Late fax appeal inadmissible; deadline restoration denied

1C_246/2007Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung04.09.2007Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A and B. AG challenged a Federal Criminal Court decision concerning the release of bank documents in Swiss mutual legal assistance proceedings linked to a German fraud investigation. They faxed their appeal to the wrong court on the last day of the deadline and then filed the same appeal with the Federal Supreme Court after the deadline had expired. The court held that fax filing was invalid, refused restoration of the deadline, and therefore did not enter into the appeal. Costs of CHF 500 were imposed on the appellants jointly and severally.

Omnilex-Regeste

Art. 100 Abs. 2 lit. b, Art. 48 Abs. 3 und Art. 50 BGG; inadmissibility of a late appeal and refusal of deadline restoration. A federal appeal must be lodged in valid form within the statutory period; filing by fax does not constitute a valid appeal submission. If the appeal is first sent to the wrong authority within the time limit, Art. 48 Abs. 3 BGG may preserve timeliness only for a valid filing, not for an invalid fax transmission. Restoration under Art. 50 BGG requires an excusable impediment; a clear appeal instruction in the challenged decision and the absence of any substantiated, unexcused obstacle preclude restoration. In such a case, the court does not enter into the appeal and imposes costs according to Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1C_246/2007 /daa

Urteil vom 4. September 2007
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Aemisegger, Instruktionsrichter,
Gerichtsschreiber Härri.

Parteien

  • A.________,
  • B.________ AG,
    Beschwerdeführer, beide vertreten durch Rechtsanwalt Bernd Runkel,

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, Rechtshilfe/Geldwäschereiverfahren,
Gartenhofstrasse 17, Postfach 9680, 8036 Zürich,
Bundesstrafgericht, II. Beschwerdekammer,
Postfach 2720, 6501 Bellinzona.

Gegenstand
Herausgabe von Beweismitteln,

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen den Entscheid des Bundesstrafgerichts,
II. Beschwerdekammer, vom 6. August 2007.

Sachverhalt:
A.
Die Staatsanwaltschaft Paderborn (Deutschland) ermittelt gegen C.________ und D.________ wegen Betrugs.

Am 4. Dezember 2006, ergänzt am 20. Dezember 2006, ersuchte sie die Schweiz um Rechtshilfe.

Mit Schlussverfügung vom 26. Februar 2007 ordnet die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich die Herausgabe verschiedener Bankunterlagen an die ersuchende Behörde an.

Auf die von A.________ dagegen erhobene Beschwerde trat das Bundesstrafgericht (II. Beschwerdekammer) am 6. August 2007 nicht ein. Die Beschwerde der B.________ AG wies es ab.
B.
Mit Fax vom 23. August 2007 an das Bundesstrafgericht erhoben A.________ und die B.________ AG Beschwerde gegen den Entscheid des Bundesstrafgerichts.

Am 24. August 2007 übermittelte das Bundesstrafgericht dem Bundesgericht das Faxschreiben vom 23. August 2007.

Mit Eingabe vom 24. August 2007 an das Bundesgericht führen A.________ und die B.________ AG Beschwerde mit dem gleichen Wortlaut wie im Fax vom 23. August 2007. Hilfsweise beantragen sie die "Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand".

Der Instruktionsrichter zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 108 BGG entscheidet der Präsident der Abteilung im vereinfachten Verfahren unter anderem über Nichteintreten auf offensichtlich unzulässige Beschwerden (Abs. 1 lit. a). Er kann einen anderen Richter damit betrauen (Abs. 2). Die Begründung des Entscheids beschränkt sich auf eine kurze Angabe des Unzulässigkeitsgrundes (Abs. 3).
2.
Der Anwalt der Beschwerdeführer hat den angefochtenen Entscheid nach den Angaben in der Beschwerde am 13. August 2007 erhalten. Damit begann die Beschwerdefrist von zehn Tagen (Art. 100 Abs. 2 lit. b BGG) zu laufen. Sie endete am 23. August 2007. An diesem Tag sandten die Beschwerdeführer ihre Beschwerde per Fax an das Bundesstrafgericht. Nach der Rechtsprechung kann eine Beschwerde mit Fax nicht gültig erhoben werden (BGE 121 II 252 E. 4). Auf die beim Bundsstrafgericht eingereichte Beschwerde kann schon deshalb nicht eingetreten werden, obgleich es einem Beschwerdeführer unter dem Gesichtspunkt der Fristwahrung nach Art. 48 Abs. 3 BGG nichts schadet, wenn er die Beschwerde an das Bundesgericht rechtzeitig bei der Vorinstanz einreicht.

Die Beschwerde vom 24. August 2007 an das Bundesgericht, der deutschen Post am 28. August 2007 übergeben, ist verspätet.

Die Beschwerdeführer ersuchen sinngemäss um Wiederherstellung der Frist nach Art. 50 BGG. Der angefochtene Entscheid enthält (S. 10) eine Rechtsmittelbelehrung. Darin wird deutlich angegeben, dass gegen den angefochtenen Entscheid innert zehn Tagen beim Bundesgericht Beschwerde erhoben werden kann. Es ist weder dargetan noch ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführer bzw. ihr Anwalt unverschuldeterweise davon abgehalten worden sein sollen, fristgerecht zu handeln. Das Gesuch um Wiederherstellung der Frist kann daher nicht bewilligt werden.

Auf die Beschwerde kann nicht eingetreten werden.
3.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens tragen die Beschwerdeführer die Kosten (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG).

Demnach erkennt der Instruktionsrichter:
1.
Das Gesuch um Wiederherstellung der Frist wird abgewiesen.
2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt.
4.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführern, der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, Rechtshilfe/Geldwäschereiverfahren, und dem Bundesstrafgericht, II. Beschwerdekammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 4. September 2007
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Instruktionsrichter: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

mutual legal assistanceinadmissibilityfax filingdeadline restorationappeal deadlinecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the deadline for filing the federal appeal should be restored

Extrahierter Entscheid

The request was denied because no excusable impediment was shown; the decision contained a clear appeal instruction.

Extrahierte Begründung

The appellants and their counsel were not shown to have been prevented without fault from acting in time, so the conditions of Art. 50 BGG were not met.

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal was admissible

Extrahierter Entscheid

The appeal was inadmissible because the earlier fax filing before the Federal Criminal Court was not valid and the later filing with the Federal Supreme Court was out of time.

Extrahierte Begründung

The ten-day deadline under Art. 100(2)(b) BGG had expired; a fax does not validly lodge an appeal, and the later postal filing was late.

Kernrechtsfrage

Who bears the court costs

Extrahierter Entscheid

The appellants bear the court costs jointly and severally.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome of the proceedings under Art. 66(1) BGG.

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