Non-entry on complaint concerning Thurgau Council of States election

1C_519/2011Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung15.11.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The complainant challenged the Thurgau Council of States election before the Grand Council and then filed a complaint with the Federal Supreme Court. The court held that the submissions did not identify any concrete irregularities in the election and did not address the cantonal decision. As the complaint failed to meet the Federal Supreme Court Act’s reasoning requirements, the court did not enter into the matter under Article 108 BGG. No court costs were imposed.

Omnilex-Regeste

Art. 82 lit. c, Art. 88, Art. 89 Abs. 3, Art. 42 Abs. 2 and Art. 106 Abs. 2 BGG; electoral complaint against cantonal decision on Council of States election; admissibility and substantiation requirements. A complaint against a cantonal decision in matters of Council of States elections is admissible only for persons entitled to vote and must be reasoned in a manner showing, with reference to the challenged decision, how federal or constitutional law was violated. Mere, largely incomprehensible allegations or unsupported assertions of irregularities do not satisfy the duty to state reasons. Where the submission does not engage with the cantonal reasoning, the court may refuse to enter into the matter in summary procedure under Art. 108 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1C_519/2011

Urteil vom 15. November 2011
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Gerichtsschreiber Steinmann.

Verfahrensbeteiligte
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Grosser Rat des Kantons Thurgau, Regierungsgebäude, Postfach, 8510 Frauenfeld.

Gegenstand
SR/CE/CSt-2011,

Beschwerde gegen den Entscheid vom 9. November 2011 des Grossen Rats des Kantons Thurgau.

Sachverhalt:
Am 23. Oktober 2011 (und den gesetzlich vorgesehenen Vortagen) fand im Kanton Thurgau die Wahl der Ständeräte statt. Die Ergebnisse der Wahl wurden im Amtsblatt vom 28. Oktober 2011 veröffentlicht. Am 31. Oktober 2011 legte X.________ beim Grossen Rat des Kantons Thurgau eine Beschwerde ein. Dieser wies die Beschwerde am 9. November 2011 ab.
X.________ hat mit einer am 12. November 2011 bei der Post aufgegebenen Eingabe beim Bundesgericht Beschwerde erhoben.

Erwägungen:

1.
Das Bundesgericht behandelt Beschwerden in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten im Sinne von Art. 82 lit. c BGG, die sich gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide im Zusammenhang mit der Wahl von Ständeräten richten (Art. 88 BGG); der Entscheid des Grossen Rats kann nicht beim Verwaltungsgericht angefochten werden (vgl. Rechtsmittelbelehrung). Die Beschwerdebefugnis steht den in der betreffenden Angelegenheit stimm- und wahlberechtigten Personen zu (Art. 89 Abs. 3 BGG). In der Beschwerdebegründung ist darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG); die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem Recht ist zu rügen und zu begründen (Art. 106 Abs. 2 BGG).

2.
Der Beschwerdeführer beklagt sich über ein intensives und langanhaltendes Richtstrahl-Mobbing mit entsprechenden körperlichen Auswirkungen, weist auf das Fehlen von Swatch-Uhren in Fachgeschäften hin, macht auf angebliche Betrugsversuche durch den Hauseigentümerverband Zürich aufmerksam, bezeichnet sich als Opfer von Diebstählen, vermutet ein Handeln von Detektiven des Gewerbeverbandes, prangert illegale Führerausweisentzüge an, ortet seit 1999 im Thurgau unter Mitwirkung von Spitzenfunktionären Wahlbetrüge und schliesst daraus, dass der Kanton massiv geschädigt worden sei. Weitere Ausführungen sind kaum verständlich.
Mit all diesen Vorbringen legt der Beschwerdeführer keine konkreten Unregelmässigkeiten anlässlich der Ständeratswahl dar. Er setzt sich mit dem Entscheid des Regierungsrats nicht auseinander.
Bei dieser Sachlage ist auf die Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Grossen Rat und dem Regierungsrat des Kantons Thurgau sowie der Bundeskanzlei und den Parlamentsdiensten, Generalsekretariat und Rechtsdienst, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 15. November 2011
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Steinmann

Schlagwörter

election complaintinadmissibilityreasoning requirementnon-entryCouncil of Statescantonal election

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint against the cantonal decision concerning the Council of States election was admissible and sufficiently reasoned.

Extrahierter Entscheid

The complaint was inadmissible because the appellant did not substantiate any concrete irregularities in the election and did not engage with the cantonal decision.

Extrahierte Begründung

The filings consisted of largely incomprehensible allegations and failed to satisfy the duty to explain a legal violation under the Federal Supreme Court Act; therefore the court could not enter into the merits under the summary procedure.

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