Immigration detention upheld despite asylum and health objections

2A.22/2007Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung19.01.2007Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X., a Turkish national, challenged his removal detention ordered after an unsuccessful asylum procedure. The Federal Supreme Court held that he had gone into hiding after a final expulsion decision, so the detention ground under Art. 13b ANAG was met and removal remained foreseeable. His arguments based on alleged persecution in Turkey and on his psychiatric condition did not affect the legality of the detention; such concerns belonged to the asylum file or could be addressed within detention conditions. The complaint was dismissed under the simplified procedure, and no court fees were imposed.

Omnilex-Regeste

Art. 13b ANAG; removal detention after final expulsion order; review by the Federal Supreme Court is limited to the detention requirements. Where the foreign national has failed to comply with a final removal order and gone into hiding, the detention ground of Art. 13b Abs. 1 lit. c ANAG is met. The court need only verify that removal is foreseeable and that the authorities pursue execution with due diligence under Art. 13c Abs. 5 lit. a and Art. 13b Abs. 3 ANAG. Objections relating to asylum merits or alleged persecution are not part of the detention-review proceedings. Illness or suicide risk does not automatically preclude detention; it may be implemented in a suitable institution without formally lifting the measure.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2A.22/2007 /leb

Urteil vom 19. Januar 2007
II. Öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Müller, Karlen,
Gerichtsschreiber Hugi Yar.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Migrationsdienst des Kantons Bern,
Eigerstrasse 73, 3011 Bern,
Haftgericht III Bern-Mittelland,
Amthaus, Hodlerstrasse 7, 3011 Bern.

Gegenstand
Ausschaffungshaft (Art. 13b ANAG),

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Haftgerichts III Bern-Mittelland vom 29. Dezember 2006.

