Non-entry for insufficient reasoning in criminal complaint

1B_142/2009Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung09.06.2009Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X., represented by her father A., filed a criminal complaint to the Federal Supreme Court against a Zurich prosecutorial seizure decision confirmed by the Oberstaatsanwaltschaft. The Court held that the appeal merely alleged several violations, mainly procedural ones, but failed to explain why the challenged reasoning or result was unlawful or unconstitutional. Because the pleading did not meet the statutory reasoning requirements, the Court did not enter into the complaint in simplified procedure and waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2 and Art. 106 Abs. 2 BGG; sufficient reasoning of a federal appeal; a complaint must specifically address the contested decision and show, with respect to the challenged reasoning, why the outcome is unlawful or unconstitutional. General allegations of error, especially mere assertions of procedural violations, are insufficient. If the reasoning defect is manifest, the Federal Supreme Court may refuse to enter in simplified procedure under Art. 108 Abs. 1 BGG. Costs may be waived under Art. 66 Abs. 1 BGG where the circumstances so justify.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1B_142/2009

Urteil vom 9. Juni 2009
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Gerichtsschreiber Bopp.

Parteien
X.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch A.________,

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland,
Hermann Götz-Strasse 24, Postfach, 8401 Winterthur.

Gegenstand
Beschlagnahmeverfügung,

Beschwerde gegen den Entscheid vom 23. April 2009
der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich.
In Erwägung,
dass X.________, vertreten durch ihren Vater A.________, mit Eingabe vom 29. Mai 2009 gegen einen am 23. April 2009 betreffend Beschlagnahmung ergangenen Rekursentscheid der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich Beschwerde in Strafsachen ans Bundesgericht erhoben hat;
dass mit der Beschwerde zwar verschiedene Rechtsverletzungen - in erster Linie Verfahrensrechtsverletzungen - gerügt werden, der Vertreter der Beschwerdeführerin jedoch nicht darlegt, inwiefern die dem angefochtenen Rekurs- bzw. Beschlagnahmeentscheid zugrunde liegende Begründung bzw. der Entscheid im Ergebnis rechts- bzw. verfassungswidrig sein soll;
dass die Beschwerde somit den gesetzlichen Formerfordernissen (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG, s. in diesem Zusammenhang BGE 134 II 349 E. 3 S. 351 f. sowie 133 II 249 insb. E. 1.4 S. 254) nicht zu genügen vermag;
dass schon aus diesem Grund auf die Beschwerde nicht einzutreten ist und es sich daher erübrigt, die weiteren Eintretensvoraussetzungen zu erörtern;
dass der genannte Mangel offensichtlich ist, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 BGG entschieden werden kann;
dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, keine Kosten zu erheben (s. Art. 66 Abs. 1 BGG);
erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland und der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 9. Juni 2009
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Féraud Bopp

Schlagwörter

non-entryinsufficient reasoningseizurecriminal complaintsimplified procedurecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the criminal complaint met the federal pleading requirements.

Extrahierter Entscheid

No. The appellant did not show why the reasoning of the challenged seizure decision was unlawful or unconstitutional.

Extrahierte Begründung

Although various violations were alleged, especially procedural ones, the submission did not engage with the lower decision's reasoning as required by Art. 42(2) and Art. 106(2) BGG.

Kernrechtsfrage

Whether the Court should examine further admissibility requirements.

Extrahierter Entscheid

No. Because the defect was already obvious, further admissibility questions did not need to be addressed.

Extrahierte Begründung

The manifest lack of sufficient reasoning justified a non-entry decision in simplified procedure under Art. 108(1) BGG.

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