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BGE 85 IV 50 ΓÇó Late turn signal before right turn violated traffic duty
BGE 85 IV 50Amtliche Sammlung des Bundesgerichts (BGE) / Band IV20.02.1959Dismissed
Kiesinger was convicted by the Bern cantonal court of negligent disturbance of public traffic after he signaled a right turn only at the last moment and collided with a van overtaking from behind. The Federal Court held that a directional signal must be given before the maneuver and early enough to allow other road users to react. The fact that the van driver also acted unlawfully by overtaking too close to the intersection did not relieve Kiesinger of responsibility. The cassation appeal was dismissed and the CHF 30 fine remained in force.
Art. 75 Abs. 1 lit. b MFV; requirements for signalling a change of direction. The directional signal must be given before the beginning of the maneuver and sufficiently early to enable other road users to adapt their conduct. A signal that coincides with, or is separated from the maneuver only by an imperceptible interval, does not satisfy the statutory warning function. The offender remains liable even if another road user also acts unlawfully, provided the latter's conduct does not break the causal and normative link to the offender's own breach of duty; the driver must anticipate foreseeable hazardous reactions to his road positioning and signaling behavior (consid. 2).
85 IV 50
ab Seite 50
A.- Am 13. Juni 1957, etwas nach 09.00 Uhr, führte Kiesinger seinen Personenwagen mit 35-40 km/Std. in Bern auf der 12 m breiten Belpstrasse gegen deren Kreuzung mit der Mattenstrasse. Nachdem er an einer Traminsel rechts vorbeigefahren war, bog er ungefähr 100 m vor der Kreuzung gegen die Strassenmitte zu ab, um von den auf eine Länge von ca. 75 m am rechten Strassenrand parkierten Autos einen seitlichen Abstand von 2,5-2,7 m zu gewinnen. Auf der Höhe des letzten dieser Fahrzeuge, das ca. 25 m vor der Kreuzung stand, stellte Kiesinger, der von Anfang an die Absicht hatte, nach rechts in die Mattenstrasse einzubiegen, den rechten Blinker ein und schwenkte fast gleichzeitig in verlangsamter Fahrt nach der angezeigten Richtung ab. 13 m vor der Kreuzung stiess er mit einem ihn von rechts überholenden Lieferungswagen zusammen, dessen Führer Pauchard schon einige Meter nach der Traminsel auf ihn aufgeschlossen, ungefähr 25 m vor der Kreuzung zum Vorfahren angesetzt und die Geschwindigkeit auf 45-50 km/Std. gesteigert hatte, um geradeaus weiterzufahren. Durch den Anprall wurde der Lieferungswagen auf das Trottoir abgedrängt, wo er auf einen eisernen Gemüseständer stiess, der dem Stoss nachgab und eine Passantin verletzte.
B.- Das Obergericht des Kantons Bern verurteilte Kiesinger am 2. Mai 1958 wegen fahrlässiger Störung des öffentlichen Verkehrs zu einer bedingt vorzeitig löschbaren Busse von Fr. 30.-. Es legte ihm zur Last, gegen Art. 75 Abs. 1 lit. b MFV verstossen zu haben.
C.- Kiesinger führt Nichtigkeitsbeschwerde mit dem Antrag, das Urteil des Obergerichtes sei aufzuheben und die Sache zu seiner Freisprechung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Der Kassationshof zieht in Erwägung:
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