Constitutional complaint inadmissible for lack of final cantonal decision

1P.111/2002Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung25.03.2002Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court refused to enter into a constitutional complaint filed by X. because no final cantonal decision was identifiable in the submission and the pleading did not satisfy the federal reasoning requirements. The request for legal aid was denied as the complaint was manifestly without prospects of success. Court costs of CHF 500 were charged to the complainant.

Omnilex-Regeste

Art. 86 OG, Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; admissibility of constitutional complaint and reasoning requirements; Art. 152 OG, legal aid. A constitutional complaint is admissible only against a final cantonal decision; the appellant must identify the challenged decision and substantiate, in a reasoned manner, which constitutional rights were violated. A merely vague reference to a prior cantonal non-entry decision does not suffice. Where the complaint is manifestly devoid of prospects of success, free legal aid must be refused; the unsuccessful party bears the costs under Art. 156 Abs. 1 OG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1P.111/2002 /sta

Urteil vom 25. März 2002
I. Öffentlichrechtliche Abteilung

Bundesgerichtsvizepräsident Aemisegger, Präsident,
Bundesrichter Nay, Aeschlimann,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Untersuchungsrichteramt III Bern-Mittelland, Amthaus, Hodlerstrasse 7, 3011 Bern,
Staatsanwaltschaft III Bern-Mittelland, Amthaus, Hodlerstrasse 7, 3011 Bern.

Nichteintretensbeschluss

(Staatsrechtliche Beschwerde)

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
X.________ wandte sich mit einer als "Beschwerde wegen unerlaubten Handlungen gegen meine Person" bezeichneten Eingabe vom 17. Februar 2002 an das Bundesgericht. Dieses teilte ihm mit Schreiben vom 26. Februar 2002 mit, seine Beschwerde stehe offenbar im Zusammenhang mit einem Nichteintretensbeschluss des Untersuchungsrichteramtes III Bern-Mittelland vom Juli 2001. Eine staatsrechtliche Beschwerde - um eine solche würde es sich vorliegend wohl handeln - sei erst gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide zulässig. Ein solcher Entscheid sei jedoch aus seiner Eingabe nicht ersichtlich. Ausserdem genüge die Eingabe den Begründungsanforderungen gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht.
2.
Mit Schreiben vom 14. März 2002 teilte X.________ dem Bundesgericht sinngemäss mit, dass er an seiner Beschwerde festhalten wolle. Ausserdem ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.

Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassung.
3.
Die staatsrechtliche Beschwerde ist, von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen, nur gegen letztinstanzliche kantonale Entscheid zulässig (Art. 86 OG). Ein solcher Entscheid lässt sich den Eingaben des Beschwerdeführers nicht entnehmen. Ausserdem genügen die Eingaben den Begründungsanforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht (vgl. BGE 127 I 38 E. 3c mit Hinweisen).

Auf die staatsrechtliche Beschwerd kann somit nicht eingetreten werden.
4.
Angesichts der offensichtlichen Aussichtslosigkeit der vorliegenden Beschwerde kann dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht entsprochen werden (Art. 152 OG). Somit hat der unterliegende Beschwerdeführer die bundesgerichtlichen Kosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:

1.
Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.
3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Untersuchungsrichteramt III Bern-Mittelland und der Staatsanwaltschaft III Bern-Mittelland schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 25. März 2002
Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

constitutional complaintadmissibilityfinal decisionreasoning requirementslegal aidcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint was admissible without a clearly identifiable final cantonal decision and with adequate reasoning.

Extrahierter Entscheid

The complaint was inadmissible because no final cantonal decision was identifiable and the filing did not meet the reasoning requirements.

Extrahierte Begründung

A constitutional complaint lies only against a final cantonal decision; that requirement was not shown. The submission also failed to satisfy Art. 90(1)(b) OG.

Kernrechtsfrage

Whether the complainant was entitled to free legal aid.

Extrahierter Entscheid

Legal aid was denied because the complaint was manifestly hopeless.

Extrahierte Begründung

Given the obvious lack of prospects of success, the request for legal aid could not be granted under Art. 152 OG.

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