Insufficient reasoning leads to non-entry in detention appeal

1B_169/2007Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung10.08.2007Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X. challenged a detention-related order of the Winterthur district court judge refusing to enter into his release request. The Federal Court held that the part of the filing framed as a criminal complaint had to be pursued before competent cantonal authorities, and that the appeal did not satisfy the Federal Supreme Court's reasoning requirement because it failed to engage with the lower court's reasoning or the earlier detention decisions. The court therefore did not enter into the matter and waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; Art. 66 Abs. 1 BGG; admissibility of a criminal appeal and summary non-entry for manifestly insufficient reasoning. A submission is to be assessed according to its content, not its label. The appellant must, in concise form, show how the challenged decision violates federal law; merely objecting in general terms or ignoring the reasoning of the contested decision is insufficient. If the deficiency is obvious, the Federal Court may decide in the simplified procedure under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. Requests that fall outside the Federal Court's competence, such as a criminal complaint to cantonal authorities, are not entertained.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1B_169/2007 /ggs

Urteil vom 10. August 2007
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Parteien
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,
Hermann Götz-Strasse 24, Postfach, 8401 Winterthur,
Bezirksgericht Winterthur, Haftrichter, Lindstrasse 10, 8400 Winterthur.

Gegenstand
Aufhebung Sicherheitshaft,

Beschwerde in Strafsachen gegen die Verfügung
des Bezirksgerichts Winterthur, Haftrichter,
vom 30. Juli 2007.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
Der Haftrichter des Bezirkes Winterthur trat mit Verfügung vom 30. Juli 2007 auf das Haftentlassungsgesuch von X.________ vom 26. Juli 2007 nicht ein. Zur Begründung führte er aus, dass der Angeklagte am 26. Juli 2007 sein Gesuch um Aufhebung der Sicherheitshaft gestellt habe, obschon sein Haftentlassungsgesuch vom 23. Juli 2007 noch gar nicht behandelt worden sei. Inzwischen sei das Haftentlassungsgesuch vom 23. Juli 2007 jedoch mit haftrichterlicher Verfügung vom 27. Juli 2007 abgewiesen worden; dabei sei angeordnet worden, dass bis zum Tag der Hauptverhandlung kein neues Haftentlassungsgesuch des Angeklagten zugelassen werde. In seinem neuen Haftentlassungsgesuch vom 26. Juli 2007 habe der Angeklagte nichts vorgebracht, was ein Zurückkommen auf den haftrichterlichen Entscheid vom 27. Juli 2007 rechtfertigen würde.
2.
X.________ reichte am 7. August 2007 eine als "Strafanzeige.../Haftentlassungsgesuch" bezeichnete Eingabe gegen die Verfügung des Haftrichters des Bezirkes Winterthur vom 30. Juli 2007 ein. Der Sache nach handelt es sich dabei um eine Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff. BGG). Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.
3.
Soweit der Beschwerdeführer "Strafanzeige gegen die Zürcher-Justiz" erhebt, kann auf seine Eingabe von vornherein nicht eingetreten werden. Der Beschwerdeführer hat eine solche Anzeige bei den zuständigen zürcherischen Behörden und nicht beim dazu unzuständigen Bundesgericht einzureichen.
4.
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung einer Beschwerde in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Vorliegend setzt sich der Beschwerdeführer mit den Ausführungen in der angefochtenen Verfügung nicht auseinander und legt nicht dar, inwiefern der Haftrichter Recht verletzt haben sollte, als er auf das Haftentlassungsgesuch nicht eintrat. Er legt im Übrigen auch nicht dar, inwiefern die vorhergehenden Haftrichterverfügungen Recht verletzen sollten. Mangels einer hinreichenden Begründung im Sinne von Art. 42 Abs. 2 BGG ist daher auf die Beschwerde nicht einzutreten. Da der Begründungsmangel offensichtlich ist, kann über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden.
5.
Auf eine Kostenauflage kann verzichtet werden (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 BGG:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Es werden keine Kosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland und dem Bezirksgericht Winterthur, Haftrichter, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 10. August 2007
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

detentionadmissibilityreasoning requirementsummary procedurenon-entrycourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the filing could be treated as a criminal appeal against the district court's non-entry order.

Extrahierter Entscheid

The filing was treated substantively as a complaint in criminal matters under the Federal Supreme Court Act.

Extrahierte Begründung

The label used by the appellant was not decisive; the content of the submission determined the procedural character.

Kernrechtsfrage

Whether the court could enter on the appellant's request to lodge a criminal complaint against the Zurich justice system.

Extrahierter Entscheid

No entry could be made on that request because such a complaint had to be filed with the competent cantonal authorities, not the Federal Court.

Extrahierte Begründung

The Federal Court lacked competence to receive a criminal complaint directed in that form.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal met the reasoning requirements under Art. 42(2) BGG.

Extrahierter Entscheid

The appeal did not sufficiently explain how the challenged order violated federal law and therefore was inadmissible.

Extrahierte Begründung

The appellant did not address the reasons of the challenged order or the earlier detention decisions; the deficiency was manifest, allowing summary disposition.

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