No standing to appeal dismissal of criminal proceedings

1B_409/2011Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung21.09.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the complainant lacked standing to challenge the cantonal decision confirming the discontinuance of criminal proceedings because he did not explain any possible effect on civil claims. His recusal request against judges not sitting on the panel was moot and, in any event, insufficiently substantiated. His attempt to reopen an earlier federal judgment was not admissible absent revision grounds. The Court therefore did not enter on the appeal, denied legal aid, and imposed court costs of CHF 500.

Omnilex-Regeste

Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 und Art. 42 Abs. 2 BGG; standing in criminal matters where the appellant relies on possible civil claims. The appellant must specifically allege, in a manner satisfying the duty of reasoning, that the contested discontinuance may affect civil claims; absent such explanation, the appeal is inadmissible. A request for recusal against judges not belonging to the sitting panel is moot and, if unsupported, manifestly deficient. Final Federal Supreme Court judgments can be attacked for substantive defects only by revision under Art. 121 ff. BGG, requiring invocation of a revision ground. Manifestly hopeless filings do not justify legal aid under Art. 64 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1B_409/2011

Urteil vom 21. September 2011
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Bundesrichter Raselli, Eusebio,
Gerichtsschreiber Störi.

Verfahrensbeteiligte
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Lienhard Meyer, ausserordentlicher Staatsanwalt des Kantons Basel-Stadt, Elisabethenstrasse 2,
Postfach 130, 4010 Basel.

Gegenstand
Strafverfahren; Einstellungsbeschluss,

Beschwerde gegen den Entscheid vom 17. Juni 2011 des Strafgerichts Basel-Stadt, Präsidentin der Rekurskammer.

Sachverhalt:

A.
Am 16. Dezember 2010 stellte der ausserordentliche Staatsanwalt des Kantons Basel-Stadt Dr. Lienhard Meyer das von X.________ gegen den Strafgerichtspräsidenten Dr. Lukas Faesch angeregte Strafverfahren ein.
Am 17. Juni 2011 wies die Präsidentin der Rekurskammer des Strafgerichts Basel-Stadt den von X.________ gegen die Verfahrenseinstellung eingereichten Rekurs ab.

B.
X.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, diesen Rekursentscheid "in den substantiierten Sachpunkten" aufzuheben. Er verlangt den Ausstand der Bundesrichter Favre, Mathys und Jacquemoud-Rossari sowie die Aufhebung des Bundesgerichtsentscheids 6B_167/2011 vom 24. März 2011.

C.
Der ausserordentliche Staatsanwalt und die Präsidentin der Rekurskammer verzichten auf Vernehmlassung.

Erwägungen:

1.
1.1 Der Beschwerdeführer verlangt den Ausstand verschiedener Bundesrichter. Das Begehren ist gegenstandslos, weil die abgelehnten Richter nicht zum Spruchkörper gehören. Da es völlig unsubstantiiert ist, könnte darauf im Übrigen ohnehin nicht eingetreten werden.

1.2 Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Rekursentscheid, welcher die Einstellung eines Strafverfahrens bestätigt. Dagegen ist die Beschwerde in Strafsachen zulässig (Art. 78 Abs. 1, Art. 80 Abs. 1 BGG). Der Beschwerdeführer wäre befugt sie zu erheben, sofern sich der angefochtene Entscheid auf seine Zivilansprüche auswirken könnte (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG). Er legt dies indessen unter Verletzung der Begründungspflicht von Art. 42 Abs. 2 BGG mit keinem Wort dar, und es ist auch aufgrund der Anschuldigungen - Amtsmissbrauch, Rechtsverzögerung, "diverse Unkorrektheiten meiner Person gegenüber" - nicht ersichtlich, das dies der Fall sein könnte. Auf die Beschwerde ist mangels Legitimation nicht einzutreten.

1.3 Der Beschwerdeführer verlangt zudem die Aufhebung des Urteils 6B_167/2011 vom 24. März 2011 bzw. die Wiederaufnahme dieses Verfahrens. Rechtskräftige Urteile des Bundesgerichts können wegen inhaltlicher Mängel - "Rechtsstaatsverbrechen" - indessen einzig mit Revision im Sinne der Art. 121 ff. BGG angefochten werden. Der Beschwerdeführer macht keine Revisionsgründe geltend, sodass auf seine Eingabe auch als Revisionsbegehren nicht eingetreten werden könnte.

2.
Auf die offensichtlich unbegründete Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 109 BGG nicht einzutreten. Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Beschwerdeführer die Kosten (Art. 66 Abs. 1 BGG). Er hat zwar ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt, welches indessen abzuweisen ist, da die Beschwerde aussichtslos ist (Art. 64 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem ausserordentlichen Staatsanwalt und dem Strafgericht Basel-Stadt, Präsidentin der Rekurskammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. September 2011
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Störi

Schlagwörter

standingcriminal proceedingsdiscontinuancecivil claimsrecusalrevisionlegal aidcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Request to recuse Federal Supreme Court judges Favre, Mathys, and Jacquemoud-Rossari

Extrahierter Entscheid

The recusal request was moot because the challenged judges did not sit on the panel; in any event it was wholly unsubstantiated.

Extrahierte Begründung

A recusal request against judges not forming the bench has no object, and an unsupported request would not meet the admissibility requirements.

Kernrechtsfrage

Admissibility of the criminal-law appeal against the cantonal decision confirming discontinuance

Extrahierter Entscheid

The appeal was inadmissible because the complainant failed to show that the decision could affect his civil claims.

Extrahierte Begründung

Standing under Art. 81(1)(b)(5) BGG requires the appellant to explain, in accordance with Art. 42(2) BGG, how the challenged decision could affect civil claims; this was not done and was not otherwise apparent.

Kernrechtsfrage

Request to set aside or reopen Federal Supreme Court judgment 6B_167/2011 of 24 March 2011

Extrahierter Entscheid

The filing could not be treated as a revision request because no grounds for revision were invoked.

Extrahierte Begründung

Final federal judgments may be challenged for substantive defects only by way of revision under Arts. 121 ff. BGG; no revision grounds were alleged.

Kernrechtsfrage

Request for legal aid

Extrahierter Entscheid

Legal aid was denied because the appeal had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

Under Art. 64(1) BGG, legal aid is unavailable for an appeal that is manifestly hopeless.

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