Non-entry for insufficiently reasoned recusal complaint

1B_328/2010Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung11.10.2010Inadmissible

Zusammenfassung

X.________ challenged a cantonal decision rejecting her recusal request against Judge Isabelle Wipf-Büttikofer. The Federal Supreme Court held that the complaint failed to meet the statutory reasoning requirements because it only criticized the decision in general terms and did not identify why it was unlawful or unconstitutional. The defect was obvious, so the Court dealt with the matter in simplified procedure and declined to enter into the complaint. No court costs were charged.

Regest

Art. 42 Abs. 2 and Art. 106 Abs. 2 BGG; admissibility of a complaint to the Federal Supreme Court requires specific and substantiated reasoning showing in what respect the challenged decision violates federal law or constitutional rights. Mere general criticism is insufficient. If the deficiency is manifest, the Court may decide in simplified procedure under Art. 108 Abs. 1 BGG and issue a non-entry decision. Under Art. 66 Abs. 1 BGG, costs may exceptionally be waived where the circumstances so justify.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1B_328/2010

Urteil vom 11. Oktober 2010
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Gerichtsschreiber Bopp.

Verfahrensbeteiligte
X.________, Beschwerdeführerin,

gegen

Isabelle Wipf-Büttikofer, Gerichtspräsidentin II, Bezirksgericht Bremgarten, Rathausplatz 1,
5620 Bremgarten.

Gegenstand
Ausstand,

Beschwerde gegen den Entscheid vom 18. August 2010 des Obergerichts des Kantons Aargau, Inspektionskommission.

In Erwägung,
dass die Inspektionskommission des Obergerichts des Kantons Aargau mit Entscheid vom 18. August 2010 ein von X.________ gegen die Gerichtspräsidentin II des Bezirksgerichts Bremgarten gestelltes Ablehnungsbegehren abgewiesen hat;

dass X.________ gegen diesen Entscheid vom 18. August 2010 Beschwerde ans Bundesgericht führt;

dass das Bundesgericht davon abgesehen hat, Vernehmlassungen einzuholen;

dass die Beschwerdeführerin den Entscheid des Obergerichts ganz allgemein kritisiert, dabei aber nicht im Einzelnen darlegt, inwiefern die dem Entscheid zugrunde liegende Begründung bzw. dieser im Ergebnis rechts- bzw. verfassungswidrig sein soll;

dass die Beschwerde daher den gesetzlichen Formerfordernissen (Art. 42 Abs. 2 sowie Art. 106 Abs. 2 BGG; s. in diesem Zusammenhang BGE 136 I 49 E. 1.4.1 S. 53, 65 E. 1.3.1 S. 68 mit Hinweisen) nicht zu genügen vermag;

dass demgemäss schon aus diesem Grund auf die Beschwerde nicht einzutreten ist;

dass der genannte Mangel offensichtlich ist, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 BGG entschieden werden kann;

dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1 BGG);

wird erkannt:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Gerichtspräsidentin Isabelle Wipf-Büttikofer und dem Obergericht des Kantons Aargau, Inspektionskommission, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 11. Oktober 2010
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Féraud Bopp

Schlagwörter

recusalinadmissibilityreasoning requirementsimplified procedurecourt costs