Revision of inadmissible federal judgment denied

1P.631/2002Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung16.12.2002Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

D.________ requested revision of a Federal Supreme Court judgment of 21 October 2002 that had not entered into his constitutional complaint as late. He relied on Art. 137 lit. b OG and argued that a later Federal Supreme Court decision constituted new evidence showing that a right-of-appeal warning should have been given. The Court held that revision is available only for newly discovered facts or evidence, not for alleged errors of law. It also refused free legal aid because the request was manifestly without prospects. The revision was dismissed and court costs of CHF 500 were charged to the applicant.

Omnilex-Regeste

Art. 137 lit. b OG; revision of a federal judgment only for subsequently discovered decisive facts or evidence that could not have been produced earlier; alleged errors in the application of law are not grounds for revision and cannot be used to obtain a renewed merits review. Art. 152 OG; gratuitous legal aid requires non-obvious prospects of success, which are lacking where the revision request is manifestly doomed to fail. Art. 156 Abs. 1 OG; costs are borne by the unsuccessful applicant.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1P.631/2002 /err

Urteil vom 16. Dezember 2002
I. Öffentlichrechtliche Abteilung

Bundesgerichtsvizepräsident Aemisegger, Präsident,
Bundesrichter Nay, Aeschlimann,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

D.________, Gesuchsteller,

gegen

Gerichtspräsidentin 4 des Gerichtskreises X Thun, Schloss, 3601 Thun,
Anklagekammer des Obergerichts des Kantons Bern, Hochschulstrasse 17, 3012 Bern.

Revision des bundesgerichtlichen Urteils 1P.489/2002 vom 21. Oktober 2002.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesgericht trat mit Urteil vom 21. Oktober 2002 auf eine staatsrechtliche Beschwerde von D.________ infolge verspäteter Beschwerdeeinreichung nicht ein. Mit Schreiben vom 13. November 2002 ersuchte D.________ das Bundesgericht sinngemäss um Wiedererwägung seines Urteils vom 21. Oktober 2002. Das Bundesgericht teilte ihm mit Schreiben vom 22. November 2002 mit, dass es nur im Rahmen eines Revisionsverfahrens auf ein bereits gefälltes Urteil zurückkommen könne. Die Eingabe vom 13. November könne jedoch nicht als ein Revisionsgesuch aufgefasst werden. In der Folge ersuchte D.________ am 28. November 2002 um Revision des bundesgerichtlichen Urteils vom 21. Oktober 2002. Er stützt sich dabei auf Art. 137 lit. b OG.
2.
Gemäss Art. 137 lit. b OG ist die Revision eines bundesgerichtlichen Entscheids zulässig, "wenn der Gesuchsteller nachträglich neue erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die er im früheren Verfahren nicht beibringen konnte".
Der Gesuchsteller sieht in einem ihm vorgängig unbekannten Bundesgerichtsentscheid vom 15. November 2001 (2P.266/2001) ein neues Beweismittel, aus dem hervorgehe, dass - entgegen den Ausführungen im Entscheid vom 21. Oktober 2002 - mit einer Rechtsmittelbelehrung auf die Möglichkeit einer staatsrechtlichen Beschwerde hingewiesen werden müsste. Mit diesen Ausführungen beanstandet der Gesuchsteller nicht die tatsächliche Grundlage des angefochtenen Urteils. Er macht vielmehr einen Fehler in der Rechtsanwendung geltend. Derartige Fehler sind jedoch der Revision nicht zugänglich. Das Revisionsverfahren dient nicht einer Neuprüfung der vor Bundesgericht abgeschlossenen Rechtssache. Der Gesuchsteller ist jedoch der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen, dass das von ihm erwähnte Urteil des Bundesgerichts einzig Ausführungen zur Rechtsmittelbelehrung im kantonalen Rechtsmittelverfahren, nicht jedoch bezüglich einer staatsrechtlichen Beschwerde enthält. Das Revisionsgesuch ist somit abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
3. Angesichts der offensichtlichen Aussichtslosigkeit der vorliegenden Revision kann dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht entsprochen werden (Art. 152 OG). Bei diesem Verfahrensausgang hat somit der Gesuchsteller die bundesgerichtlichen Kosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 143 Abs. 1 OG:

1.
Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.
3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Gesuchsteller auferlegt.
4.
Dieses Urteil wird dem Gesuchsteller, der Gerichtspräsidentin 4 des Gerichtskreises X Thun und der Anklagekammer des Obergerichts des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 16. Dezember 2002
Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

revisionnew evidenceerror of lawlegal aidcourt costslate appealinadmissibility

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the prior federal judgment could be revised under Art. 137 lit. b OG on the basis of a newly discovered Federal Supreme Court decision.

Extrahierter Entscheid

Revision was unavailable because the applicant alleged an error in legal application, not a newly discovered decisive fact or evidence.

Extrahierte Begründung

Art. 137 lit. b OG permits revision only for later-discovered significant facts or decisive evidence that could not have been produced earlier. A claimed mistake of law is not reviewable in revision, which is not a new merits review.

Kernrechtsfrage

Whether the applicant was entitled to free legal aid in the revision proceedings.

Extrahierter Entscheid

Free legal aid was denied because the revision request was manifestly hopeless.

Extrahierte Begründung

Given the obvious lack of prospects of success, the statutory conditions for gratuitous legal assistance were not met.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.