No entry in extradition appeal for lack of special significance

1C_560/2009Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung04.01.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the extradition complaint could not be heard because the appellant did not explain, and the court could not see, that the case was particularly important within the meaning of Art. 84 BGG. As a result, the appeal was not entered into. Given the circumstances, the court waived costs. The prior Federal Criminal Court decision rejecting the complaint against the Federal Office’s extradition order and the associated release request remained untouched.

Omnilex-Regeste

Art. 84 BGG; extradition appeal admissibility and requirement of a particularly important case; Art. 42 Abs. 2 BGG requires the appellant to set out in a concise manner why this threshold is met. In extradition matters, the Federal Supreme Court examines admissibility ex officio but only enters the appeal if the special significance requirement is substantiated or otherwise evident. If the statement of reasons is silent on Art. 84 BGG and no special importance appears from the file, the appeal is inadmissible and may be dealt with in simplified procedure under Art. 108 BGG. Cost waiver may be ordered under Art. 66 Abs. 1 sentence 2 BGG in the circumstances.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1C_560/2009

Urteil vom 4. Januar 2010
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Aemisegger, Einzelrichter,
Gerichtsschreiber Härri.

Parteien
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung, Bundesrain 20, 3003 Bern.

Gegenstand
Auslieferung an Deutschland,

Beschwerde gegen den Entscheid vom 15. Dezember 2009 des Bundesstrafgerichts, II. Beschwerdekammer.
Sachverhalt:

A.
Die deutschen Behörden ersuchten am 27. März 2009 um Verhaftung von X.________ zwecks Auslieferung.
Am 19. Juni 2009 wurde dieser in der Schweiz festgenommen und anschliessend in Auslieferungshaft versetzt.
Am 9. September 2009 bewilligte das Bundesamt für Justiz die Auslieferung von X.________ an Deutschland für die den Auslieferungsersuchen zugrunde liegenden Straftaten.
Die von X.________ dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesstrafgericht (II. Beschwerdekammer) am 15. Dezember 2009 ab. Ebenso wies es das akzessorische Haftentlassungsgesuch ab.

B.
X.________ führt Beschwerde beim Bundesgericht mit dem Antrag, die Entscheide des Bundesstrafgerichts und des Bundesamtes seien aufzuheben, sowie Eventualanträgen.

Erwägungen:

1.
1.1 Gemäss Art. 84 BGG ist gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen die Beschwerde nur zulässig, wenn er unter anderem eine Auslieferung betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Abs. 1).
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung der Beschwerde in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Ist eine Beschwerde nur unter der Voraussetzung zulässig, dass ein besonders bedeutender Fall nach Artikel 84 vorliegt, so ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist.
Gemäss Art. 108 BGG entscheidet der Präsident der Abteilung im vereinfachten Verfahren unter anderem über Nichteintreten auf Beschwerden, die offensichtlich keine hinreichende Begründung (Art. 42 Abs. 2) enthalten (Abs. 1 lit. b). Er kann einen anderen Richter damit betrauen (Abs. 2). Die Begründung des Entscheids beschränkt sich auf eine kurze Angabe des Unzulässigkeitsgrundes (Abs. 3).

1.2 Der Beschwerdeführer legt mit keinem Wort dar und es ist auch nicht ohne Weiteres ersichtlich, weshalb hier ein besonders bedeutender Fall nach Art. 84 BGG gegeben sein soll. Auf die Beschwerde kann deshalb nicht eingetreten werden.

2.
Unter den gegebenen Umständen rechtfertigt es sich, auf die Erhebung von Kosten zu verzichten (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG).

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Bundesamt für Justiz und dem Bundesstrafgericht, II. Beschwerdekammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 4. Januar 2010
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Aemisegger Härri

Schlagwörter

extraditionadmissibilityspecial significancesummary procedurecourt costsinternational legal assistance

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the extradition decision was admissible under Art. 84 BGG as a particularly important case.

Extrahierter Entscheid

The appellant did not show, and it was not apparent, that the case was particularly important; the appeal was therefore inadmissible.

Extrahierte Begründung

In extradition matters, review by the Federal Supreme Court requires a particularly important case. The statement of reasons did not address this admissibility requirement, so the complaint failed to meet Art. 42 para. 2 BGG.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged.

Extrahierter Entscheid

No costs were imposed in view of the circumstances.

Extrahierte Begründung

The court exercised its discretion to waive costs under Art. 66 para. 1 sentence 2 BGG.

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