Late revision request and clarification of anonymization rejected

1F_11/2010Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung16.06.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

Lukas Arnold requested revision and, alternatively, clarification of a Federal Supreme Court judgment of 14 April 2010. The Court held that the revision request was filed after the 30-day deadline and therefore did not enter into it. It further held that the judgment did not need clarification because anonymization is handled by presidential implementation instruction and not in the dispositive. No costs were imposed. The request for interim measures became moot once the merits were decided.

Omnilex-Regeste

Art. 124 Abs. 1 lit. b, Art. 48 Abs. 1, Art. 44 Abs. 1 and Art. 127 BGG; revision is inadmissible when the request is not lodged within 30 days of service of the complete decision, the deadline running from the day after notification and being preserved only by timely filing or handover to a Swiss postal/diplomatic channel. Art. 129 Abs. 1 BGG; clarification or correction requires an objectively incomplete, contradictory, unclear or manifestly faulty dispositive; matters governed by presidential implementation instructions, such as anonymization, do not render the dispositive incomplete. Costs may be waived under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 1/2}
1F_11/2010

Urteil vom 16. Juni 2010
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Bundesrichter Raselli, Eusebio,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Verfahrensbeteiligte
Lukas Arnold, Gesuchsteller,

gegen

Regierungsrat des Kantons Zürich, Neumühlequai 10, Postfach, 8090 Zürich.

Gegenstand
Revisionsgesuch gegen das Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts 1C_5/2010 vom 14. April 2010.
In Erwägung,
dass das Bundesgericht mit Urteil vom 14. April 2010 eine Beschwerde von Lukas Arnold abgewiesen hat, soweit es darauf eingetreten ist (Verfahren 1C_5/2010);
dass Lukas Arnold mit Eingabe vom 31. Mai 2010 um Revision und eventualiter um Erläuterung des bundesgerichtlichen Urteils vom 14. April 2010 ersucht hat;
dass sich der Gesuchsteller auf die Revisionsgründe von Art. 121 lit. a, c und d BGG beruft;
dass die vom Gesuchsteller angerufenen Revisionsgründe innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheids beim Bundesgericht geltend zu machen sind (Art. 124 Abs. 1 lit. b BGG);
dass Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden müssen (Art. 48 Abs. 1 BGG);
dass das bundesgerichtliche Urteil vom 14. April 2010 dem Gesuchsteller nach eigenen Angaben sowie gemäss Empfangsbestätigung am 28. April 2010 zugestellt worden ist;
dass somit die 30-tägige Frist gemäss Art. 124 Abs. 1 lit. b BGG am 29. April 2010 zu laufen begann (Art. 44 Abs. 1 BGG) und am Freitag, 28. Mai 2010 endete;
dass das vorliegende Revisionsgesuch, datiert mit 31. Mai 2010, am 31. Mai 2010 der Schweizerischen Botschaft in Tel Aviv zuhanden des Bundesgerichts übergeben worden ist;
dass das Revisionsgesuch somit offensichtlich verspätet eingereicht worden ist, weshalb darauf ohne Schriftenwechsel nicht einzutreten ist (Art. 127 BGG);
dass nach Art. 129 Abs. 1 BGG das Bundesgericht die Erläuterung oder Berichtigung eines von ihm gefällten Urteils vornimmt, wenn dessen Dispositiv unklar, unvollständig oder zweideutig ist, wenn seine Bestimmungen untereinander oder mit den Erwägungen im Widerspruch stehen, oder wenn es Redaktions- oder Rechnungsfehler enthält;
dass der Gesuchsteller Unvollständigkeit des Dispositives geltend macht, da dieses keinen Entscheid über eine allfällige Anonymisierung enthalte;
dass die Frage der Urteilsanonymisierung nicht im Urteilsdispositiv, sondern als präsidiale Vollzugsanweisung auf dem Präsidialblatt zu entscheiden ist (vgl. Art. 59 Abs. 2 des Reglements für das Bundesgericht);
dass somit das Dispositiv nicht unvollständig ist, weshalb das Erläuterungsgesuch abzuweisen ist;
dass auf eine Kostenauflage verzichtet werden kann (Art. 66 Abs. 1 BGG);
dass mit dem Entscheid in der Sache selbst das vom Gesuchsteller gestellte Gesuch um Erlass einer vorsorglichen Massnahme gegenstandslos geworden ist;

erkennt das Bundesgericht:

1.
Auf das Revisionsgesuch wird nicht eingetreten.

2.
Das Erläuterungsgesuch wird abgewiesen.

3.
Es werden keine Kosten erhoben.

4.
Dieses Urteil wird dem Gesuchtsteller, dem Regierungsrat des Kantons Zürich und der Bundeskanzlei schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 16. Juni 2010
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Féraud Pfäffli

Schlagwörter

revisionclarificationdeadlineanonymizationinadmissibilitycourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the revision request against the judgment of 14 April 2010 was timely under Art. 124 Abs. 1 lit. b BGG.

Extrahierter Entscheid

The revision request was filed out of time and the Court would not enter into it.

Extrahierte Begründung

The judgment was served on 28 April 2010; the 30-day period began on 29 April 2010 and ended on Friday, 28 May 2010. The request was handed to the Swiss Embassy in Tel Aviv only on 31 May 2010, so it was obviously late.

Kernrechtsfrage

Whether the judgment needed clarification because it allegedly omitted a decision on anonymization.

Extrahierter Entscheid

Clarification was refused because the dispositive was not incomplete.

Extrahierte Begründung

Anonymization is not determined in the dispositive but by presidential implementation instructions on the presidential sheet under the Federal Supreme Court Rules. Therefore, no incompleteness existed within the meaning of Art. 129 Abs. 1 BGG.

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