Late federal appeal against cost-advance order

1B_182/2008Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung10.07.2008Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X. challenged a cantonal order requiring a CHF 400 cost advance after the Obergericht later refused to enter into the appeal for non-payment. The Federal Court held that the federal appeal was filed late: the order was served on 4 June 2008, the 30-day period began on 5 June and ended on 4 July 2008, while the filing was posted only on 6 July 2008. The appeal also did not properly target the cantonal non-entry decision of 2 July 2008. The Court therefore did not enter into the matter and waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 100 Abs. 1, Art. 47 Abs. 1, Art. 44 Abs. 1 and Art. 48 BGG; timeliness of the federal appeal and non-extendability of the statutory time limit. The appeal period begins to run on the day following service of the fully reasoned decision and expires after 30 days; a submission handed to the post after expiry is late and renders the appeal inadmissible. The Court may decide in simplified proceedings under Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG where the lateness is manifest. A decision not attacked by requests or reasoning is not the object of the appeal within the meaning of Art. 42 paras. 1 and 2 BGG and need not be examined; ancillary review issues may remain open if inadmissibility follows already from lateness.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1B_182/2008 /daa

Urteil vom 10. Juli 2008
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Aemisegger, präsidierendes Mitglied,
Gerichtsschreiber Bopp.

Parteien
X.________, Beschwerdeführerin,

gegen
Obergericht des Kantons Solothurn, Beschwerdekammer, Amthaus I, Postfach 157,
4502 Solothurn.

Gegenstand
Kostenvorschuss,

Beschwerde gegen die Verfügung vom 28. Mai 2008
des Obergerichts des Kantons Solothurn, Beschwerdekammer.

Erwägungen:

1.
Gegen eine von der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn am 7. Mai 2008 erlassene Nichteintretensverfügung erhob X.________ Beschwerde ans Obergericht des Kantons Solothurn.

Mit Verfügung vom 28. Mai 2008 wurde X.________ aufgefordert, für das obergerichtliche Verfahren bis am 18. Juni 2008 einen Kostenvorschuss von Fr. 400.-- zu bezahlen, mit der Androhung, dass auf die Beschwerde nicht eingetreten werde, wenn der Kostenvorschuss nicht geleistet werde. X.________ teilte dem Obergericht am 10. Juni 2008 telefonisch mit, sie könne den Kostenvorschuss nicht bezahlen. Sie wurde darauf aufmerksam gemacht, dass sie ein Gesuch um Befreiung der Vorschusspflicht oder ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einreichen könne. Da innert Frist weder ein entsprechendes Gesuch gestellt noch der Kostenvorschuss bezahlt wurde, ist die Beschwerdekammer des Obergerichts mit Beschluss vom 2. Juli 2008 auf die Beschwerde nicht eingetreten.

Gegen die Verfügung vom 28. Mai 2008 führt X.________ mit Eingabe vom 4. Juli 2008, die sie am 6. Juli 2008 der Post übergeben hat, der Sache nach Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff. BGG).

2.
Nach Art. 100 Abs. 1 BGG ist die Beschwerde innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des angefochtenen Entscheids beim Bundesgericht einzureichen. Diese gesetzliche Frist ist nicht erstreckbar (Art. 47 Abs. 1 BGG).

Gemäss ihrer eigenen Empfangsbestätigung wurde die fragliche Verfügung vom 28. Mai 2008 der Beschwerdeführerin am Mittwoch, 4. Juni 2008 eröffnet. Ihre Beschwerde hat sie laut Poststempel am Sonntag, 6. Juli 2008 der Post übergeben.

Mit Blick darauf hat die Beschwerdefrist am Donnerstag, 5. Juni 2008 zu laufen begonnen (Art. 44 Abs. 1 BGG), und sie endete somit am Freitag, 4. Juli 2008.

Die erst am 6. Juli 2008 der Post übergebene Beschwerde ist somit verspätet eingereicht worden (vgl. Art. 48 BGG), so dass auf sie bereits aus diesem Grunde nicht einzutreten ist. Verhält es sich so, so kann offen bleiben, ob die weiteren Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind (vgl. namentlich Art. 93 BGG).
Der Mangel ist offensichtlich, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG entschieden werden kann.

Auf den obergerichtlichen Nichteintretensbeschluss vom 2. Juli 2008 nimmt die Beschwerde keinerlei Bezug, weder mit einem Antrag noch in der Begründung (s. Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG). Dieser Beschluss ist somit nicht Beschwerdegegenstand und daher nicht weiter zu erörtern.

3.
Unter den gegebenen Umständen rechtfertigt es sich, für das vorliegende bundesgerichtliche Verfahren keine Kosten zu erheben.

Demnach wird erkannt:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin und dem Obergericht des Kantons Solothurn, Beschwerdekammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 10. Juli 2008
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Aemisegger Bopp

Schlagwörter

appeal deadlinecost advanceinadmissibilitylate filingnon-entry decisionsimplified procedurecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal to the Federal Court was filed within the 30-day deadline.

Extrahierter Entscheid

No. The appeal was posted on 6 July 2008, after the deadline expired on 4 July 2008.

Extrahierte Begründung

The challenged order was served on 4 June 2008, so the time limit began on 5 June 2008 and ran for 30 days. The deadline is statutory and non-extendable; the filing was therefore late.

Kernrechtsfrage

Whether the cantonal non-entry decision of 2 July 2008 was the object of the federal appeal.

Extrahierter Entscheid

No. The filing did not refer to that decision by request or reasoning, so it was not the subject of review.

Extrahierte Begründung

Under Art. 42 paras. 1 and 2 BGG, the appeal must address the contested decision. The appellant attacked only the order of 28 May 2008.

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