No admissible appeal against refusal of residence permit

2A.2/2002Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung23.01.2002Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A Croatian applicant challenged the refusal of a residence permit and sought permission to return to Switzerland for health reasons. The Federal Supreme Court held in summary procedure that neither an administrative law appeal nor a subsidiary constitutional complaint was admissible because he had no enforceable right to a permit. The BVO did not create such a right, and no procedural grievance amounting to denial of justice was raised. The court therefore declined to enter into the case and exceptionally waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 100 Abs. 1 lit. b OG; Art. 88 OG; Art. 84 Abs. 2 OG; Art. 4 ANAG; admissibility of administrative law appeal and subsidiary constitutional complaint against refusal of a residence permit. A foreigner may challenge such a refusal by administrative law appeal only where federal law or a treaty confers an enforceable entitlement to the permit; mere discretionary authority under the ANAG or the BVO does not suffice. The BVO, including its medical-treatment provision, merely binds the cantons as to the limits of their discretion and does not itself create a subjective right (consid. 2a). Absent a legal entitlement, the merits of the cantonal decision are likewise not reviewable by constitutional complaint; only complaints concerning procedural guarantees and formal denial of justice remain possible, and these must be specifically pleaded (consid. 2b).

Gesamter Gesetzestext

[AZA 0/2]
2A.2/2002/bmt

II. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG ***********************************

  1. Januar 2002

Es wirken mit: Bundesrichter Wurzburger, Präsident der
II. öffentlichrechtlichen Abteilung, Betschart, Merkli und
Gerichtsschreiber Hugi Yar.


In Sachen
X.________, Kroatien, geb. 1950, Beschwerdeführer,

gegen
Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, Verwaltungsgericht des Kantons Basel-Landschaft,

betreffend
Wohnsitznahme in der Schweiz,
wird festgestellt und in Erwägung gezogen:

1.- Mit Urteil vom 26. September 2001 wies das Verwaltungsgericht des Kantons Basel-Landschaft eine Beschwerde von X.________ (geb. 1950) gegen die Ablehnung seines Gesuchs, ihm und seiner Familie eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, ab. Hiergegen gelangte X.________ am 20. Dezember 2001 mit dem Antrag an das Bundesgericht, ihm die Rückkehr in die Schweiz zu ermöglichen.

2.- Auf die Eingabe ist ohne Anordnung eines Schriftenwechsels (Art. 110 Abs. 1 bzw. Art. 93 Abs. 1 OG) oder Einholen der Akten im vereinfachten Verfahren nach Art. 36a OG nicht einzutreten:

a) aa) Auf dem Gebiet der Fremdenpolizei ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen die Verweigerung von Bewilligungen ausgeschlossen, auf die das Bundesrecht keinen Anspruch einräumt (Art. 100 Abs. 1 lit. b OG). Die Gewährung bzw. Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung liegt im freien Ermessen der Behörden, soweit der Betroffene sich nicht auf eine Sondernorm des Bundesrechts oder eines Staatsvertrags berufen kann, die ihm einen entsprechenden Anspruch verschafft (Art. 4 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAG; SR 142. 29]; BGE 127 II 161 E. 1a S. 164, mit Hinweisen).

bb) Eine solche besteht im vorliegenden Fall, wie das Verwaltungsgericht zu Recht festgestellt hat, nicht: Der Beschwerdeführer lebt mit seiner Familie in Kroatien, möchte jedoch aus gesundheitlichen Gründen in die Schweiz kommen.
Ein Rechtsanspruch hierauf hat er weder gestützt auf die Europäische Menschenrechtskonvention noch das UN-Kinderrechteabkommen (BGE 126 II 377 E. 2 u. 5). Ein solcher ergibt sich auch nicht aus Art. 33 der Verordnung vom 6. Oktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (BVO), wonach unter gewissen Bedingungen eine Aufenthaltsbewilligung für medizinische Behandlungen erteilt werden kann. Die Begrenzungsverordnung legt nur die formellen und materiellen Schranken fest, welche die Kantone bei der Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen zu beachten haben. Sie verpflichtet sie jedoch nicht, solche zu erteilen, und vermag deshalb auch keine entsprechenden Rechtsansprüche zu begründen (BGE 122 I 44 E. 3b/aa S. 46; 119 Ib 91 E. 1d und 2b; 115 Ib 1 E. 1b S. 3; 111 Ib 1 E. 1a S. 3).

b) Der Beschwerdeführer kann den Entscheid des Verwaltungsgerichts in der Sache selber - mangels eines Rechtsanspruchs (vgl. Art. 88 OG) und mit Blick auf die Subsidiaritätsregel von Art. 84 Abs. 2 OG - auch nicht mit staatsrechtlicher Beschwerde anfechten (BGE 127 II 161 E. 1b S. 165). Zwar könnte er mit diesem Rechtsmittel eine Verletzung jener Verfahrensgarantien geltend machen, die ihm nach dem kantonalen Verfahrensrecht oder unmittelbar gestützt auf Art. 29 BV zustehen und deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung darstellt (BGE 127 II 161 E. 3b S. 167); entsprechende Rügen erhebt er indessen nicht (vgl. Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 125 I 491 E. 1b S. 495).

c) Die Eingabe ist somit weder als Verwaltungsgerichts- noch als staatsrechtliche Beschwerde zulässig.

3.- Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend würde der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 153 und Art. 153a OG). Es rechtfertigt sich indessen, ausnahmsweise von der Erhebung von Kosten abzusehen (Art. 153a OG). Parteientschädigungen sind nicht geschuldet (Art. 159 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:

1.- Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.- Es werden keine Kosten erhoben.

3.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Regierungsrat und dem Verwaltungsgericht des Kantons Basel-Landschaft sowie dem Bundesamt für Ausländerfragen schriftlich mitgeteilt.

______________
Lausanne, 23. Januar 2002

Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung
des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

residence permitimmigrationadmissibilitylegal entitlementconstitutional complaintsummary procedurecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the administrative law appeal against the refusal of a residence permit was admissible.

Extrahierter Entscheid

No. Because no federal-law entitlement to the permit existed, the administrative law appeal was excluded.

Extrahierte Begründung

Residence permits lie within administrative discretion unless a federal statute or treaty gives an enforceable right. None was shown here.

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint could be used to challenge the merits of the cantonal judgment.

Extrahierter Entscheid

No. In the absence of a legal entitlement, the merits could not be challenged by constitutional complaint either.

Extrahierte Begründung

The subsidiary constitutional complaint only covers violations of procedural guarantees amounting to formal denial of justice; no such procedural grievance was raised.

Kernrechtsfrage

Court costs for the unsuccessful applicant.

Extrahierter Entscheid

Costs would ordinarily follow the losing party, but the court exceptionally waived them.

Extrahierte Begründung

Although the applicant would normally bear costs, the court exercised its discretion to refrain from charging them; no party compensation was due.

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