Federal Supreme Court declines to enter criminal complaint

1B_346/2008Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung16.01.2009Inadmissible

Zusammenfassung

X. filed a criminal complaint against several decisions of the Winterthur district court, but did not enclose the newly challenged orders and did not explain any legal or constitutional violation. After inviting him to file the missing decisions, the Federal Supreme Court received no response. It therefore found the complaint formally deficient and declined to enter under the simplified procedure. In view of the circumstances, it exceptionally waived court costs.

Regest

Art. 42 Abs. 2 and Art. 106 Abs. 2 BGG; admissibility of a complaint in criminal matters: the pleading must designate the challenged decision and, where applicable, submit the contested ruling; it must also contain a reasoned discussion of the grounds of challenge. If these formal requirements are manifestly not met, the Federal Supreme Court may refuse to enter in simplified procedure under Art. 108 Abs. 1 BGG. Costs may exceptionally be waived under Art. 66 Abs. 1 BGG when the circumstances so justify.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1B_346/2008

Urteil vom 16. Januar 2009
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Gerichtsschreiber Bopp.

Parteien
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Bezirksgericht Winterthur, Lindstrasse 10, 8400 Winterthur.

Gegenstand
Strafverfahren,

Beschwerde gegen die Verfügung vom 9. Dezember 2008 des Bezirksgerichts Winterthur.
In Erwägung,
dass X.________ mit Eingabe vom 19. Dezember (Postaufgabe: 22. Dezember) 2008 gegen verschiedene Entscheide der Sache nach Beschwerde in Strafsachen ans Bundesgericht führt;

dass er dabei teils bereits rechtskräftig abgeschlossene bundesgerichtliche Verfahren anspricht, teils aber offenbar auch inzwischen neu ergangene Verfügungen des Bezirksgerichts Winterthur;
dass er es unterlassen hat, zusammen mit seiner Beschwerde die neu angefochtenen Entscheide einzureichen;

dass das Bundesgericht den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 29. Dezember 2008 aufgefordert hat, die neu angefochtenen Entscheide bis am 5. Januar 2009 einzureichen;

dass der Beschwerdeführer nach erfolgter Zustellung des Schreibens nicht reagiert hat;

dass er abgesehen davon nicht darlegt, inwiefern die Entscheide rechts- bzw. verfassungswidrig sein sollen;

dass die Beschwerde daher den gesetzlichen Formerfordernissen (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG, s. in diesem Zusammenhang BGE 133 II 249 insb. E. 1.4 S. 254), auf die der Beschwerdeführer bereits früher hingewiesen worden ist, nicht zu genügen vermag, weshalb auf sie schon aus diesem Grund nicht einzutreten ist;

dass der Mangel offensichtlich ist, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 BGG entschieden werden kann;

dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, ausnahmsweise keine Kosten zu erheben (s. Art. 66 Abs. 1 BGG);

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Bezirksgericht Winterthur schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 16. Januar 2009
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Féraud Bopp

Schlagwörter

admissibilityreasoned complaintnon-entrysimplified procedurecourt costs