Revision and deadline reinstatement rejected

1F_19/2010Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung01.11.2010Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

Lukas Arnold sought revision of a prior Federal Supreme Court judgment that had declared his earlier revision request inadmissible as late. He also asked for reinstatement of the deadline, arguing that his misunderstanding of the Federal Supreme Court’s deadline calculation should excuse the delay. The Court held that his submissions merely attacked the prior legal assessment and did not establish a revision ground under Art. 121 lit. d BGG. It further held that ignorance of procedural law does not justify reinstatement. Because the case was hopeless, free legal aid was refused and CHF 500 in court costs were imposed on him.

Omnilex-Regeste

Art. 121 lit. d BGG; revision is not a substitute for appeal against legal reasoning; criticism of the legal assessment underlying the attacked judgment is inadmissible in revision. Art. 127 BGG permits disposition without exchange of submissions where the request is manifestly unfounded. Reinstatement of a procedural time limit requires a legally relevant impediment; mere ignorance of procedural rules, especially rules on deadline calculation, does not suffice. Art. 64 BGG denies legal aid where the proceeding lacks prospects of success. Art. 66 Abs. 1 BGG: costs follow the outcome and are borne by the unsuccessful applicant.

Gesamter Gesetzestext

{T 1/2}
1F_19/2010

Urteil vom 1. November 2010
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Bundesrichter Raselli, Fonjallaz,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Verfahrensbeteiligte
Lukas Arnold,
Gesuchsteller,

gegen

Regierungsrat des Kantons Zürich, Neumühlequai 10, Postfach, 8090 Zürich.

Gegenstand
Revisionsgesuch gegen das Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts 1F_11/2010 vom 16. Juni 2010.

In Erwägung,
dass das Bundesgericht mit Urteil vom 16. Juni 2010 auf ein Revisionsgesuch von Lukas Arnold wegen verspäteter Einreichung nicht eingetreten ist (Verfahren 1F_11/2010);
dass Lukas Arnold mit Eingabe vom 13. September 2010 um Revision des bundesgerichtlichen Urteils vom 16. Juni 2010 und eventualiter um Wiederherstellung der Revisionsfrist ersucht hat;
dass sich der Gesuchsteller auf den Revisionsgrund von Art. 121 lit. d BGG beruft;
dass der Gesuchsteller dabei geltend macht, dass eine Frist, welche an einem Freitag um 24.00 Uhr endet eben auch am Samstag um 0.00 Uhr endet und somit der Fristenlauf gemäss Art. 45 Abs. 1 BGG bis zum nächstfolgenden Montag verlängert wird;
dass die Ausführungen des Gesuchstellers keinen Revisionsgrund nach Art. 121 lit. d BGG zu begründen vermögen, sondern vielmehr auf eine Kritik an der dem angerufenen Urteil zugrunde liegenden rechtlichen Würdigung hinauslaufen;
dass solche Kritik an der rechtlichen Würdigung im Revisionsverfahren nicht zu hören ist;
dass das Revisionsgesuch somit unbegründet und ohne Schriftenwechsel (Art. 127 BGG) abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist;
dass der Gesuchsteller um Wiederherstellung der Revisionsfrist ersucht, da ihm die bundesgerichtliche Praxis der Fristenberechnung nicht bekannt war;
dass blosse Unkenntnis von Rechtsregeln, insbesondere solcher verfahrensrechtlicher Natur, keinen Anlass zur Fristwiederherstellung gibt;
dass somit das Gesuch um Fristwiederherstellung abzuweisen ist;
dass angesichts der Aussichtslosigkeit des Verfahrens dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht zu entsprechen ist (Art. 64 BGG);
dass die bundesgerichtlichen Kosten dem Ausgang des Verfahrens entsprechend dem Gesuchsteller aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG);

erkennt das Bundesgericht:

1.
Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Das Gesuch um Wiederherstellung der Revisionsfrist wird abgewiesen.

3.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

4.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Gesuchsteller auferlegt.

5.
Dieses Urteil wird dem Gesuchsteller, dem Regierungsrat des Kantons Zürich und der Bundeskanzlei schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 1. November 2010
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Féraud Pfäffli

Schlagwörter

revisiondeadline reinstatementlegal aidcourt costsprocedural lawadmissibility

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the revision request met the requirements of Art. 121 lit. d BGG

Extrahierter Entscheid

The applicant's arguments did not establish a revision ground; they merely challenged the legal assessment in the prior judgment.

Extrahierte Begründung

Revision cannot be used to contest the legal reasoning of the decision attacked; such criticism is not admissible in revision proceedings.

Kernrechtsfrage

Whether the revision deadline should be restored

Extrahierter Entscheid

The deadline was not restored because ignorance of procedural rules is not a sufficient reason.

Extrahierte Begründung

Mere lack of knowledge of the Federal Supreme Court's practice on deadline calculation does not justify reinstatement.

Kernrechtsfrage

Whether the applicant was entitled to free legal aid

Extrahierter Entscheid

Free legal aid was denied because the proceedings were hopeless.

Extrahierte Begründung

Art. 64 BGG is not satisfied where the requested relief has no prospects of success.

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