Inadmissibility of complaint alleging delay in criminal appeal

1B_109/2013Bundesgericht / I. öffentlich-rechtliche Abteilung20.03.2013Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that a complaint alleging undue delay by the Aargau High Court was insufficiently reasoned. The appellant failed to provide concrete details about the underlying criminal matter or explain why a decision should already have been rendered after roughly two and a half months. Because the deficiency was obvious, the Court dealt with the matter in simplified procedure and did not enter into the complaint. It waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 42 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG; substantiation of constitutional complaints alleging denial of justice or undue delay. A federal complaint must contain precise factual and legal reasoning; in cases invoking Art. 29 Abs. 1 BV and the duty to decide within a reasonable time, the complainant must specifically show why the competent authority has exceeded the permissible period. Mere assertion of inactivity is insufficient. Where the reasoning defect is manifest, the Court may decide in simplified procedure under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG and declare the complaint inadmissible. Costs may be waived under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
1B_109/2013

Urteil vom 20. März 2013
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Aemisegger, präsidierendes Mitglied,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht des Kantons Aargau, Obere Vorstadt 38, 5000 Aarau.

Gegenstand
Rechtsverzögerung,

Beschwerde wegen Rechtsverzögerung gegen das Obergericht des Kantons Aargau.

Erwägungen:

1.
X.________ reichte am 12. März 2013 beim Bundesgericht eine Rechtsverzögerungsbeschwerde gegen das Obergericht des Kantons Aargau ein. Er machte geltend, er habe am 20. Dezember 2012 gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 23. November 2012 eine Beschwerde beim Obergericht des Kantons Aargau eingereicht. Das Obergericht habe seither nichts von sich hören lassen, was eine Verletzung von Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 5 StPO darstelle.

2.
Eine Beschwerde an das Bundesgericht ist zu begründen (Art. 42 BGG). Bei Verfassungsrügen wie der geltend gemachten Rechtsverzögerung (Art. 29 Abs. 1 BV) besteht eine qualifizierte Rügepflicht. Die Rüge muss in der Beschwerde präzise vorgebracht und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 136 I 49 E. 1.4.1 S. 53, 65 E. 1.3.1 S. 68 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer macht keine näheren Angaben zur Strafsache, in welcher die Staatsanwaltschaft am 23. November 2012 eine Nichtanhandnahmeverfügung erliess. Er legt auch nicht näher dar, weshalb das Obergericht bereits nach rund zweieinhalb Monaten seit Eingang der Beschwerde gehalten gewesen sein sollte, einen Beschwerdeentscheid zu treffen. Aus der Beschwerde ergibt sich somit nicht, inwiefern das Obergericht den Anspruch auf eine Beurteilung innert angemessener Frist im Sinne von Art. 29 Abs. 1 BV oder das Beschleunigungsgebot nach Art. 5 StPO verletzt haben sollte. Die Beschwerde genügt daher den gesetzlichen Formerfordernissen nicht, weshalb auf sie nicht einzutreten ist. Der Begründungsmangel ist offensichtlich, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden kann.

3.
Auf eine Kostenauflage kann verzichtet werden (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Obergericht des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 20. März 2013
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Aemisegger

Der Gerichtsschreiber: Pfäffli

Schlagwörter

undue delayinadmissibilityqualified reasoningreasonable timesimplified procedurecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint was sufficiently reasoned to challenge alleged judicial delay under Art. 29(1) BV and Art. 5 StPO.

Extrahierter Entscheid

The complaint did not set out specific facts showing why the High Court should already have decided the matter after about two and a half months; it was therefore insufficiently reasoned.

Extrahierte Begründung

Constitutional complaints require qualified reasoning. The appellant gave no details about the underlying criminal case and no explanation of the alleged delay. The defect was obvious, allowing summary procedure.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged despite inadmissibility.

Extrahierter Entscheid

No costs were charged.

Extrahierte Begründung

The court exercised its discretion to waive costs under Art. 66(1) BGG.

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