Non-entry on constitutional complaints against refusal of authorization

1P.72/2007Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung05.02.2007Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The complainant challenged two cantonal decisions refusing authorization to prosecute members of the Zurich High Court. The Federal Supreme Court found the constitutional complaints insufficiently reasoned and therefore did not enter into them. Broader requests were held inadmissible, suspensive effect became moot, and free legal aid was refused because the complaints were hopeless. Court costs of CHF 1,000 were imposed on the complainant.

Omnilex-Regeste

Art. 90 Abs. 1 OG; Art. 88 OG; Art. 152 OG; Art. 156 Abs. 1 OG; constitutional complaint admissibility and substantiation: a constitutional complaint must, in a manner satisfying the statutory reasoning requirements, identify the rights allegedly violated and explain specifically how the contested decision infringes them. Mere citation of constitutional, international or criminal-law provisions without concrete subsumption is insufficient. Requests exceeding mere annulment are inadmissible in such proceedings. If the complaint is manifestly inadmissible or hopeless, free legal aid is to be refused; costs follow the outcome.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1P.72/2007
1P.73/2007 /fun

Urteil vom 5. Februar 2007
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Bundesrichter Aemisegger, Eusebio,
Gerichtsschreiber Bopp.

Parteien
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Geschäftsleitung des Kantonsrates des Eidgenössischen Standes Zürich, Neumühlequai 10, Postfach, 8090 Zürich.

Gegenstand
Ermächtigungsgesuche,

Staatsrechtliche Beschwerden gegen die Beschlüsse Nrn. 636 und 637 der Geschäftsleitung des Kantonsrates des Eidgenössischen Standes Zürich vom 14. Dezember 2006.

Das Bundesgericht hat in Erwägung,
dass X.________ am 24. September/4. Oktober 2006 gegen Mitglieder des Obergerichts des Kantons Zürich Strafanzeige erstattete;

dass die Geschäftsleitung des Kantonsrates des Eidgenössischen Standes Zürich mit zwei separaten Beschlüssen vom 14. Dezember 2006 erwog, den Anzeigen seien keine Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Verhalten zu entnehmen, weshalb sie die Gesuche des Anzeigers um Erteilung der Ermächtigung zur Strafverfolgung von der Hand wies;

dass X.________ hiergegen der Sache nach mit zwei verschiedenen Eingaben staatsrechtliche Beschwerde führt;

dass es sich sachlich rechtfertigt, die beiden Beschwerdeverfahren zu vereinigen und die Eingaben gemeinsam zu behandeln;

dass die verschiedenen Begehren, mit denen mehr als nur die Aufhebung der genannten Beschlüsse vom 14. Dezember 2006 verlangt wird, von vornherein unzulässig sind (BGE 129 I 129 E. 1.2.1);

dass der Beschwerdeführer schon wiederholt auf die gesetzlichen Erfordernisse einer staatsrechtlichen Beschwerde (Art. 90 Abs. 1 OG; BGE 131 I 377 E. 4.3) aufmerksam gemacht worden ist;

dass er sich zur Begründung weitgehend darauf beschränkt, verschiedene Bestimmungen namentlich der Bundesverfassung und des Völkerrechts sowie des Strafgesetzbuches zu zitieren, die er pauschal als verletzt erachtet, wie er dies bereits in früheren Verfahren tat;

dass kein Anlass besteht, darauf zurückzukommen, und der Beschwerdeführer, soweit er überhaupt nach Art. 88 OG als beschwerdebefugt zu erachten wäre (vgl. BGE 128 I 218 E. 1.1, 121 I 42 E. 2a mit Hinweisen), namentlich nicht darlegt, inwiefern er durch die nunmehr angefochtenen Beschlüsse in seinen verfassungsmässigen Rechten verletzt worden sein soll;

dass daher auf die Beschwerden nicht einzutreten ist, womit das Gesuch um Gewährung aufschiebender Wirkung gegenstandslos wird;
dass die Beschwerden als von vornherein aussichtslos im Sinne von Art. 152 OG zu erachten sind und deshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen ist;
dass dem Verfahrensausgang entsprechend die bundesgerichtlichen Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 156 Abs. 1 OG);

im Verfahren nach Art. 36a OG erkannt:
1.
Auf die Beschwerden wird nicht eingetreten.
2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.
3.
Die Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und der Geschäftsleitung des Kantonsrates des Eidgenössischen Standes Zürich schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 5. Februar 2007
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

constitutional complaintnon-entrysubstantiationauthorization to prosecutefree legal aidcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaints met the admissibility and substantiation requirements.

Extrahierter Entscheid

The complaints were inadmissible because they did not sufficiently explain an infringement of constitutional rights and did not satisfy the formal reasoning requirements.

Extrahierte Begründung

The complainant mainly cited constitutional, international, and criminal-law provisions in a blanket manner. He failed to show, as required, how the challenged decisions violated his own constitutional rights.

Kernrechtsfrage

Whether the requests for relief beyond annulment were admissible.

Extrahierter Entscheid

The broader requests were inadmissible from the outset.

Extrahierte Begründung

In constitutional complaint proceedings, only the challenged decisions could be sought to be set aside; additional requests were not permitted.

Kernrechtsfrage

Whether the request for interim relief remained pending.

Extrahierter Entscheid

It became moot after the complaints were not entered into.

Extrahierte Begründung

Once the main proceedings were dismissed for non-entry, there was no basis for interim relief.

Kernrechtsfrage

Whether free legal aid should be granted.

Extrahierter Entscheid

The request for free legal aid was denied because the complaints were hopeless.

Extrahierte Begründung

Given the lack of admissibility and prospects of success, the petitions were manifestly without chance of success.

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