Non-entry for failure to pay court cost advance

1C_245/2011Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung31.08.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant challenged a judgment of the Bern Administrative Court concerning the timeliness of delivery of voting materials to Swiss citizens abroad. After being ordered to pay a court cost advance of CHF 1,000 and granted a grace period, he failed to pay even after an extension and final non-extendable deadline. The Federal Supreme Court therefore declined to enter into the appeal in simplified proceedings. It also waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 62 Abs. 1 and 3 BGG; non-payment of the court cost advance within the set deadline and subsequent non-extendable grace period leads to non-entry on the appeal. The instruction judge or chamber president may fix an appropriate time limit and a grace period; if payment is still lacking, the Federal Supreme Court must not consider the filing. In such cases the matter may be decided in simplified proceedings under Art. 108 BGG (consid. 2). Waiver of court costs remains possible under Art. 66 Abs. 1 BGG (consid. 3).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1C_245/2011

Urteil vom 31. August 2011
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Verfahrensbeteiligte
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Kanton Bern, vertreten durch die Staatskanzlei des Kantons Bern, Postgasse 68, 3000 Bern 8.

Gegenstand
Wahlbeschwerde; Rechtzeitigkeit der Zustellung des Wahlmaterials an Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer (Stichwahl vom 6. März 2011),

Beschwerde gegen das Urteil vom 5. Mai 2011 des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern.
Erwägung:

1.
X.________ erhob mit Eingabe vom 24. Mai 2011 (Postaufgabe 27. Mai 2011) Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2011. Der Beschwerdeführer wurde mit Verfügung vom 31. Mai 2011 aufgefordert, spätestens am 15. Juni 2011 einen Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- einzuzahlen. Mit Schreiben vom 14. Juni 2011 ersuchte der Beschwerdeführer um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht. Das Bundesgericht teilte ihm mit Schreiben vom 21. Juni 2011 mit, dass von der Einforderung eines Kostenvorschusses nur abgesehen werden könne, wenn eine Partei ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 64 BGG stelle. Da ein solches Gesuch nicht vorlag, erstreckte das Bundesgericht dem Beschwerdeführer die Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses bis zum 30. Juni 2011.
Da der Kostenvorschuss bis dahin nicht eingegangen war, wurde dem Beschwerdeführer mit neuer Verfügung vom 11. Juli 2011 eine nicht erstreckbare Nachfrist zur Vorschussleistung bis zum 23. August 2011 angesetzt; unter Hinweis auf Art. 62 Abs. 3 BGG wurde der Beschwerdeführer darauf aufmerksam gemacht, dass das Bundesgericht bei Säumnis auf das Rechtsmittel nicht eintreten würde. Bis zum Ablauf der nicht erstreckbaren Nachfrist hat der Beschwerdeführer keine Zahlung geleistet.

2.
Die Partei, die das Bundesgericht anruft, hat einen Kostenvorschuss in der Höhe der mutmasslichen Gerichtskosten zu leisten (Art. 62 Abs. 1 BGG). Gemäss Art. 62 Abs. 3 BGG setzt ihr der Instruktionsrichter bzw. der Abteilungspräsident (vgl. Art. 32 Abs. 1 BGG) eine angemessene Frist zur Leistung des Vorschusses und bei deren unbenützten Ablauf eine Nachfrist, wobei das Bundesgericht auf die Eingabe nicht eintritt, wenn der Vorschuss auch innert der Nachfrist nicht geleistet wird.
Nachdem der Kostenvorschuss auch innerhalb der Nachfrist nicht bezahlt worden ist, ist auf die Beschwerde gestützt auf Art. 62 Abs. 3 BGG im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten.

3.
Auf eine Kostenauflage kann verzichtet werden (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Kanton Bern und dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 31. August 2011
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Pfäffli

Schlagwörter

court advancenon-entrysimplified procedureelection complaintlegal aid requestcost waiver

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal could be entered into despite non-payment of the court cost advance after a final grace period.

Extrahierter Entscheid

No. Because the advance was not paid within the non-extendable grace period, the Court had to decline to enter into the appeal.

Extrahierte Begründung

Under Art. 62 BGG the appellant must pay the advance; if the advance is not paid within the set deadline and subsequent grace period, the Federal Supreme Court does not consider the filing. The simplified procedure under Art. 108 BGG was applied.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged for the non-entry decision.

Extrahierter Entscheid

No costs were imposed.

Extrahierte Begründung

The Court exercised its discretion to dispense with costs under Art. 66 Abs. 1 BGG.

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