Das Bundesgericht stellt fest und zieht in Erwägung:
1.
X.________ (geb. 1977) stammt aus der Türkei. Er durchlief in der Schweiz erfolglos ein Asylverfahren. Am 29. Dezember 2006 nahm der Migrationsdienst des Kantons Bern ihn in Ausschaffungshaft, welche der Haftrichter 1 am Haftgericht III Bern-Mittelland gleichentags prüfte und bis zum 28. März 2007 bestätigte. X.________ ist hiergegen am 8. Januar 2007 mit dem Antrag an das Bundesgericht gelangt, "das Nötige zu unternehmen", damit er nicht in die Türkei zurückkehren müsse, wo er verfolgt werde.
2.
2.1 Der angefochtene Entscheid datiert vom 29. Dezember 2006; die vorliegende Eingabe ist somit noch als Verwaltungsgerichtsbeschwerde entgegenzunehmen und im Rahmen des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG) zu erledigen (vgl. Art. 132 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht, Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110, AS 2006 1205 ff.). Ob materiell-rechtlich die Art. 13b ff. ANAG in ihrer Fassung vom 18. März 1994 (AS 1995 146 ff.) bzw. vom 19. Dezember 2003 (AS 2004 1633 ff., dort 1647) zur Anwendung kommen oder ob bereits die verschärften Zwangsmassnahmen gemäss der Änderung des Asylgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AS 2006 4745 ff., dort 4768 ff.) gelten, welche (teilweise) am 1. Januar 2007 in Kraft getreten sind (AS 2006 4767, dort Abs. 2 lit. c) und auf die in diesem Zeitpunkt "hängigen Verfahren" Anwendung finden (vgl. III. Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 16. Dezember 2005 Abs. 1, AS 2006 4762), kann dahingestellt bleiben; die Eingabe erweist sich so oder anders als offensichtlich unzulässig bzw. unbegründet und kann ohne Weiterungen im vereinfachten Verfahren nach Art. 36a OG erledigt werden:
2.2 Der Beschwerdeführer ist im Asylverfahren rechtskräftig aus der Schweiz weggewiesen worden (Entscheid des Bundesamts für Migration vom 25. Februar 2005 [gemäss Haftanordnung: 2006], Urteil und Revisionsentscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 21. August 2006 bzw. 19. Dezember 2006). Er hat das Land in der Folge nicht verlassen, sondern ist hier untergetaucht und erfüllt damit den Haftgrund von Art. 13b Abs. 1 lit. c ANAG (vgl. BGE 130 II 377 E. 3.3.3, 56 E. 3.1 S. 58; 128 II 241 E. 2.1 S. 243; 125 II 369 E. 3b/aa S. 375; 122 II 49 E. 2a S. 51). Da auch alle übrigen Haftvoraussetzungen gegeben sind - insbesondere nicht gesagt werden kann, dass sich seine Ausschaffung nicht in absehbarer Zeit organisieren liesse (Art. 13c Abs. 5 lit. a ANAG; BGE 130 II 56 E. 4.1.3 mit Hinweisen) bzw. die Behörden sich nicht mit dem nötigen Nachdruck hierum bemühen würden (vgl. Art. 13b Abs. 3 ANAG; 124 II 49 ff.; 130 II 488 E. 4) - , verletzt der angefochtene Entscheid kein Bundesrecht. Der Beschwerdeführer kann seine Haft verkürzen, indem er mit den Behörden zusammenarbeitet; je schneller seine Papiere beschafft werden können bzw. er diese selber besorgt, desto eher kann die Ausschaffung vollzogen werden und desto kürzer fällt seine restliche Festhaltung aus.
2.3 Was der Beschwerdeführer gegen diese weiter einwendet, überzeugt nicht: Soweit er geltend macht, nicht in die Türkei zurückkehren zu können, da er dort verfolgt werde, verkennt er, dass die Asyl- und Wegweisungsfrage nicht Gegenstand des Haftgenehmigungsverfahrens bildet (vgl. BGE 130 II 56 E. 2; 128 II 193 E. 2.2.1; 125 II 217 E. 2 S. 220); hierüber ist im Asylverfahren abschliessend entschieden worden. Anhaltspunkte dafür, dass die dort angeordnete Wegweisung offensichtlich unzulässig wäre und deshalb nicht mit einer Ausschaffungshaft sichergestellt werden könnte, bestehen nicht. Soweit der Beschwerdeführer behauptet, psychisch angeschlagen zu sein, und antönt, sich für den Fall einer Ausschaffung umbringen zu wollen, kann seinem Gesundheitszustand im Rahmen der Haftbedingungen Rechnung getragen werden. Nach der Rechtsprechung lässt eine Krankheit oder ein Suizidversuch die Ausschaffungshaft nicht dahinfallen; sie ist unter Umständen jedoch im Rahmen einer geeigneten Anstalt oder Klinik zu vollziehen, wozu die Haft nicht formell aufgehoben zu werden braucht (so statt anderer das Urteil 2A.697/2006 vom 4. Dezember 2006, E. 2.3.3). Für alles Weitere wird auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen (Art. 36a Abs. 3 OG).
3.
Dem Verfahrensausgang entsprechend würde der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 156 Abs. 1 OG); es rechtfertigt sich indessen, praxisgemäss von der Erhebung einer Gerichtsgebühr abzusehen (Art. 153a OG). Der Migrationsdienst des Kantons Bern wird ersucht, dafür besorgt zu sein, dass der vorliegende Entscheid dem Beschwerdeführer korrekt eröffnet und nötigenfalls verständlich gemacht wird.

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:
1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2.
Es werden keine Kosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Migrationsdienst des Kantons Bern und dem Haftgericht III Bern-Mittelland sowie dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 19. Januar 2007
Im Namen der II. Öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

immigration detentionremovalasylumflight risksummary proceduremedical conditioncourt fees

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the removal detention was lawful under Art. 13b ANAG despite the appellant's objections based on asylum protection and health concerns.

Extrahierter Entscheid

The detention was lawful: the appellant had disappeared after a final removal order, the detention ground was met, removal was foreseeable, and the authorities acted with due diligence.

Extrahierte Begründung

The asylum and removal questions were not part of the detention review. The appellant remained at large after the final expulsion order, satisfying the detention ground. His claimed risk of persecution in Turkey did not undermine detention, and his health concerns could be accommodated in the place of detention without formally lifting detention.

Kernrechtsfrage

Whether the complaint was admissible and whether the simplified procedure could be used.

Extrahierter Entscheid

The filing was treated as a Verwaltungsgerichtsbeschwerde and decided under the simplified procedure; to the extent not clearly admissible, it was dismissed as inadmissible or manifestly unfounded.

Extrahierte Begründung

Because the appealed decision predated the Federal Supreme Court Act's entry into force, the matter remained governed by the OG. In any event, the submission was manifestly inadmissible or unfounded and could be resolved without further proceedings under Art. 36a OG.

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