Non-entry on electoral complaint for insufficient reasoning

1C_517/2011Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung15.11.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dealt with a complaint concerning the 2011 National Council election in Thurgau. The complainant alleged various grievances, including a wrong address notation and general assertions of manipulation, but did not identify any concrete irregularities in the election or address the reasoning of the cantonal government. The Court held that the complaint did not meet the statutory reasoning requirements and therefore did not enter into the matter under the summary procedure of Article 108 BGG. The request to stay the proceedings was also refused because of the three-day filing deadline for electoral complaints. No costs were charged.

Omnilex-Regeste

Art. 82 lit. c, 88 Abs. 1 lit. b, 89 Abs. 3, 100 Abs. 4, 42 Abs. 2 and 106 Abs. 2 BGG; Art. 80 Abs. 1 BPR; electoral complaint against cantonal government decision concerning National Council elections: the complaint must, within the three-day time limit, identify concrete irregularities and specifically address the challenged decision. General, unintelligible, or unsubstantiated allegations do not satisfy the duty to reason, especially where claims of fundamental-rights or cantonal-law violations are not expressly substantiated. In such a situation, the Federal Supreme Court may refuse entry in the summary procedure under Art. 108 BGG; a stay of proceedings is excluded where it would conflict with the statutory time limit (consid. 1-2).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1C_517/2011

Urteil vom 15. November 2011
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Gerichtsschreiber Steinmann.

Verfahrensbeteiligte
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Regierungsrat des Kantons Thurgau, Regierungsgebäude, Postfach, 8510 Frauenfeld.

Gegenstand
NR/CN-2011,

Beschwerde gegen den Entscheid vom 8. November 2011 des Regierungsrats des Kantons Thurgau.

Sachverhalt:
Die ordentliche Gesamterneuerung des Nationalrats fand am 23. Oktober 2011 (und an den gesetzlich vorgesehenen Vortagen) statt. Am 31. Oktober 2011 legte X.________ beim Regierungsrat des Kantons Thurgau eine Beschwerde im Zusammenhang mit der Wahl der thurgauischen Nationalräte ein. Der Regierungsrat wies die Beschwerde am 8. November 2011 ab, soweit darauf einzutreten war.
Mit Eingabe vom 10. November 2011 (Postaufgabe vom 11. November 2011) hat X.________ beim Bundesgericht Wahlbeschwerde erhoben.

Erwägungen:

1.
Das Bundesgericht behandelt Beschwerden in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten im Sinne von Art. 82 lit. c BGG, die sich gegen Entscheide kantonaler Regierungen im Zusammenhang mit der Wahl des Nationalrats richten (Art. 88 Abs. 1 lit. b BGG, Art. 80 Abs. 1 BPR). Die Beschwerdebefugnis steht den in der betreffenden Angelegenheit stimm- und wahlberechtigten Personen zu (Art. 89 Abs. 3 BGG). Die Beschwerde ist innert dreier Tage zu erheben (Art. 100 Abs. 4 BGG). In der Beschwerdebegründung ist darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG); die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem Recht ist zu rügen und zu begründen (Art. 106 Abs. 2 BGG).

2.
Der Beschwerdeführer bemängelt eine falsche Wohnortbezeichnung im angefochtenen Entscheid, beklagt sich über ein intensives und langanhaltendes Richtstrahl-Mobbing mit entsprechenden körperlichen Auswirkungen und erachtet alle Wahlen seit seiner eigenen Kandidatur im Jahre 1999 als unkorrekt. Weitere Ausführungen sind kaum verständlich.
Mit all diesen Vorbringen legt der Beschwerdeführer keine konkreten Unregelmässigkeiten anlässlich der Nationalratswahl dar. Er setzt sich mit dem Entscheid des Regierungsrats nicht auseinander.
Bei dieser Sachlage ist auf die Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten. Das Gesuch um Sistierung des Verfahrens ist in Anbetracht der Fristenregelung von Art. 100 Abs. 4 BGG abzuweisen.

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Regierungsrat des Kantons Thurgau sowie der Bundeskanzlei und den Parlamentsdiensten, Generalsekretariat und Rechtsdienst, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 15. November 2011
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Steinmann

Schlagwörter

election complaintnon-entryreasoning requirementelectoral lawtime limitsummary procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the electoral complaint against the cantonal government decision was sufficiently reasoned and substantiated

Extrahierter Entscheid

The complaint did not identify any concrete irregularities in the National Council election and did not engage with the cantonal decision; the Court therefore would not enter into the matter.

Extrahierte Begründung

The submissions were largely unintelligible and, in any event, failed to show specific election irregularities or legal violations as required by the Federal Supreme Court Act.

Kernrechtsfrage

Whether the request to stay the proceedings should be granted

Extrahierter Entscheid

The stay request was refused because the complaint had to be filed within three days, which precluded suspension in the circumstances.

Extrahierte Begründung

The strict statutory time limit for electoral complaints meant there was no basis to suspend the case.

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