No entry for mutual legal assistance appeal; no particularly significant case shown

1C_491/2013Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung17.05.2013Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

Four appellants challenged a Federal Criminal Court ruling that had declined to hear their complaint against a Zurich prosecutor's mutual legal assistance order transferring documents to Germany. The Federal Supreme Court held that the matter fell under the special regime for international mutual legal assistance under Art. 84 BGG and that the appellants failed to show a particularly significant case as required for admissibility. The court therefore did not enter into the appeal and ordered court costs of CHF 500 against the appellants.

Omnilex-Regeste

Art. 84 BGG; admissibility of appeals in international mutual legal assistance cases; a complaint is admissible only if the matter concerns the transfer of items or information from the secret sphere and if a particularly significant case exists. Under Art. 42 para. 2 BGG, the appellant must specifically allege and substantiate why this threshold is met; absent such reasoning, the Federal Supreme Court will not enter into the matter under Art. 108 BGG. The mere fact that a mutual assistance decision is challenged does not suffice, and a particularly significant case must be apparent from the submissions or from the decision itself.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1C_491/2013

Urteil vom 17. Mai 2013
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Aemisegger, Einzelrichter
Gerichtsschreiber Härri.

Verfahrensbeteiligte

  1. A.________,
  2. B.________,
  3. C.________,
  4. D.________,
    Beschwerdeführer,
    alle vier vertreten durch Rechtsanwalt Hanspeter Kümin,

gegen

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich.

Gegenstand
Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland; Herausgabe von Beweismitteln,

Beschwerde gegen den Entscheid des Bundesstrafgerichts, Beschwerdekammer, vom 2. Mai 2013.

Erwägungen:

1.
Die Staatsanwaltschaft Berlin führt ein Strafverfahren unter anderem gegen A.________, B.________, C.________ und D.________ wegen gewerbsmässigen Betrugs, Urkundenfälschung etc.

Am 12. März 2012 ersuchte sie die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich (im Folgenden: Staatsanwaltschaft III) um Rechtshilfe.

Mit Schlussverfügung vom 19. Dezember 2012 entsprach die Staatsanwaltschaft III dem Rechtshilfeersuchen und ordnete die Herausgabe von Unterlagen an die ersuchende Behörde an.

Auf die von A.________, B.________, C.________ und D.________ dagegen erhobene Beschwerde trat das Bundesstrafgericht (Beschwerdekammer) am 2. Mai 2013 nicht ein. Es verneinte die Beschwerdelegitimation.

2.
A.________, B.________, C.________ und D.________ führen "Beschwerde in Strafsachen" mit dem Antrag, der Entscheid des Bundesstrafgerichts sei aufzuheben.

Es wurde kein Schriftenwechsel durchgeführt.

3.
Gegen den angefochtenen Entscheid kommt entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer nicht die Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. BGG in Betracht, sondern jene in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. BGG.

Gemäss Art. 84 Abs. 1 BGG ist gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen die Beschwerde nur zulässig, wenn er unter anderem eine Herausgabe von Gegenständen oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt.

Gemäss Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung der Rechtsschrift in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Ist eine Beschwerde nur unter der Voraussetzung zulässig, dass ein besonders bedeutender Fall nach Art. 84 BGG vorliegt, so ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist.

Die Beschwerdeführer äussern sich nicht dazu, weshalb hier ein besonders bedeutender Fall gegeben sein soll. Dies ist auch nicht ohne Weiteres ersichtlich. Die Beschwerde genügt daher den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG nicht, weshalb darauf - im Verfahren nach Art. 108 BGG - nicht eingetreten werden kann.

4.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens tragen die Beschwerdeführer die Kosten (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG).

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit für den ganzen Betrag zu je einem Viertel auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführern, der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, dem Bundesstrafgericht, Beschwerdekammer, und dem Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 17. Mai 2013

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Einzelrichter: Aemisegger

Der Gerichtsschreiber: Härri

Schlagwörter

mutual legal assistanceadmissibilityparticularly significant casenon-entrycostsstanding

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal was admissible under the Federal Supreme Court Act for a mutual legal assistance matter

Extrahierter Entscheid

The filing was not admissible as a criminal-law appeal; it had to be treated as an appeal in public law matters.

Extrahierte Begründung

The challenged decision concerned international mutual legal assistance and therefore fell under the special admissibility regime of Art. 84 BGG.

Kernrechtsfrage

Whether the appellants showed a particularly significant case under Art. 84 BGG

Extrahierter Entscheid

No particularly significant case was demonstrated.

Extrahierte Begründung

The appellants did not explain why the special threshold of Art. 84 BGG was met, and this was not otherwise apparent.

Kernrechtsfrage

Costs of the federal proceedings

Extrahierter Entscheid

The appellants had to bear the court costs jointly and severally, each for one quarter.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome of the proceedings.

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