Non-entry on constitutional complaint; legal aid denied

1P.633/2001Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung17.10.2001Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The complainant challenged a cantonal decision refusing free legal aid in a liability action arising from an alleged prison work accident in 1988. The Federal Supreme Court held that the constitutional complaint did not satisfy the formal substantiation requirements of Art. 90(1)(b) OG, because it insufficiently addressed the cantonal reasoning and did not show any violation of constitutional or convention rights. The Court therefore did not enter into the complaint. It also denied free legal aid before the Federal Supreme Court as the appeal was hopeless, and ordered the complainant to pay the court fee of CHF 500.

Omnilex-Regeste

Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; substantiation requirements of a staatsrechtliche Beschwerde. The constitutional complaint must state the decisive facts and, in concise form, identify the constitutional rights or legal rules allegedly violated and explain specifically and in a detailed manner how the challenged decision infringes them. The Federal Supreme Court examines only clearly and precisely raised grievances; submissions that merely disagree with the reasoning below or fail to confront it in a legally sufficient way are inadmissible (consid. 3). Where the complaint is manifestly without prospects of success, free legal aid and appointment of counsel are to be refused (Art. 152 OG).

Gesamter Gesetzestext

[AZA 0/2]
1P.633/2001/mks

I. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG


  1. Oktober 2001

Es wirken mit: Bundesgerichtsvizepräsident Aemisegger,
Präsident der I. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter
Nay, Bundesrichter Favre und Gerichtsschreiber Pfäffli.


In Sachen
E.________,

gegen
Kantonsgerichtspräsidium Z u g,Obergericht des Kantons Z u g, Justizkommission,

betreffend
unentgeltliche Prozessführung,

zieht das Bundesgericht in Erwägung:

1.- Im Rahmen einer Verantwortlichkeitsklage gegen die Interkantonale Strafanstalt Bostadel stellte E.________ ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Bestellung eines Rechtsbeistandes, welches ihm mit Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums Zug vom 26. Februar 2001 abgewiesen wurde.
Das Kantonsgerichtspräsidium erachtete den Haftungsprozess als aussichtslos. Gegen die Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums erhob E.________ Beschwerde, welche von der Justizkommission des Obergerichts des Kantons Zug mit Entscheid vom 31. August 2001 abgewiesen wurde. Die Justizkommission erachtete die von E.________ geltend gemachten Ansprüche, die auf einen im Jahre 1988 in der Strafanstalt erlittenen Arbeitsunfall zurückgehen, als verjährt, weshalb das Kantonsgerichtspräsidium den Haftungsprozess zu Recht als aussichtslos beurteilt habe.

2.- Gegen den Entscheid der Justizkommission des Obergerichts des Kantons Zug erhob E.________ mit Eingabe vom 1. Oktober 2001 staatsrechtliche Beschwerde.

Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.

3.- Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss eine staatsrechtliche Beschwerde die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung darüber enthalten, welche verfassungsmässigen Rechte bzw. welche Rechtssätze und inwiefern
sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind.
Im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren prüft das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene Rügen (BGE 127 I 38 E. 3c mit Hinweisen). Diesen Anforderungen vermag die Eingabe vom 1. Oktober 2001, die sich mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids nur mangelhaft auseinander setzt, nicht zu genügen. Der Beschwerdeführer legt nicht rechtsgenüglich dar, inwiefern der angefochtene Entscheid verfassungs- oder konventionswidrig sein soll. Mangels einer genügenden Begründung ist demnach auf die Beschwerde nicht einzutreten.

4.- Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die bundesgerichtlichen Kosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG). Sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung eines Rechtsbeistandes ist abzuweisen, da sich die Beschwerde von vornherein als aussichtslos erwies (Art. 152 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:

1.- Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.- Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.- Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Kantonsgerichtspräsidium Zug und dem Obergericht des Kantons Zug, Justizkommission, schriftlich mitgeteilt.

______________
Lausanne, 17. Oktober 2001

Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung
des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS
Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

constitutional complaintinadmissibilitysubstantiation requirementsfree legal aidhopeless appealcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint met the substantiation requirements of Art. 90(1)(b) OG.

Extrahierter Entscheid

The complaint did not adequately set out the relevant facts or explain in a sufficiently specific way which constitutional or conventional rights were violated.

Extrahierte Begründung

The filing dealt only inadequately with the reasons of the cantonal decision and did not present legally sufficient arguments; the Federal Supreme Court reviews only clearly and specifically raised grievances.

Kernrechtsfrage

Whether free legal aid and appointment of counsel should be granted before the Federal Supreme Court.

Extrahierter Entscheid

Legal aid was denied because the complaint was manifestly hopeless.

Extrahierte Begründung

Since the constitutional complaint was plainly inadmissible for lack of reasoning, it had no prospect of success within the meaning of Art. 152 OG.

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