgabe: 14. Juni 2004), ihn aus der Haft zu entlassen.
2.
Seine Eingabe erweist sich als offensichtlich unbegründet und kann unter Verweis auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid im vereinfachten Verfahren nach Art. 36a OG erledigt werden: Der Beschwerdeführer ist durch die Asylbehörden rechtskräftig aus der Schweiz weggewiesen worden (Entscheid des Bundesamts für Flüchtlinge vom 6. Dezember 2002; Nichteintretensentscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 24. Februar 2003). Anhaltspunkte dafür, dass der Wegweisungsentscheid offensichtlich unhaltbar wäre und deshalb nicht Grundlage einer Ausschaffungshaft bilden könnte (vgl. BGE 128 II 193 ff.; 125 II 217 E. 2 S. 220; 121 II 59 E. 2), sind nicht ersichtlich. Nachdem für den Beschwerdeführer ein Laissez-Passer beschafft werden konnte, weigerte er sich am 27. Mai 2004, das Flugzeug nach Algier zu besteigen. Gestützt auf dieses Verhalten bietet er keine Gewähr dafür, dass er sich ohne Haft den Behörden für den Vollzug der Wegweisung künftig zur Verfügung halten wird; es besteht bei ihm deshalb Untertauchensgefahr im Sinne von Art. 13b Abs. 1 lit. c ANAG (SR 142.20; in der Fassung des Bundesgesetzes vom 19. Dezember 2003 über das Entlastungsprogramm 2003, AS 2004 S. 1633 ff.; BGE 130 II 56 E. 3 S. 58 f. mit Hinweisen). Da auch alle übrigen Haftvoraussetzungen erfüllt sind - insbesondere nicht gesagt werden kann, dass sich eine begleitete Ausschaffung nicht in absehbarer Zeit organisieren liesse (vgl. Art. 13c Abs. 5 lit. a ANAG; BGE 130 II 56 E. 4.1.3 mit Hinweisen) oder sich die Behörden nicht mit dem nötigen Nachdruck hierum bemühen würden (vgl. Art. 13b Abs. 3 ANAG; BGE 124 II 49 ff.) -, verletzt der angefochtene Entscheid kein Bundesrecht.

3.
3.1 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend würde der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig. Es rechtfertigt sich indessen, praxisgemäss von der Erhebung einer Gerichtsgebühr abzusehen (Art. 154 und Art. 153a OG; vgl. das Urteil 2A.86/2001 vom 6. März 2001, E. 3).
3.2 Der Migrationsdienst des Kantons Bern wird ersucht, dafür besorgt zu sein, dass der vorliegende Entscheid dem Beschwerdeführer korrekt eröffnet und nötigenfalls verständlich gemacht wird.

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:
1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.
2.
Es werden keine Kosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Migrationsdienst des Kantons Bern und dem Haftgericht III Bern-Mittelland sowie dem Bundesamt für Flüchtlinge schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 16. Juni 2004
Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

immigration detentionrisk of abscondingremoval enforcementsimplified procedurecourt fees

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the conditions for pre-removal detention under Art. 13b ANAG were met, in particular risk of absconding.

Extrahierter Entscheid

Yes. The prior final removal order was not manifestly unsustainable, and the refusal to board the flight showed a concrete risk that he would evade removal.

Extrahierte Begründung

The asylum decisions were final and could serve as a valid basis for detention. His conduct after issuance of the laissez-passer established a risk of absconding within Art. 13b(1)(c) ANAG. The authorities were also pursuing removal with sufficient diligence, and escorted removal appeared feasible within a reasonable time.

Kernrechtsfrage

Whether the detention decision had to be set aside because removal could not be executed soon or the authorities lacked diligence.

Extrahierter Entscheid

No. The court found no violation of federal law because removal remained practically feasible and the authorities were acting with due diligence.

Extrahierte Begründung

The prerequisites in Art. 13c(5)(a) ANAG and Art. 13b(3) ANAG were not breached on the facts.

Kernrechtsfrage

Court costs of the federal proceedings

Extrahierter Entscheid

No court fee was charged as a matter of practice, despite the appellant losing.

Extrahierte Begründung

The court applied its usual practice to waive the fee in this type of case.

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