Non-entry for insufficiently reasoned criminal complaint

1B_157/2011Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung12.04.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X. complained against Y. AG for an alleged breach of data protection rules after the prosecutor declined to open an investigation and the cantonal criminal chamber upheld that decision. Before the Federal Supreme Court, X. did not engage with the reasoning of the cantonal ruling and did not show any violation of law. The Court therefore held the complaint to be insufficiently reasoned and did not enter upon it in simplified proceedings. No court costs were charged.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; insufficient reasoning of a federal complaint: the appellant must, in a concise but targeted manner, deal with the challenged decision’s decisive reasoning and show specifically in what respect federal law or constitutional rights were violated. Mere assertions or a repetition of prior arguments do not suffice. If this minimum substantiation is missing manifestly, the Federal Supreme Court may decline to enter on the complaint in simplified proceedings. Art. 66 Abs. 1 BGG permits waiver of court costs in the circumstances of the case.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1B_157/2011

Urteil vom 12. April 2011
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Verfahrensbeteiligte
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Y.________ AG, Beschwerdegegnerin,

Staatsanwaltschaft See/Oberland, Weiherallee 15, Postfach, 8610 Uster.

Gegenstand
Nichtanhandnahme,

Beschwerde gegen die Verfügung vom 30. März 2011 des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer.
Erwägungen:

1.
X.________ reichte am 10. Februar 2010 Strafanzeige gegen die Y.________ AG ein wegen "Verstoss gg den Datenschutz". Mit Verfügung vom 21. Februar 2011 nahm die Staatsanwaltschaft See/Oberland die Untersuchung nicht anhand. Eine gegen diese Verfügung von X.________ erhobene Beschwerde wies die III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich mit Verfügung vom 30. März 2011 ab. Die Strafkammer führte zusammenfassend aus, dass vorliegend einzig die Strafnorm von Art. 35 DSG in Frage komme. Diese Norm erfasse keine Daten, die durch Recherchen erlangt würden. Der Beschwerdeführer vermöge einen Verstoss gegen eine berufliche Schweigepflicht, die Weitergabe von persönlich anvertrauten Informationen nicht ansatzweise darzutun. Daher sei zu Recht keine Strafuntersuchung anhand genommen worden.

2.
X.________ erhob am 4. April 2011 Beschwerde in Strafsachen gegen den Entscheid der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich. Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.

3.
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung einer Beschwerde in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Bestimmungen von Art. 95 ff. BGG nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe.
Der Beschwerdeführer setzt sich mit der Begründung, die zur Abweisung seiner Beschwerde führte, nicht auseinander und legt nicht dar, inwiefern die Begründung bzw. die Verfügung rechts- bzw. verfassungswidrig sein soll. Da die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Ausführungen keine hinreichende Auseinandersetzung mit den Entscheidgründen der angefochtenen Verfügung darstellen, ist mangels einer genügenden Begründung im Sinne von Art. 42 Abs. 2 BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten (vgl. dazu BGE 136 I 49 E. 1.4.1 S. 53, 65 E. 1.3.1 S. 68 mit Hinweisen). Der Begründungsmangel ist offensichtlich, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden kann.

4.
Auf eine Kostenauflage kann verzichtet werden (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft See/Oberland und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 12. April 2011
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Fonjallaz Pfäffli

Schlagwörter

non-entryinsufficient reasoningcriminal complaintdata protectionsimplified procedurecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal criminal complaint met the reasoning requirements under Art. 42(2) BGG

Extrahierter Entscheid

The complaint did not engage with the reasons of the cantonal decision and therefore lacked sufficient reasoning.

Extrahierte Begründung

The appellant failed to explain in a concrete way why the challenged decision violated federal or constitutional law. Because the submissions did not address the decisive grounds, the complaint was inadmissible.

Kernrechtsfrage

Whether the Federal Supreme Court could decide the matter in simplified proceedings

Extrahierter Entscheid

Yes, because the deficiency was manifest.

Extrahierte Begründung

The insufficient reasoning was obvious, allowing non-entry under the simplified procedure.

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