Non-entry for insufficiently reasoned criminal complaint

1B_582/2011Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung04.11.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The complainant challenged a cantonal non-entry decision concerning refusal to open a criminal investigation after several criminal complaints against various authorities and individuals. The Federal Supreme Court held that the complaint did not satisfy the requirement of reasoned pleadings under Art. 42(2) BGG because it only contained general criticism and did not address the cantonal court's reasoning. It therefore did not enter on the appeal under the simplified procedure. No court costs were imposed.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2 BGG; sufficient reasoning of a federal complaint against a non-entry decision; the appellant must, in a concise and targeted manner, deal with the reasoning of the challenged decision and demonstrate which legal norms were violated. Mere general criticism or abstract objections to the underlying authorities does not satisfy the substantiation requirement. If the complaint is manifestly insufficiently reasoned, the Federal Supreme Court may decide in simplified procedure under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG without examining other admissibility requirements, including standing.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1B_582/2011

Urteil vom 4. November 2011
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Gerichtsschreiber Bopp.

Verfahrensbeteiligte
X.________, Hegnaustrasse 17, 8602 Wangen b. Dübendorf,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, Postfach, 8090 Zürich.

Gegenstand
Strafverfahren; Nichtanhandnahme einer Untersuchung,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts
des Kantons Zürich, III. Strafkammer,
vom 13. September 2011.

Erwägungen:

1.
X.________ erstattete in den Monaten Mai und Juni 2011 verschiedene Strafanzeigen, dies namentlich gegen die Sozialversicherungsanstalt Zürich, das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, das Bundesamt für Sozialversicherungen, ein Mitglied des Bezirksgerichts Zürich sowie gegen weitere Behörden und Einzelpersonen.

Mit Verfügung vom 27. Juni 2011 nahm die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich die verlangte Untersuchung nicht an Hand.

Hiergegen gelangte X.________ mit einer Beschwerde ans Obergericht des Kantons Zürich. Dessen III. Strafkammer ist auf die Beschwerde mit Beschluss vom 13. September 2011 nicht eingetreten, da sie diese als den gesetzlichen Erfordernissen nicht genügend erachtet hat.

2.
Gegen diesen Beschluss führt X.________ Beschwerde in Strafsachen ans Bundesgericht.

Das Bundesgericht hat davon abgesehen, Stellungnahmen einzuholen.

3.
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Beschwerdebegründung - unab-hängig von der Art des nach BGG offen stehenden Rechtsmittels - in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (s. auch Art. 106 Abs. 2 BGG; zudem BGE 136 I 49 E. 1.4.1 S. 53 und 65 E. 1.3.1 S. 68 mit Hinweisen). Die Bestimmungen von Art. 95 ff. BGG nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe.

Der Beschwerdeführer kritisiert den angefochtenen Beschluss sowie insbesondere die Sozialversicherungsbehörden auf ganz allgemeine Weise. Er setzt sich indes nicht mit den dem Nichteintretensbeschluss zugrunde liegenden Erwägungen auseinander und legt nicht im Einzelnen dar, inwiefern durch den Beschluss Recht im Sinne von Art. 42 Abs. 2 BGG verletzt worden sein soll.

Auf die Beschwerde ist daher schon aus diesem Grund nicht einzutreten, weshalb es sich erübrigt, auch noch die weiteren Eintretensvoraussetzungen - namentlich die Frage der Beschwerdebefugnis (Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG) - zu erörtern.

Der Begründungsmangel ist offensichtlich, weshalb über die vorliegende Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden kann.

4.
Bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt es sich, für das bundesgerichtliche Verfahren keine Kosten zu erheben.

Demnach wird erkannt:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 4. November 2011
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Bopp

Schlagwörter

criminal complaintnon-entryreasoned appealadmissibilitysimplified procedurecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the criminal complaint to the Federal Supreme Court was sufficiently reasoned under Art. 42(2) BGG

Extrahierter Entscheid

No. The appellant made only general criticism and failed to address the reasoning of the cantonal non-entry decision or show a legal violation in detail.

Extrahierte Begründung

A federal complaint must explain concisely how the contested decision violates law. Because the appellant did not engage with the decisive grounds of the cantonal ruling, the complaint was inadmissible without examining further admissibility requirements.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged in the federal proceedings

Extrahierter Entscheid

No costs were imposed in view of the circumstances.

Extrahierte Begründung

The court considered the circumstances justified dispensing with costs.

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