Complaint dismissed for insufficient reasoning in delay case

1B_175/2009Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung17.06.2009Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X. filed a federal complaint alleging undue delay in cantonal proceedings pending before the Zug authorities. The Federal Supreme Court found that the complaint did not meet the minimum reasoning requirements because it did not explain why the 10-day deadline for the cantonal response was excessive or why an immediate decision was required. The court therefore did not enter into the complaint in summary proceedings. It also waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2 BGG; admissibility of a complaint for denial of justice or delay in justice: the appellant must, in a concise but specific manner, set out the facts and arguments showing the alleged delay and the reasons why the contested procedural management violates federal law. A merely abstract assertion of excessive duration, without addressing the concrete procedural step criticized and without explaining why a given response period or waiting time is unreasonable, does not satisfy the duty of reasoning. Where the defect is manifest, non-entry may be issued in simplified proceedings under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; costs may be waived under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1B_175/2009

Urteil vom 17. Juni 2009
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Parteien
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Strafgericht des Kantons Zug, Aabachstrasse 3, Postfach 760, 6301 Zug.

Gegenstand
Rechtsverzögerung,

Beschwerde gegen das Obergericht des Kantons Zug, Justizkommission, Strafrechtliche Kammer
(Verfahren JS 2009 40).
Erwägungen:

1.
X.________ erhob gegen das Strafgericht des Kantons Zug Rechtsverzögerungsbeschwerde (Verfahren JS 2009 40). Mit Schreiben vom 28. Mai 2009 stellte die Justizkommission des Obergerichts des Kantons Zug die Beschwerde dem Strafgericht zur Vernehmlassung innert 10 Tagen zu.

2.
Mit Eingabe vom 10. Juni 2009 (Postaufgabe 13. Juni 2009) gelangte X.________ an das Bundesgericht und machte Rechtsverzögerung geltend. Der Beschwerdeführer ersucht um umgehende Behandlung seiner Beschwerde.
Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.

3.
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung einer Beschwerde in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Art. 95 ff. BGG nennt die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe.
Der Beschwerdeführer erachtet die bisherige Verfahrensdauer vor der Justizkommission des Obergerichts für übermässig lang. Er unterlässt es jedoch in seiner Beschwerde irgendwelche Aussagen über die im Kanton hängige Rechtsverzögerungsbeschwerde zu machen. Aufgrund der Beschwerdebegründung ist nicht ersichtlich, weshalb die dem Strafgericht gesetzte Vernehmlassungsfrist von 10 Tagen - wie vom Beschwerdeführer beanstandet - zu lang sein soll. Auch ergibt sich aus der Beschwerde nicht, aufgrund welcher Umstände die Justizkommission des Obergerichts gehalten gewesen wäre, unmittelbar nach Ablauf dieser Frist ihren Entscheid zu fällen. Somit lässt sich nicht beurteilen, ob der gegen die Justizkommission des Obergerichts erhobene Vorwurf der Rechtsverzögerung berechtigt ist. Mangels einer genügenden Begründung im Sinne von Art. 42 Abs. 2 BGG ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Der Begründungsmangel ist offensichtlich, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden kann.

4.
Auf eine Kostenauflage kann verzichtet werden (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Strafgericht sowie dem Obergericht des Kantons Zug, Justizkommission, Strafrechtliche Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 17. Juni 2009
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Féraud Pfäffli

Schlagwörter

delay of justiceadmissibilityreasoning requirementnon-entrysummary procedurecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal complaint was sufficiently reasoned to challenge the alleged delay by the cantonal justice commission

Extrahierter Entscheid

No. The complaint did not explain why the 10-day response deadline was too long or why the cantonal authority had to decide immediately after it expired.

Extrahierte Begründung

Under Art. 42(2) BGG, the appellant must set out in a concise manner how the challenged decision violates the law. The filing contained no concrete arguments about the pending cantonal delay complaint, so the alleged delay could not be assessed.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be imposed on the appellant

Extrahierter Entscheid

No. The court waived the costs.

Extrahierte Begründung

The Federal Supreme Court exercised its discretion under Art. 66(1) BGG and decided not to charge costs.

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