Non-entry for insufficiently reasoned criminal complaint

1B_119/2012Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung05.03.2012Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X. challenged the Zurich Court of Appeal’s refusal to overturn the prosecutor’s dismissal of the investigation against Y. and Z. for property damage. The Federal Court held that the complaint did not satisfy the statutory reasoning requirements and failed to identify any admissible ground of appeal or constitutional violation. It therefore did not enter into the complaint in simplified proceedings. The court also waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; requirements for admissible reasoning of a federal complaint and summary non-entry for manifestly insufficient submissions. The complainant must, in concise form, explain why the challenged decision violates law; merely opposing the reasoning below is insufficient. Where fundamental rights are invoked, a qualified and specific pleading duty applies; the Federal Court examines only clearly and duly substantiated grievances. If the deficiency is evident, the court may decide in simplified proceedings without exchanging written observations. Costs may be waived under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1B_119/2012

Urteil vom 5. März 2012
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Verfahrensbeteiligte
X.________, Beschwerdeführerin,

gegen

  1. Y.________,
  2. Z.________,
    Beschwerdegegner,

Staatsanwaltschaft See/Oberland, Weiherallee 15, Postfach, 8610 Uster.

Gegenstand
Strafverfahren; Einstellung der Untersuchung,

Beschwerde gegen den Beschluss vom 23. Januar 2012 des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer.

Erwägungen:

1.
Die Staatsanwaltschaft See/Oberland sprach mit Strafbefehl vom 20. Dezember 2010 W.________ der Sachbeschädigung zum Nachteil von X.________ schuldig und bestrafte ihn mit 360 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Mit Verfügung gleichen Datums stellte die Staatsanwaltschaft die Untersuchung gegen Y.________ und Z.________ betreffend Sachbeschädigung zum Nachteil von X.________ ein. Gegen die Einstellungsverfügung reichte X.________ Rekurs ein, da nach ihrer Ansicht Y.________ und Z.________ an der besagten Sachbeschädigung auch beteiligt waren. Die III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich wies den Rekurs mit Beschlusss vom 23. Januar 2012 ab.

2.
X.________ führt mit Eingabe vom 27. Februar 2012 Beschwerde in Strafsachen gegen den Beschluss der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich. Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.

3.
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung einer Beschwerde in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Bestimmungen von Art. 95 ff. BGG nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe. Hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten gilt der in Art. 106 Abs. 1 BGG verankerte Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht; insofern besteht eine qualifizierte Rügepflicht (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 136 I 49 E. 1.4.1 S. 53, 65 E. 1.3.1 S. 68 mit Hinweisen). Es obliegt dem Beschwerdeführer namentlich darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid gegen die gerügten Grundrechte verstossen soll. Das Bundesgericht prüft nur klar und detailliert erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen.
Die Beschwerdeführerin nennt keinen zulässigen Beschwerdegrund. Aus ihren Ausführungen ergibt sich nicht, inwiefern die Begründung des angefochtenen Beschlusses, die zur Abweisung ihres Rekurses führte, bzw. der Beschluss selber im Ergebnis rechts- bzw. verfassungswidrig sein soll. Die Beschwerde genügt daher den gesetzlichen Formerfordernissen nicht, weshalb auf sie nicht einzutreten ist. Der Begründungsmangel ist offensichtlich, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden kann.

4.
Auf eine Kostenauflage kann verzichtet werden (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft See/Oberland und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 5. März 2012
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Pfäffli

Schlagwörter

inadmissibilityreasoning requirementfundamental rightssummary procedurecourt costscriminal investigationdismissal

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the criminal complaint met the federal reasoning requirements under the BGG.

Extrahierter Entscheid

No; the appellant did not state any admissible ground of appeal or show why the cantonal decision was unlawful or unconstitutional.

Extrahierte Begründung

The complaint failed to comply with the duty to reason under Art. 42(2) BGG and, for fundamental-rights claims, the qualified pleading duty under Art. 106(2) BGG. The defect was obvious, so summary non-entry was possible.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged.

Extrahierter Entscheid

No costs were imposed.

Extrahierte Begründung

The court exercised its discretion to waive costs under Art. 66(1) BGG.

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