Revision request against 1991 zoning judgment inadmissible

1F_16/2011Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung26.05.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X.________ sought annulment of a 1991 Federal Supreme Court judgment concerning a zoning/non-zoning dispute. The court treated the filing as a revision request but found that no statutory ground for revision had been invoked; the submission amounted only to general, appellatory criticism of the earlier judgment. It therefore declined to enter on the request without exchanging written submissions. Given the circumstances, the court waived costs.

Omnilex-Regeste

Art. 121 ff. BGG; revision of a final Federal Supreme Court judgment requires the invocation and substantiation of a statutory ground. A submission that merely attacks the prior legal assessment in appellatory terms is not a proper revision request and is inadmissible. If no revision ground is alleged, the court may refuse to enter into the matter without written exchange under Art. 127 BGG; in such a case, it may waive costs in light of the circumstances. Consideration of timeliness under Art. 124 BGG is unnecessary where the request is inadmissible for lack of a revision ground.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1F_16/2011

Urteil vom 26. Mai 2011
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Bundesrichter Aemisegger, Eusebio,
Gerichtsschreiber Bopp.

Verfahrensbeteiligte
X.________, Gesuchsteller,

gegen

Gemeinde Oberschrot, Niederried 65, Postfach 40,
1716 Oberschrot,
Staatsrat des Kantons Freiburg,
Chorherrengasse 17, 1701 Freiburg.

Gegenstand
Revisionsgesuch gegen das Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts 1P.582/1990 vom 5. Dezember 1991.
Erwägungen:

1.
Mit Urteil vom 5. Dezember 1991 hat das Bundesgericht eine von X.________ betreffend Zonenplan (Nichteinzonung) erhobene staatsrechtliche Beschwerde abgewiesen, soweit es darauf eingetreten ist (Verfahren 1P.582/1991).
Mit Eingabe vom 17. Mai (Postaufgabe: 20. Mai) 2011 beanstandet X.________ das genannte Urteil und ersucht um dessen Annullierung. Der Sache nach handelt es sich bei seiner Eingabe um ein Revisionsgesuch.

2.
Die Aufhebung oder Abänderung eines wie hier in Rechtskraft erwachsenen Bundesgerichtsurteils ist nur bei Vorliegen eines Revisionsgrundes möglich.
Der Gesuchsteller kritisiert das genannte bundesgerichtliche Urteil ganz allgemein. Er unterlässt es allerdings dabei, sich auf einen der gesetzlichen Revisionsgründe zu berufen (s. Art. 121 ff. BGG). Was er mit seiner Eingabe vorbringt, beschränkt sich im Wesentlichen auf eine appellatorische Kritik an der dem Urteil zugrunde liegenden rechtlichen Würdigung. Solche Kritik ist jedoch im Revisionsverfahren nicht zu hören. Der Gesuchsteller wäre gehalten gewesen, in seiner Eingabe einen Revisionsgrund darzulegen, was er indes unterlassen hat. Auf sein Gesuch ist daher ohne Schriftenwechsel (Art. 127 BGG) nicht einzutreten.
Verhält es sich so, braucht nicht weiter erörtert zu werden, ob das Gesuch überhaupt fristgerecht eingereicht worden ist (s. Art. 124 BGG).

3.
Bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt es sich, für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben.
Demnach wird erkannt:

1.
Auf das Revisionsgesuch wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Gesuchsteller, der Gemeinde Oberschrot und dem Staatsrat des Kantons Freiburg schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 26. Mai 2011
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Fonjallaz Bopp

Schlagwörter

revisioninadmissibilityzoningfinal judgmentappellatory criticismcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the request met the requirements for revision of a final Federal Supreme Court judgment.

Extrahierter Entscheid

No revision ground was invoked; the filing consisted only of appellatory criticism, so the request could not be examined on the merits.

Extrahierte Begründung

Revision under Art. 121 ff. BGG requires a statutory ground to be stated. General disagreement with the legal assessment in the earlier judgment is not a permissible basis for revision. The court therefore did not need to examine timeliness under Art. 124 BGG.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged for the revision proceedings.

Extrahierter Entscheid

No costs were charged in view of the circumstances.

Extrahierte Begründung

The court exercised discretion and waived costs for the proceedings.

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